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[Darmstädter
Echo, 14. März 01]
Castor-Gegner
besetzen Gleis
30 Demonstranten halten Eurocity im Hauptbahnhof auf
(net). Etwa
30 Personen haben sich gestern gegen 15.15 Uhr auf Gleis 10
des Darmstädter Hauptbahnhofes gesetzt und die Einfahrt
des Eurocity-Zuges Goethe nach Paris verhindert.
Mit dieser Aktion protestierte die Gruppe gegen die bevorstehende
Wiederaufnahme der Castor-Transporte von und nach Frankreich.
Nach etwa
20 Minuten hatten Polizisten und Beamte des Bundesgrenzschutzes
die Demonstranten von den Gleisen geholt, so dass der Zug gegen
halb vier mit etwa 20 Minuten Verspätung Richtung Frankreich
weiterfahren konnte.
Die Castor-Gegner
fordern die sofortige Abschaltung aller Atomanlagen und protestieren
gegen alle Atomtransporte, egal wohin, sagt Gunter
Kramp, einer der Demonstranten. Zu ihnen gehörte auch Bastian
Ripper von der Stadtverordnetenfraktion OS/3 .
In einer
Pressemitteilung bedankt sich die Fraktionsgeschäftsführerin
von OS/3, Susanne Schuckmann, bei den Demonstranten.
Sie seien bei Wind und Wetter trotz des hohen Polizeiaufkommens
für unsere Sicherheit aktiv.
Nachdem
Mitarbeiter der Polizei die Personalien einiger Castor-Gegner
aufgenommen hatten, zogen diese mit ihren Flugblättern
wieder friedlich ab.
[ Frankfurter
Rundschau, 14.03.01]
Castor-Gegner
Euro-City im Darmstädter Hauptbahnhof blockiert
DARMSTADT.
Rund 30 Demonstranten haben sich am Dienstagnachmittag im Hauptbahnhof
Darmstadt vor den Euro- City nach Paris gesetzt. Nach Angaben
des Bundesgrenzschutzamtes Frankfurt protestierten sie auf Plakaten
gegen Castor-Transporte. Beim Eintreffen der Polizei sei die
Gruppe auseinander gelaufen. Von drei Personen habe die Polizei
die Personalien feststellen können. Der Euro-City habe
mit zehn Minuten Verspätung weiterfahren können. Bei
zwei anderen Zügen kam es ebenfalls zu Verzögerungen.
lhe
Proteste
gegen geplante deutsche Atomtransporte
Kehl, 13.03.01

Kehl/Straßburg
(dpa) - Am Grenzübergang Kehl-Straßburg haben am
Dienstag Mitglieder von Greenpeace gegen die geplanten Atomtransporte
zwischen Deutschland und Frankreich protestiert. 20 Atomkraftgegner
aus
Deutschland und Frankreich errichteten auf dem Gehsteig entlang
der
Europabrücke eine Wand aus 150 gelben Fässern, die
das schwarze Atomzeichen
trugen. Der Verkehr wurde nicht behindert. Das Europaparlament
forderte
unterdessen in einer mit großer Mehrheit angenommenen
Resolution,
Atommülltransporte in Europa so weit wie möglich zu
verringern. Die
EU-Kommission solle entsprechende Vorschläge für die
Mitgliedstaaten
ausarbeiten.
Auf der
Rheinbrücke zwischen dem badischen Grenzort Kehl und Straßburg
verteilten die Greenpeace-Mitglieder Flugzettel aus Deutsch
und Französisch
an die Autofahrer und Passanten, um gegen die von der Bundesregierung
beschlossenen Castor-Transporte zu demonstrieren. Auf Transparenten
war zu
lesen: "Das deutsche Entsorgungskonzept: Atommüll
nach Frankreich" und
"Frankreich ist keine Atommüllkippe für Deutschland".
Nach der Aktion in
Kehl will die Umweltorganisation in Frankreich eine Tour entlang
der
möglichen Transportstrecke starten, um über die Gefahren
der Atomtransporte
zu informieren.
