Aktionsbündnis CASTOR-Widerstand Neckarwestheim 

Konsens ist Nonsens
      
    Konsens ist Nonsens
    Nun haben wir ihn endlich, den Atomkonsens. Lange wurde darüber diskutiert, viel spekuliert. Das Ergebnis ist, so kann man wohl getrost sagen, noch um einiges schlimmer, als erwartet.

    Sicherheit bleibt auf der Strecke

    "Die Bundesregierung wird keine Initiative ergreifen, um diesen Sicherheitsstandard (in AKWs) und die diesem zugrunde liegende Sicherheitsphilosophie zu ändern."
    Diese Passage ist an sich schon ein Skandal.
    Auch wenn grüne Politiker gerne das Gegenteil behaupten, die Aussage dieser Passage im Konsens ist schon sehr eindeutig. Die Bundesregierung wird keine Maßnahmen unternehmen, um die Sicherheit in den Atomanlagen zu erhöhen. Das Ziel, durch sicherheitsorientierten Vollzug eine schnellere Stilllegung zu erreichen, wird dauerhaft aufgegeben.
    Auch wird es, sollte es neue Erkenntnisse über Gefahren geben, kaum Möglichkeiten geben, diese in die Sicherheitsstandards einfließen zu lassen. Die AKW-Betreiber werden sich immer auf diese Stillhalteverpflichtung der Bundesregierung berufen.

    Atomenergie wird weiterhin subventioniert

    "Die Bundesregierung wird keine Initiative ergreifen, mit der die Nutzung der Kernenergie durch einseitige Maßnahmen diskriminiert wird. Dies gilt auch für das Steuerrecht."
    Der größte Schwachpunkt ist sicherlich diese Erklärung, die in der Realität bedeutet, daß Atomenergie weiterhin subventioniert wird.
    Die Besteuerung von Uran, die noch auf dem grünen Parteitag im März beschlossen wurde, wird es nicht geben. Damit wird Uran vor anderen Energieträgern, wie z. B. Gas, weiterhin bevorzugt.
    Weiterhin wird es auch keine Veränderungen bei den steuerfreien Rücklagen geben. Die AKW-Betreiber dürfen nach dem geltenden Atomgesetz steuerfreie Rücklagen bilden, die später einmal für die Kosten des Rückbaus der Reaktoren verwendet werden sollen. Geschätzt handelt es sich um circa 70 Milliarden Mark. Die AKW-Betreiber investieren mit diesen Rückstellungen in vielen anderen Bereichen, etwa in der Telekommunikationsbranche oder der Rüstungsindustrie. Ohne dieses Steuergeschenk würde sich vermutlich der Betrieb vieler Reaktoren nicht mehr lohnen.
    Die Deckungsvorsorge der AKWs für den Fall eines Unfalls wird von 500 Millionen auf 5 Milliarden Mark erhöht. Was gerne als großer Erfolg verkauft wird, ist bei näherer Betrachtung ein Witz: Auch mit 5 Milliarden Mark lassen sich die Schäden eines Atomunfalls nicht versichern. Würde die Bundesregierung eine volle Versicherungspflicht für AKWs einführen, wie dies beispielsweise für jeden Autobesitzer gilt, könnten die Reaktoren nicht weiter betrieben werden, da keine Versicherung das Risiko eines atomaren Unfalls versichern würde.

    Demokratieverständnis der Bundesregierung

    "Um die Umsetzung der gemeinsamen Vereinbarungen zu begleiten, wird eine hochrangige Arbeitsgruppe berufen, die sich aus drei Vertretern der beteiligten Unternehmen und drei Vertretern der Bundesregierung zusammensetzt."
    Die Bundesregierung hat in der Konsensvereinbarung nahezu jede Forderung der AKW-Betreiber übernommen. Der Konsens sollte in jedem Fall zustande kommen, eine Dissenslösung über Gesetzesänderungen wurde nie ernsthaft in Erwägung gezogen.
    Die Bundesregierung läßt sich, wie obrige Passage zeigt, auch bei der Umsetzung des Konsensnonsens von den AKW-Betreibern kontrollieren. Wir dürfen gespannt sein, was uns da noch alles erwartet.

    Strahlenmüll für alle

    Heimlich, still und leise hat die Bundesregierung das Atomgesetz geändert, um den Atomfirmen zu ermöglichen, einen Teil ihres Atommülls in der Umwelt zu "entsorgen". Am 25. Februar - einem Freitagnachmittag - beschloß der Bundestag in Anwesenheit von ca 40 Abgeordneten nach einer halbstündigen Debatte, dass Stoffe mit geringfügiger Radioaktivität aus der atomrechtlichen Überwachung zu entlassen seien. 
    Nach der Neuregelung werden aus der Nutzung der Atomkraft stammende niedrigstrahlende radioaktive Reststoffe von der atomrechtlichen Überwachung befreit. Statt diesen Atommüll bis zur Errichtung eines Endlagers zwischenlagern zu müssen, kann ihn die Atomindustrie nun kostengünstig verschwinden lassen. Zum einen kann sie ihn wiederverwerten, wie z. B. radioaktiven Bauschutt bei der Verwendung im Straßen- und Wegebau oder radioaktiven Schrott durch Einschmelzen zu Rohmaterial. Zum anderen kann sie ihre niedrigstrahlenden Abfallstoffe über Deponien und Verbrennungs- und Zementöfen "beseitigen".
    Trittin, der im Sommer 99 erklärt hat, das Entsorgungskonzept sei gescheitert, hat dies nicht genutzt, um Atomkraftwerke stillzulegen. Stattdessen hat er dafür gesorgt, dass das Atomgesetz zugunsten der Atomindustrie geändert wurde.

    Über 35 Jahre strahlender Müll

    Die Behauptung, die Laufzeit der AKWs sei auf 32 Jahre begrenzt, ist falsch. Durch komplizierte Berechnungstricks kommt man auf Laufzeiten, die mindestens 35 Jahre betragen.
    Als Berechnungsgrundlage noch zulässiger Strommengen gelten die fünf ertragsreichsten Jahre, die ein Kraftwerk jeweils in den Jahren 1990-1999 aufzuweisen hatte. Die Anrechnung einer virtuellen Laufzeit des durch Gerichtsbeschluß abgeschalteten AKWs Mühlheim-Kärlich von 11 Jahren, sichert den vier AKWs von RWE weitere Laufzeiten.
    Weiterhin gibt es einen Zuschlag von 5,5%, welcher durch Effizienzsteigerungen in den AKWs begründet wird.
    Die Strommenge, die noch Produziert werden darf (2,6 Terawattstunden), entspricht in etwa dem, was bisher produziert wurde (2,5 Terawattstunden). Dies bedeutet auch eine Verdopplung des nicht entsorgbaren Atommülls.

    Widerstand - jetzt erst recht

    Der Atomkonsens ist kein Grund, sich zurückzulehnen und nichts mehr zu tun. Unser Engagement ist gefragt. Nur durch unseren Widerstand kann die Atomdebatte erneut aufflammen. Die Führungskräfte der Grünen haben sich aus dem Anti-Atom-Widerstand endgültig verabschiedet. Jetzt gilt es, alle atomkritischen Kräfte, auch an der grünen Basis, zu mobilisieren.

    Weitere ausführliche Betrachtungen des Atomkonsens:
    http://www.basisgruen.de/gruene/bund/energie/atom/konsens
     


aufkleber

zurück zu
aktuell

termine

presseerklärungen

lokalpresse

infos zum
aktionsbündnis

rückblick

links

download
 

Mail an Aktionsbündnis
mail

Startseite