Ludwigsburger Kreiszeitung, 13.8.99
Die Polizei lässt sich im Kraftwerk einschließen
Kernkraftgegner stören Transport des leeren Atommüll-Behälters
- Sicherheitsprüfungen
Walheim - (ad) Einer Handvoll Kernkraftgegner Ist es gestern
geIungen,eine Hundertschaft der Polizei äuf dem Gelände des
Dampfkraftwerkeseinzuschließen: Der Transporf eines leeren Atommüll-
Behälters ins GKN wurde gestört.
Kurz vor 6 Uhr im Bietigheimer Bahnhofsbereich: Kernkraftgegner
hocken sich auf das Hauptgleis der Strecke Richtung Heilbronn. Sie
wollen den Güterzugverband aufhalten, der einen leeren Behälter
des
Typs "Excellox 6" nach Walheim bringen soll. Nach zweimaliger
Aufforderung durch die Polizei verließen die Demonstranten die
Gleisanlagen. Der Zug konnte Bietigheim passieren und Walheim
ungehindert erreichen. Auf dem Gelände des Dampfkraftwerks wird
der
Behälter vom Güterwagen auf einen Sattelschlepper umgeladen.
Das
Fahrzeug war, wie berichtet, gestern von Kernkraftgegnern aufge-
halten und beschädigt worden. Der "Excellox" ist ein gebrauchter
Behälter, der entweder sieben Brennelemente des Kernkraftwerk-Blocks
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oder sechs des zweiten Blocks aufnehmen kann. Der Transpurt des Behälters,
der zuletzt 1995 beladen worden war, ist nach einem Gutachten der
Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit und des Öko-Instituts
Darmstadt genehmigt. Er soll im GKN beladen, die Brennelente werden
im
britischen Sellafield wieder aufbereitet werden. Insgesamt habe GKN
für
1999 zehn Transporte von Brennelementen aus dem Block 1 nach Sellafield
beantragt, sagte der bei GKN zuständige Dr. Wolf Dieter Perschmann.
Die
Transporte seien notwendig, damit der Block im kommenden Jahr nach
dei
Revision mit neuen Brennelementen beladen und mit voller Leistung
betrieben werden könne. Perschmann betonte, daß die Behälter
einer
Grufidwartung unterzogen wurden. Im Innern sei er bis auf eine geringe
Restaktivltät gereinigt, außen neu beschichtet und die gesamte
Behälteroberfläche auf Kontaminationsfreiheit überprüft
worden. Nach
Angaben der Fachleute wurden neue technische Maßnahmen zur
Kontaminationsvermeidung gefunden. An dem Behäjter wird ein neues
Schutzhernd erprobt. Unabhängige Gutachter haben ihn gestern den
ganzen
Tag überprüft. Kurzz vor 14 Uhr erfolgte die Freigabe zum
Transport von
Walheim ins GKN. Gegen 13 Uhr schlossen Kernkraftgegner die starken
Polizeikräfte ein, indem sie das Werkstor mit einem Fahrradschloss
"sicherten". Erst mit einem Trennschleifer konnten Mitarbeiter des
Kraftwerks das Schloss öffnen. Der Transport ins GKN erfolgte
ohne
Zwischenfälle.