CASTOR-ALARM
November 2001
WIDERSTAND VON ANFANG AN! - VON LA HAGUE BIS GORLEBEN!
CASTOR-ALARM November 2001
Aufruf
der südwestdeutschen anti-akw-Initiativen / stand 16.10.01
Schon
zum 2. Mal in diesem Jahr soll ein CASTOR-Transport mit hochradioaktivem
Müll aus der Wiederaufarbeitung von La Hague (Frankreich)
ins Wendland nach Gorleben rollen. In der ersten Novemberhälfte,
voraussichtlich am Montag dem 12. 11. (Stand 19.10.) sollen
wieder 6 CASTOR-Behälter mit Glaskokillen aus dem Wiederaufarbeitungsprozeß
quer durch Frankreich und die BRD gekarrt werden. Wieder werden
zehntausende Polizisten und Bundesgrenzschützer entlang
der Transportstrecke stehen, um den CASTOR-Zug zu sichern. Politiker
werden wieder fadenscheinige Argumente bemühen, um diesen
Transport zu rechtfertigen. Es wird wieder Demonstrationsverbote
geben. Das Wendland wird wieder besetzte Zone sein, Ausnahmezustand
wird wieder herrschen. Aber:
WIR
LASSEN UNS NICHT BEFRIEDEN !
Der
Rücktransport im März war für den franz. Premierminister
Jospin der Testfall - doch jetzt muß die deutsche Regierung
beweisen, daß sie mit einer dauerhaften Zuverlässigkeit
die Rücknahme des atomaren Restmülls garantieren kann.
Dieser Transport soll die Voraussetzung dafür schaffen,
daß die französische Regierung in Zukunft der fortgesetzten
Annahme von Atommüll aus deutschen AKW zustimmt.
Im
Frühjahr wurde im Vorfeld des Transports nach Gorleben
von AKW-Betreibern und besonders der rotgrünen Bundesregierung
viel von "nationaler Verantwortung" geschwafelt, die
"uns" verpflichtet, unseren" Atommüll zurückzunehmen.
AtomkraftgegnerInnen aus Frankreich haben diese Argumentation
mit der Keule der nationalen Verantwortung schon im Frühjahr
als "Schwindelgeschäft" und "Türöffnertransport"
entlarvt, denn hinterher lagere mehr Atommüll in Frankreich,
als vor dem Transport! Diese Voraussage ist leider eingetroffen.
Kaum waren die Glaskokillen im Gorlebener Atomlager angekommen,
startete Anfang April ein 3-er-Transport aus den AKW Philippsburg,
Biblis und Grafenrheinfeld. Weitere Atomtransporte folgten.
Der Atommülltourismus geht weiter und versorgt die Plutoniumschleuder
in La Hague (und in England) auf's Neue mit radioaktiv strahlendem
Material.
ABER: Nach dem Motto "Niemals aufgeben!" konnte die
bundesweite Anti-AKW-Bewegung verhindern, daß der von
Regierung und AKW-Betreibern angestrebte Normalzustand (d.h.
wöchentliche Transporte in Güterzügen) wieder
eingetreten ist. KEIN Transport verlief störungsfrei,
jedes Mal gab es Aktionen und erfolgreiche (internationale)
Blockaden - auch wenn die Presse anderes berichtete. Obwohl
jeder Brennelement-Transport vom AKW bis zur WAA von einem nie
dagewesenen Aufgebot von Polizisten, Bundesgrenzschützern
und CRS begleitet wurde, gelang es AtomkraftgegnerInnen in Deutschland
und in Frankreich immer wieder die Transporte zu stoppen. Dieser
Aufwand ist natürlich nicht jede Woche leistbar, also wurden
Sammeltransporte durchgeführt, die Transporte um Wochen
verschoben oder die Route kurzfristig geändert. Doch es
half nichts: Ursprünglich sollten 91 Behälter gefüllt
mit abgebrannten Brennelementen nach La Hague bzw. Sellafield
fahren, geschafft haben sie nur ein Drittel!
DIESER
ATOMMÜLLTOURISMUS VON DEUTSCHLAND NACH FRANKREICH UND ZURÜCK
MUß JETZT ENDGÜLTIG BEENDET WERDEN, WEIL DIE VERSCHIEBUNG
VON ATOMMÜLL KEINE LÖSUNG FÜR DEN STÄNDIG
WACHSENDEN ATOMMÜLLBERG IST!
CASTOR
stoppen - egal von wo nach wo!
Der
Betrieb von Atomanlagen ist völlig unverantwortlich. Und
das nicht erst seit dem 11. September 2001! Immer schon bestand
die Gefahr RADIOAKTIVER Katastrophen. Die aktuelle Diskussion
um bisher bewußt unter der Decke gehaltene Gefahren ist
typisch für den Umgang mit der Atomkraft. Politik und Atomindustrie
diskutieren nur die Gefahren, die sich nicht vertuschen lassen,
statt die einzig verantwortliche Konsequenz zu ziehen: die sofortige
Stillegung!
