Aktionsbündnis CASTOR-Widerstand Neckarwestheim 

CASTOR-Alarm südwest!

Castor-Alarm - "praktische" Blockade-Ankündigungen

Darmstadt, 13. März
Kehl, 13. März
Saarbrücken, 10. März
Kehl, 24. März

[Darmstädter Echo, 14. März 01]

Castor-Gegner besetzen Gleis
30 Demonstranten halten Eurocity im Hauptbahnhof auf

(net). Etwa 30 Personen haben sich gestern gegen 15.15 Uhr auf Gleis 10 des Darmstädter Hauptbahnhofes gesetzt und die Einfahrt des Eurocity-Zuges „Goethe“ nach Paris verhindert. Mit dieser Aktion protestierte die Gruppe gegen die bevorstehende Wiederaufnahme der Castor-Transporte von und nach Frankreich.

Nach etwa 20 Minuten hatten Polizisten und Beamte des Bundesgrenzschutzes die Demonstranten von den Gleisen geholt, so dass der Zug gegen halb vier mit etwa 20 Minuten Verspätung Richtung Frankreich weiterfahren konnte.

Die Castor-Gegner fordern die sofortige Abschaltung aller Atomanlagen und protestieren gegen „alle Atomtransporte, egal wohin“, sagt Gunter Kramp, einer der Demonstranten. Zu ihnen gehörte auch Bastian Ripper von der Stadtverordnetenfraktion OS/3 .

In einer Pressemitteilung bedankt sich die Fraktionsgeschäftsführerin von „OS/3“, Susanne Schuckmann, bei den Demonstranten. Sie seien „bei Wind und Wetter trotz des hohen Polizeiaufkommens für unsere Sicherheit aktiv“.

Nachdem Mitarbeiter der Polizei die Personalien einiger Castor-Gegner aufgenommen hatten, zogen diese mit ihren Flugblättern wieder friedlich ab.

[ Frankfurter Rundschau, 14.03.01]
Castor-Gegner
Euro-City im Darmstädter Hauptbahnhof blockiert

DARMSTADT. Rund 30 Demonstranten haben sich am Dienstagnachmittag im Hauptbahnhof Darmstadt vor den Euro- City nach Paris gesetzt. Nach Angaben des Bundesgrenzschutzamtes Frankfurt protestierten sie auf Plakaten gegen Castor-Transporte. Beim Eintreffen der Polizei sei die Gruppe auseinander gelaufen. Von drei Personen habe die Polizei die Personalien feststellen können. Der Euro-City habe mit zehn Minuten Verspätung weiterfahren können. Bei zwei anderen Zügen kam es ebenfalls zu Verzögerungen. lhe


Proteste gegen geplante deutsche Atomtransporte
Kehl, 13.03.01

 

Kehl/Straßburg (dpa) - Am Grenzübergang Kehl-Straßburg haben am
Dienstag Mitglieder von Greenpeace gegen die geplanten Atomtransporte
zwischen Deutschland und Frankreich protestiert. 20 Atomkraftgegner aus
Deutschland und Frankreich errichteten auf dem Gehsteig entlang der
Europabrücke eine Wand aus 150 gelben Fässern, die das schwarze Atomzeichen
trugen. Der Verkehr wurde nicht behindert. Das Europaparlament forderte
unterdessen in einer mit großer Mehrheit angenommenen Resolution,
Atommülltransporte in Europa so weit wie möglich zu verringern. Die
EU-Kommission solle entsprechende Vorschläge für die Mitgliedstaaten
ausarbeiten.

Auf der Rheinbrücke zwischen dem badischen Grenzort Kehl und Straßburg
verteilten die Greenpeace-Mitglieder Flugzettel aus Deutsch und Französisch
an die Autofahrer und Passanten, um gegen die von der Bundesregierung
beschlossenen Castor-Transporte zu demonstrieren. Auf Transparenten war zu
lesen: "Das deutsche Entsorgungskonzept: Atommüll nach Frankreich" und
"Frankreich ist keine Atommüllkippe für Deutschland". Nach der Aktion in
Kehl will die Umweltorganisation in Frankreich eine Tour entlang der
möglichen Transportstrecke starten, um über die Gefahren der Atomtransporte
zu informieren.

