Aktionsbündnis
CASTOR-Widerstand Neckarwestheim
c/o DemoZ, Wilhelmstr. 45/1, 71638 Ludwigsburg
PRESSEINFORMATON
12.06.2006
Zum Jubiläum
eine atomare Würdigung
30
Jahre Atomstrom aus Neckarwestheim
Seit dem
26. Mai 1976 finden im Block I des Atomkraftwerkes Neckarwestheim
fortlaufende atomare Kettenreaktionen statt, läuft dort die
gefährlichste Form der Stromerzeugung, die es auf diesem Planeten
gibt. Seit 30 Jahren wird dort täglich die Menge an strahlendem
hochradioaktiven Atommüll erhöht, der für die Menschen
heute und für alle späteren Generationen eine tödliche
Gefahr ist. Er wurde bis 2005 mit über 180 Transporten in die
Plutoniumfabriken nach Sellafield/England und La Hague/Frankreich
"entsorgt".
Mit 63 Tonnen
Uran ist seit 1976 der Reaktorkern gefüllt, enthalten in 177
Brennelementen. Jährlich müssen davon ein Drittel ausgetauscht
werden. Sie enthalten nach der atomaren Kettenreaktion hochradioaktives
Uran und Plutonium. Fünf Kilo Plutonium reichen für eine
Hiroshima-Atombombe. Und nichts anderes als fortlaufende atomare
Reaktionen finden in diesem technischen Wunderwerk statt. Um mit
Wasserdampf eine Turbine anzutreiben. Das GKN I hat wie alle AKW`s
einen miserablen Wirkungsgrad von 31%. Atomkraftwerke sind somit
im Vergleich mit anderen Kraftwerken die uneffektivste Form der
Stromerzeugung. Durch den 150 Meter hohen Kamin, mit einem Innendurchmesser
von 4 Metern, bläst das GKN I in jeder Stunde 176.000 Kubikmeter
Abluft mit radioaktiven Gasen/ Aerosolen hinaus, unter anderem Krypton
85 und Jod 131. Zum Abkühlen des atomaren Wahnsinns müssen
dann wiederum allein für den Block I in jeder Sekunde zwischen
575 und 785 Liter Wasser aus dem Neckar entnommen werden. Dies,
damit 34 Kühltürme mit einer Länge von 186 Metern
die atomare Hitze insgesamt unter Kontrolle halten und den Wasserdampf
wieder abkühlen.
Billig, sicher,
umweltfreundlich?
Dieses Märchen
hat die Atomindustrie und ihre Lobby seit Jahrzehnten mit vielen
Millionen an jedem Atomstandort aufgebaut. Alles läuft wie
geschmiert: Spenden und Steuern, gesponserte Sport- und Stadthallen
in Neckarwestheim und Gemmrigheim, Reisen für Gemeinderäte...,
die Liste könnte unendlich fortgesetzt werden. Der Mythos Atomkraft
lebt auch von Lügen und falschen Informationen. So zum Beispiel
die Mär vom "Kreislauf" des hochradioaktiven Müll´s
in den Plutoniumfabriken, einer "Endlagerung", die es
nicht gibt. Und dem angeblichen CO² freien Betrieb der Atommeiler.
Den Uranabbau, die Herstellung der Brennstäbe usw. berücksichtigt,
erzeugt auch jede Kilowattstunde Atomstrom bis zu 150 Gramm CO².
Billig? Würden alle Kosten des AKW-Betriebes, einen umfassenden
Versicherungsschutz und die Folgekosten eingerechnet, läge
eine Kilowattstunde Atomstrom bei 2,50 Euro.
Seit die EnBW
das Sagen in Neckarwestheim hat, die GKN-Manager nur noch hörige
Utz Claassen Gehilfen sind, gibt es nicht einmal mehr richtige Info-Broschüren.
So war die Zwischenlager-Broschüre früher 23 Seiten dick
um zu erklären, wie harmlos der atomare Abfall für mindestens
60 Jahre unterirdisch gebunkert werden kann. Jetzt gibt es nur noch
ein doppelseitiges Faltblatt. Auszug: "Was passiert im Zwischenlager
mit den Brennelementen? Eigentlich nichts, sie klingen ab."
So harmlos ist nach Ansicht der Betreiber der radioaktive Zerfall
ihrer Hinterlassenschaft. Alles nur ein Wärmeproblem, bei dem
nebenbei dann atomare Strahlung an die Umgebung abgegeben wird.
Aber es ist ja auch alles ganz einfach für die Betreiber der
Atomkraftwerke, sie produzieren seit Jahrzehnten den Atommüll,
sind jedoch nicht für dessen "Entsorgung" zuständig.
Dies ist bereits heute Sache der Steuerzahler und wird den zukünftigen
Generationen aufgebürdet. Für die Energiekonzerne sind
die abgeschriebenen AKW`s reine Gelddruckmaschinen.
Jeder weitere
Tag ist ein Tag zuviel. Keine Laufzeitverlängerungen, sofort
abschalten!
· Kein
weiterer Atommüll in Neckarwestheim und anderswo!
· Alle Atomkraftwerke sofort stilllegen!
· Umsteigen auf regenerative Energien!
|