*
Trotzdem wird Rot-Grün noch in diesem Jahr eine Änderung
des Atomgesetzes durchsetzen, die die Ergebnisse des sogenannten
Atomkonsens fixiert. So werden z.B. die Sicherheitsstandards
auf heutigem Niveau eingefroren und sollen nicht an neue Erkenntnisse
über Gefahren angepaßt werden.
*
Trotzdem sollen mit Hilfe der rot-grünen Bundesregierung
Atomkraftwerke noch weitere 20 - 30 Jahre am Netz bleiben und
tagtäglich Atommüll produzieren.
Widerstand
gegen CASTOR-Transporte heißt Widerstand gegen Atomanlagen!
Unabdingbar
für den Weiterbetrieb der Atomkraftwerke sind die Atommülltransporte,
sie sind die atomare Müllabfuhr ohne die die AKW an ihrem
eigenen Dreck ersticken würden. Also sind Atommüllfuhren
in die Wiederaufarbeitung ebenso wie CASTOR-Transporte nach
Gorleben Teil des
Atomprogramms. Es ist der Müll einer durch vielfältige
Geschäftskontakte verzahnten weltweiten Atomindustrie,
die ihre tödlichen Geschäfte dort abwickelt, wo sie
gerade auf den geringsten Widerstand stößt und wo
es für sie am lukrativsten ist. Ob sich der radioaktive
Müll dann in Deutschland, Frankreich oder sonstwo türmt,
ist für sie völlig gleichgültig, solange die
Bilanzen stimmen.
DIESER
ATOMMÜLL IST NICHT "UNSER" Atommüll - auch
wenn Bundesumweltminister Jürgen Trittin erneut (wie schon
im Vorfeld des letzten Gorleben-Transports) die Floskel von
der "nationalen
Verantwortung" bemühen sollte, um dem Widerstand gegen
diesen Transport die politische Legitimation zu nehmen. Wir
alle haben die Atomtechnologie nicht gewollt und nicht geschaffen.
Verantwortung gegenüber allen Menschen - besonders gegenüber
der französischen Bevölkerung, die in der Umgebung
von La Hague lebt - bedeutet: keinen deutschen Atommüll
mehr dorthin zu schicken, sondern der Plutoniumfabrik den Hahn
abzudrehen. Der ein wichtiger Schritt in diese Richtung ist
die Verhinderung des CASTOR-Transports nach Gorleben.
DER
ATOMMÜLLTOURISMUS KANN ENDGÜLTIG BEENDET WERDEN, WENN
DIESER
CASTOR-TRANSPORT AUF DEN MASSIVEN WIDERSTAND STÖßT,
DER IHM GEBÜHRT!
DEN
CASTOR STOPPEN - SCHON VOR DEM WENDLAND !
Zeigen
wir den Politikern und der Atomwirtschaft die Zähne!
Darum: Widerstand von Anfang an! Von La Hague bis Gorleben!
Kommt nach Wörth/Lauterbourgh
Die
Strecke von La Hague bis Gorleben ist über 1000 Km lang
- das gibt Raum für phantasievolle Aktionen! Wir rechnen
damit, daß der Grenzübertritt wieder in Lauterbourg
(bei Wörth/Karlsruhe) stattfindet.
Hier wurde der CASTOR im Frühjahr zum 1. Mal erfolgreich
gestoppt. Wir werden wieder zeigen: es gibt kein ruhiges Hinterland!
Widerstand gegen den CASTOR gibt's nicht nur im Wendland! Die
Proteste der bundesweiten Anti-AKW-Bewegung beginnen an der
französisch-deutschen Grenze. Und das nicht etwa, weil
wir den atomaren Dreck nicht haben wollen, sondern weil wir
an der Grenze den internationalen Widerstand gegen die Atommülltransporte
von den französischen AtomkraftgegnerInnen übernehmen.
SORGEN
WIR DAFÜR, DASS DIE DEUTSCHEN TUGENDEN ZUVERLÄSSIGKEIT
UND
PÜNKTLICHKEIT ERSETZT WERDEN DURCH PHANTASIE UND WIDERSTAND
! (Die Bahn ist ja auch sonst nicht pünktlich...)
Die
Widerstandstage im Süden werden am Samstag, dem 10. November
2001 vor dem Transport in Karlsruhe mit einer Demo zum Atomstrom-
und Müll-Produzenten EnBW beginnen. Anschließend
werden wir uns in die Nähe der Transportstrecke zwischen
Lauterbourg und Wörth begeben. Wir rechnen damit, daß
der CASTOR-Zug Montags, am 12. November die Grenze erreicht.
Sollte
es uns nicht gelingen, den CASTOR an der Weiterfahrt zu hindern,
rufen wir Alle dazu auf nach Gorleben zu fahren. Es ist kein
Problem den CASTOR-Zug auf seiner Fahrt zu überholen und
sich so im Wendland weitere Male querzustellen!
Keine
CASTOR-Transporte! Wir stellen uns quer!
Die Südwestdeutschen anti-akw-Initiativen