Greenpeace setzte mit der Aktion die Proteste gegen die von der
Bundesregierung beschlossene Lieferung von 1 250 Tonnen Atommüll nach
Frankreich fort. Diese Menge an abgebrannten Brennstäben wollen deutsche
Atomkraftwerke innerhalb der nächsten fünf Jahre in die französische
Wiederaufbereitungsanlage La Hague in der Normandie schicken. Bundeskanzler
Gerhard Schröder und Frankreichs Präsident Jacques Chirac hatten bei einem
Treffen im Elsass die Wiederaufnahme der Castortransporte vereinbart.

Nach Informationen von Greenpeace sollen nach den Landtagswahlen in
Baden-Württemberg vom 25. März die ersten Eisenbahn-Waggons mit Atommüll
aus La Hague ins Zwischenlager Gorleben rollen. Für die Route kämen mehrere
Bahn-Grenzübergänge im Elsass und in Lothringen in Frage. Der Rücktransport
ist Voraussetzung dafür, dass Deutschland neuen Atommüll nach La Hague
schicken kann.

Laut Greenpeace-Sprecher Schurig haben die deutschen Betreiber der
Atomkraftwerke allein für dieses Jahr Transportgenehmigungen für 25
Atombehälter nach Frankreich. Sechs Castor-Behälter sollen dafür nach
Deutschland zurückkommen. Der so genannte "Atomkonsens" erlaube den
Energiekonzernen bis zum Jahr 2005 noch rund 500 Transporte in die
Wiederaufbereitungsanlagen La Hague und Sellafield (Großbritannien).

Die EU-Abgeordneten erwarten in ihrer Entschließung, dass vor allem die
EU-Beitrittsländer aus Mittel- und Osteuropa die internationalen
Mindeststandards für Atommülltransporte vollständig übernehmen. Kommunal-
und Regionalbehörden sollten rechtzeitig und vollständig über bevorstehende
Transporte informiert werden. Das Parlament verurteilte außerdem mit
Nachdruck jeden gewalttätigen Protest gegen die Transporte. Friedliche
Demonstrationen dagegen müssten jedoch möglich sein.

©dpa


Eurocitiy-Zug von AtomkraftgegnerInnen im Hbf Saarbruecken blockiert
10. März

"STOP CASTOR, Nein zur Wiederaufarbeitung, non au retraitement"

Am Samstag den 10.3.2001 um 9:45 Uhr wurde der Eurocity nach Frankreich im Saarbruecker Hauptbahnhof für ca. 10 Minuten von ca. 35 AtomkraftgegnerInnen blockiert. Genau diese Richtung werden die Atommülltransporte nehmen, die nach dem Transport nach Gorleben stattfinden.
Die Anti-Atom-Bewegung sieht daher in dem anstehenden Transport den Tueroeffner für
weitere Transporte in die Wiederaufarbeitung (WAA). Diese umweltfeindliche Anlage soll bis
zum Jahre 2005 weiterbeliefert werden, was zur Folge hat, dass die Umgebung um La Hague und das Meer mit dem deutschen Muell noch bis ca. 2020 weiter verseucht wird, so die Kritik
der BlockiererInnen.
Mit dieser Aktion sendeten die AktivistInnen ein Signal an den Gruenen Parteitag in Stuttgart:
Der rot-gruene Atomkonsens ist kein Ausstieg aus der Nutzung der Atomenergie, deshalb sind auch weiterhin CASTOR-Blockaden notwendig.
Zum ersten mal werden franzoesische und deutsche AtomkraftgegnerInnen gemeinsam die Atommuelltransporte blockieren, wie diese symbolische Aktion zeigt.
Die zu gleichen Teilen deutschen und franzoesischen TeilnehmerInnen der friedlichen Aktion machten auf die anstehenden Atommuelltransporte aufmerksam. Diese Transporte rollen in der Regel über die Grenzueber gaenge Saarbruecken/Forbach, Perl/Apach und Woerth/
Lauterbourg und damit durch dicht besiedeltes Gebiet wie z.B. den Saarbruecker Hauptbahnhof. Die Aktivist Innen fordern einen Ausstieg aus der Atomwirtschaft
und insbesondere den Stopp der Wiederaufarbeitung von Atommuell in La Hague und anderswo. Die Passagiere des Eurocities wurden durch zweisprachige Flugblaetter ueber
den Grund der Verzoegerung informiert und erhielten als kleine Entschuldigung Kekse und Kuchen. Die Aktion wurde von den Passagieren positiv aufgenommen.
Nach ca. 10 Minuten verliessen die AtomkraftgegnerInnen die Gleise und liessen den Zug passieren. Die Polizei griff nicht ein.