Greenpeace
setzte mit der Aktion die Proteste gegen die von der
Bundesregierung beschlossene Lieferung von 1 250 Tonnen Atommüll
nach
Frankreich fort. Diese Menge an abgebrannten Brennstäben
wollen deutsche
Atomkraftwerke innerhalb der nächsten fünf Jahre in
die französische
Wiederaufbereitungsanlage La Hague in der Normandie schicken.
Bundeskanzler
Gerhard Schröder und Frankreichs Präsident Jacques
Chirac hatten bei einem
Treffen im Elsass die Wiederaufnahme der Castortransporte vereinbart.
Nach Informationen
von Greenpeace sollen nach den Landtagswahlen in
Baden-Württemberg vom 25. März die ersten Eisenbahn-Waggons
mit Atommüll
aus La Hague ins Zwischenlager Gorleben rollen. Für die
Route kämen mehrere
Bahn-Grenzübergänge im Elsass und in Lothringen in
Frage. Der Rücktransport
ist Voraussetzung dafür, dass Deutschland neuen Atommüll
nach La Hague
schicken kann.
Laut Greenpeace-Sprecher
Schurig haben die deutschen Betreiber der
Atomkraftwerke allein für dieses Jahr Transportgenehmigungen
für 25
Atombehälter nach Frankreich. Sechs Castor-Behälter
sollen dafür nach
Deutschland zurückkommen. Der so genannte "Atomkonsens"
erlaube den
Energiekonzernen bis zum Jahr 2005 noch rund 500 Transporte
in die
Wiederaufbereitungsanlagen La Hague und Sellafield (Großbritannien).
Die EU-Abgeordneten
erwarten in ihrer Entschließung, dass vor allem die
EU-Beitrittsländer aus Mittel- und Osteuropa die internationalen
Mindeststandards für Atommülltransporte vollständig
übernehmen. Kommunal-
und Regionalbehörden sollten rechtzeitig und vollständig
über bevorstehende
Transporte informiert werden. Das Parlament verurteilte außerdem
mit
Nachdruck jeden gewalttätigen Protest gegen die Transporte.
Friedliche
Demonstrationen dagegen müssten jedoch möglich sein.
©dpa
Eurocitiy-Zug
von AtomkraftgegnerInnen im Hbf Saarbruecken blockiert
10. März

"STOP
CASTOR, Nein zur Wiederaufarbeitung, non au retraitement"
Am Samstag
den 10.3.2001 um 9:45 Uhr wurde der Eurocity nach Frankreich
im Saarbruecker Hauptbahnhof für ca. 10 Minuten von ca.
35 AtomkraftgegnerInnen blockiert. Genau diese Richtung werden
die Atommülltransporte nehmen, die nach dem Transport nach
Gorleben stattfinden.
Die Anti-Atom-Bewegung sieht daher in dem anstehenden Transport
den Tueroeffner für
weitere Transporte in die Wiederaufarbeitung (WAA). Diese umweltfeindliche
Anlage soll bis
zum Jahre 2005 weiterbeliefert werden, was zur Folge hat, dass
die Umgebung um La Hague und das Meer mit dem deutschen Muell
noch bis ca. 2020 weiter verseucht wird, so die Kritik
der BlockiererInnen.
Mit dieser Aktion sendeten die AktivistInnen ein Signal an den
Gruenen Parteitag in Stuttgart:
Der rot-gruene Atomkonsens ist kein Ausstieg aus der Nutzung
der Atomenergie, deshalb sind auch weiterhin CASTOR-Blockaden
notwendig.
Zum ersten mal werden franzoesische und deutsche AtomkraftgegnerInnen
gemeinsam die Atommuelltransporte blockieren, wie diese symbolische
Aktion zeigt.
