Aktionsbündnis CASTOR-Widerstand Neckarwestheim 

Der Castor wird zum Zwischenlager!
     
    [Der folgende text stammt aus unserem anti-atom-info nr. 23. Dort layoutet zum download.]

    Der Castor wird zum Zwischenlager!
    Auf dem Gelände des GKN gibt es seit neuestem einen “Parkplatz” für 6 mit Atommüll beladene Castor-Behälter. Was dieser Castor-Parkplatz mit dem geplanten unterirdischen Zwischenlager gemeinsam hat, erfahren Sie in diesem Text!
    Und - was man dagegen tun kann ...

    Transportbereitstellung
    Seit kurzem gibt es im Atomkraftwerk Neckarwestheim ein Transportbereit-stellungslager (TBL) für sechs Castoren vom Typ V/19. Jeder Castor dieses Typs faßt 19 verstrahlte Brennelemente. Das Transportbereitstellungslager ist eine betonierte Fläche innerhalb des AKW-Geländes. Dorthin werden die Atommüll-Behälter gestellt, sobald sie mit abgebrannten Brennelementen beladen worden sind. Wie der Name schon sagt, warten sie dort dann auf ihren Abtransport.
     
    Kleine Exkursion in die Technik:

    Bei jeder Revision werden abgebrannte Brennelemente ausgetauscht und durch neue ersetzt. Die abgebrannten Brennelemente, welche hochradlioaktlv verstrahlt sind, kommen zum Abklingen der Strahlung in das Abklingbecken. Jeder Kraftwerksblock hat ein eigenes internes Abklingbecken innerhalb des Atomreakors. Nach ca. fünf Jahren ist die radioaktive Strahlung und damit die Temperatur einigermaßen gesunken, so daß die Brennelemente umgelagert werden können, z.B. in die Transportbehälter.

    Fragt sich nur, wie lange die Castoren dort stehen bleiben?
    Wann die beladenen Castoren abtransportiert werden, ist ungewiß. Die vom Wirtschaftsministerium im letzten Sommer erteilte Genehmigung für die Errichtung des Transportbereitstellungslager enthält keine Auflagen, die die Bereitstellung zeitlich beschränken. Im Klartext heißt das:
    Vielleicht stehen die Behälter dort sechs Monate, oder aber auch fünf Jahre. Daran ändert auch die im Januar vom Bundesamt für Strahlenschutz  erteilte Transportgenehmigung nach Ahaus nichts. Denn mit dieser Genehmigung dürfen die Castoren erst einmal beladen werden, unabhängig vom Zeitpunkt des Abtransportes.
    Aber schon bald ist das Transportbereitstellungslager zu klein: bei den nächsten Revisionen in Block 1 und 2 müssen für den reibungslosen Weiterbetrieb ca. 100 Brennelemente ausgetauscht werden. Das Transportbereitstellungslager bietet jedoch nur Platz für höchstens 114 Brennelemente, verpackt in 6 Behälter vom Typ Castor V/19. Also hat die GKN-Geschäftsführung beim BfS eine Genehmigung für die Erweiterung des Transportbereitstellungslagers auf 24 Castoren, macht insgesamt 456 Brennelemente, beantragt. Diese Brennelemente werden, zusätzlich zu den ca. 1.000 in den Abklingbecken, auf dem Kraftwerksgelände lagern.

    Der direkte Einstieg in die dauerhafte „Zwischenlagerung“!
    Warum aber braucht das GKN extra Lagerplätze für bis zu 456 Brennelemente? Geht man im Kraftwerk etwa nicht davon aus, daß die beladenen Atommüll-Behälter in absehbarer Zeit weggebracht werden? Will man diese dort stapeln? Es ist offensichtlich: GKN will auf Nummer sicher gehen und am Kraftwerksstandort genügend Lagerkapäzitäten für die abgebrannten Brennelemente haben. So wollen die AKW-Betreiber der drohenden Abschaltung wegen Lagerengpässen entgehen.
    Rechnet man die beantragten 24 Plätze des Transportbereitstellungslagers auf die jährlich auszutauschenden Brenn-elemente um, so kommt man auf eine Nutzungsdauer des Abstellplatzes von 4½ Jahren. Ziemlich genau der Zeitraum, den die AKW-Betreiber nach ihren Berechnungen überbrücken müssen, bis das geplante Zwischenlager in Betrieb gehen kann!
    Ergo ist die Transportbereitstellung der direkte Einstieg in die dauerhafte „Zwischenlagerung“! Und die einzige Transportstrecke, die die Castoren je zurücklegen werden, ist der Weg vom Transportbereit-stellungslager in das neu gebaute standorteigene unterirdische Zwischenlager.

    Das Atommüll-Problem ist weltweit ungelöst
    Man kann es drehen und wenden wie man will: solange das Atomkraftwerk Strom produziert, entsteht hochradioaktiver Atommüll in Form von verstrahlten Brennelementen, die zunächst direkt am AKW-Standort gelagert werden. Erst wenn das AKW stillgelegt ist, wächst zumindest der Atommüllberg nicht weiter an.
    Da die AKW-Betreiber aber um jeden Preis weiterhin Atomstrom produzieren wollen, versuchen sie den ständig wachsenden Atommüllberg auf Castoren zu verteilen. Seit Dezember 1998 stehen drei leere Castoren im GKN, mit der Beladung wurde Ende Februar begonnen. Weitere drei fabrikneue Castoren werden demnächst im AKW angeliefert!

    Sind die CASTOREN also erst mal da, beginnt das Dilemma!
    Was liegt also näher, als die Anlieferung der leeren Behälter durch Aktionen zu erschweren. Wir rufen alle dazu auf, mit uns zusammen zu demonstrieren und Widerstand zu leisten, wenn die leeren Castoren ins GKN gebracht werden sollen. Besonders die Bevölkerung der umliegenden Atomdörfer ist eingeladen, ihren Protest gegen das klammheimlich entstehende „Zwischen-Zwischenlager“ zu zeigen.
    Das Aktionsbündnis rechnet in den nächsten Tagen bzw. Wochen mit der Anlieferung der Leerbehälter. Wir werden Euch/Sie Informieren, sobald wir wissen, wann es soweit ist. 

    Tragt Euch in unsere Alarmkette ein! 
    Seid bereit und kommt zahlreich, wenn die leeren Castoren angeliefert werden!
    Alle Castor-Transporte verhindern - Stillegung erzwingen!
    Kein Zwischenlager — nirgendwo!

    Aktionsbündnis CASTOR-Widerstand Neckarwestheim
    c/o DemoZ, Wilhelmstr. 45/1, 71638 Ludwigsburg
    Bürozeiten: mittwochs, ab 20.00 Uhr
    Bank: DemoZ, VoBa LB (BLZ 604 901 50), Kto. 244 740 011 , „Anti-AKW“
    http://www.i-st.net/~buendnis/  
    anti-akw.neckarwestheim@s.netic.de
    Info-Tel & AB: 07141 / 90 33 63
    Fax (neu!): 07141 / 92 39 91


     

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