Aktionsgruppe Atomausstieg
Groupe d´action franco-allemand pour la sortie du nucléaire


Atomkraftgegner behindern Zugverkehr
24. Februar, Kehl

Symbolische Blockade: Atomkraftgegner ließen schon mal einen Eurocity
warten, um gegen die für Ende März geplanten Atom-Müll-Transporte zu
demonstrieren.

KEHL. Atomkraftgegner haben am Samstag im Bahnhof von Kehl mit einer
Sitzblockade auf den Gleisen den Zugverkehr behindert. Etwa 25
Demonstranten setzten sich vor einen Eurocity, der um 12.00 Uhr auf der
Fahrt von Karlsruhe nach Paris in Kehl Station machte. Nach 20 Minuten
beendeten die Demonstranten ihre friedliche Aktion. Die Polizei griff
nicht ein.

Die Teilnehmer protestierten gegen den geplanten Transport von deutschem
Atommüll aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague ins
niedersächsische Zwischenlager Gorleben. «Dieser erste deutsch-
französische Rücktransport nach drei Jahren hätte eine Türöffner-
Funktion», sagte der Sprecher der «Süddeutschen Anti-Atom-Initiativen»,
Herbert Würth. Der Atommüll soll Ende März über Kehl nach Deutschland
zurückgebracht werden.

BUND nun doch gesprächsbereit
Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hat sich unterdessen bereit
erklärt, mit Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) über die Atompolitik
zu sprechen. Der BUND und andere Umweltverbände und Anti-Atomgruppen
hatten eine Einladung Trittins zu einem Gespräch über den bevorstehenden
ersten Castor-Transport nach Gorleben unter der rot-grünen Regierung
boykottiert.

Der Bundesgeschäftsführer des BUND, Gerhard Timm, sagte am Samstag,
Gespräche ausschließlich über Castor-Transporte seien ausgeschlossen.
Denn der BUND halte Atommülltransporte für gefährlich. Sie würden nur zu
einer Verlängerung des Betriebs von Atomkraftwerken führen. «Wir wollen
einen Sofortausstieg», sagte Timm. Über gundsätzliche Fragen der
Atompolitik sei man aber bereit mit Trittin zu sprechen.

Zur Rücknahme verpflichtet
Friedliche Demonstrationen, «um diese Castor-Transporte nach Möglichkeit
zu verhindern», hält Timm für legitim. Trittin hingegen findet Proteste
gegen die Castor-Transporte falsch und verweist auf Deutschlands
Verpflichtung, seinen Atommüll zurückzunehmen.

Im Grundsatz stünden der Minister und Umweltschützer auf der selben
Seite, so Timm. «Das heißt auch, dass wir ihn mit Kritik durchaus
unterstützen können und wollen.» Einigkeit herrsche in der Frage des
schnellen Ausstiegs aus der Atomkraft. «Aber was die konkrete Umsetzung
dieses Ziels angeht - Castor-Transport und Atomkonsens - da stehen wir
nicht auf derselben Seite», sagte Timm. (dpa)

 


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