Die zu gleichen Teilen deutschen und franzoesischen TeilnehmerInnen
der friedlichen Aktion machten auf die anstehenden Atommuelltransporte
aufmerksam. Diese Transporte rollen in der Regel über die
Grenzueber gaenge Saarbruecken/Forbach, Perl/Apach und Woerth/
Lauterbourg und damit durch dicht besiedeltes Gebiet wie z.B.
den Saarbruecker Hauptbahnhof. Die Aktivist Innen fordern einen
Ausstieg aus der Atomwirtschaft
und insbesondere den Stopp der Wiederaufarbeitung von Atommuell
in La Hague und anderswo. Die Passagiere des Eurocities wurden
durch zweisprachige Flugblaetter ueber
den Grund der Verzoegerung informiert und erhielten als kleine
Entschuldigung Kekse und Kuchen. Die Aktion wurde von den Passagieren
positiv aufgenommen.
Nach ca. 10 Minuten verliessen die AtomkraftgegnerInnen die
Gleise und liessen den Zug passieren. Die Polizei griff nicht
ein.
Aktionsgruppe
Atomausstieg
Groupe d´action franco-allemand pour la sortie du nucléaire
Atomkraftgegner
behindern Zugverkehr
24. Februar, Kehl
Symbolische
Blockade: Atomkraftgegner ließen schon mal einen Eurocity
warten, um gegen die für Ende März geplanten Atom-Müll-Transporte
zu
demonstrieren.
KEHL. Atomkraftgegner
haben am Samstag im Bahnhof von Kehl mit einer
Sitzblockade auf den Gleisen den Zugverkehr behindert. Etwa
25
Demonstranten setzten sich vor einen Eurocity, der um 12.00
Uhr auf der
Fahrt von Karlsruhe nach Paris in Kehl Station machte. Nach
20 Minuten
beendeten die Demonstranten ihre friedliche Aktion. Die Polizei
griff
nicht ein.
Die Teilnehmer
protestierten gegen den geplanten Transport von deutschem
Atommüll aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage
La Hague ins
niedersächsische Zwischenlager Gorleben. «Dieser
erste deutsch-
französische Rücktransport nach drei Jahren hätte
eine Türöffner-
Funktion», sagte der Sprecher der «Süddeutschen
Anti-Atom-Initiativen»,
Herbert Würth. Der Atommüll soll Ende März über
Kehl nach Deutschland
zurückgebracht werden.
BUND nun
doch gesprächsbereit
Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hat sich unterdessen
bereit
erklärt, mit Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne)
über die Atompolitik
zu sprechen. Der BUND und andere Umweltverbände und Anti-Atomgruppen
hatten eine Einladung Trittins zu einem Gespräch über
den bevorstehenden
ersten Castor-Transport nach Gorleben unter der rot-grünen
Regierung
boykottiert.
Der Bundesgeschäftsführer
des BUND, Gerhard Timm, sagte am Samstag,
Gespräche ausschließlich über Castor-Transporte
seien ausgeschlossen.
Denn der BUND halte Atommülltransporte für gefährlich.
Sie würden nur zu
einer Verlängerung des Betriebs von Atomkraftwerken führen.
«Wir wollen
einen Sofortausstieg», sagte Timm. Über gundsätzliche
Fragen der
Atompolitik sei man aber bereit mit Trittin zu sprechen.
Zur Rücknahme
verpflichtet
Friedliche Demonstrationen, «um diese Castor-Transporte
nach Möglichkeit
zu verhindern», hält Timm für legitim. Trittin
hingegen findet Proteste
gegen die Castor-Transporte falsch und verweist auf Deutschlands
Verpflichtung, seinen Atommüll zurückzunehmen.
Im Grundsatz
stünden der Minister und Umweltschützer auf der selben
Seite, so Timm. «Das heißt auch, dass wir ihn mit
Kritik durchaus
unterstützen können und wollen.» Einigkeit herrsche
in der Frage des
schnellen Ausstiegs aus der Atomkraft. «Aber was die konkrete
Umsetzung
dieses Ziels angeht - Castor-Transport und Atomkonsens - da
stehen wir
nicht auf derselben Seite», sagte Timm. (dpa)
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