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KA-News: Mahnwachen und nur geringer Widerstand



KA-News, 08.11.04

> "Castoren" in Nordbaden
> Mahnwachen und nur geringer Widerstand

Die Atomkraftgegner aus der Region hielten sich diesmal zurück (Foto: 
bläske)

Karlsruhe - Der Atomtransport aus der französischen 
Wiederaufbereitungsanlage La Hague ist am späten gestrigen Sonntagabend 
weitestgehend ungehindert durch Nordbaden gerollt. Insgesamt elf 
Atomkraftgegner wurden in Oberhausen, Mannheim und Schwetzingen laut 
Polizeiangaben festgenommen, weil sie versucht hatten, den Transport zu 
behindern. An den friedlich verlaufenden Mahnwachen haben sich nach 
Angaben der Polizei ungefähr 90 Personen beteiligt. Die 
Landespolizeidirektion Karlsruhe hatte zur Absicherung der Strecke rund 
900 Beamte abgestellt.

Überschattet wurden die Transporte von einem schweren Unfall gestern 
Mittag in der Nähe der elsässischen Ortschaft Avricourt. Ein junger Mann, 
der sich an die Schienen gekettet hatte, wurde von dem Zug überrollt und 
kam ums Leben. Als Reaktion auf den Unfall kam es zu spontanen 
Trauermahnwachen in Wörth, Karlsruhe und Mannheim. Auch im hessischen 
Darmstadt versammelten sich 60 Menschen am Bahnhof, um ihre Bestürzung 
über den Vorfall zum Ausdruck zu bringen. "Wir sind tief erschüttert und 
können es immer noch nicht richtig fassen", so ein Sprecher der 
südwestdeutschen Anti-Atom-Initiative.

Noch ungeklärt sind die Vorwürfe eines französischen Anti-Atom-
Aktivisten, der wegen vermeintlich falscher Frachtpapiere des "Castor"-
Transports Anzeige erstattet hat. In den Unterlagen sei nur von 
abgebrannten Brennelementen die Rede. Diese enthalten nur zu zirka fünf 
Prozent hochradioaktivem Atommüll. Tatsächlich werden in den "Castor"-
Behälter sogenannte Glaskokillen transportiert, die zu 100 Prozent aus 
hochradioaktiven Atomabfällen bestehen. Die Polizei geht davon aus, dass 
der Zug heute Nachmittag das niedersächsische Dannenberg erreichen wird. 
Von dort werden die Behälter per Lastwagen in das Atomendlager Gorleben 
befördert. (ps/tmh)

Meldung vom Montag, 8. November 2004  © ka-news 2004