KA-News: Scharfe Kritik an Castoren - Auftaktdemonstration in Karlsruhe
KA-News, 31.10.05
> Scharfe Kritik an Castoren
> Auftaktdemonstration in Karlsruhe
Das Motto der Demonstranten lautet: "Aussteigen aus der Atomkraft,
umsteigen auf erneuerbare Energie" (Foto: pr)
Karlsruhe - Demonstrationen gegen die Atomenergie und Castor-Transporte
sind nichts Neues mehr. Darum dürfte es auch keinen mehr überraschen, das
am Samstagnachmittag eine Auftaktdemonstration vom Karlsruher Marktplatz
zum Hauptbahnhof stattfand. Ausgestattet mit mehreren, nachempfundenen
Castor-Behältern und Atommüllfässern nahmen 300 Atomkraft-Gegner teil und
protestierten gegen Atomenergie und für erneuerbare Energie. "Die
Stimmung heute ist super. Wir hoffen, dass es in den nächsten Wochen so
weiter geht", meinte ein Demonstrant.
In ihren Redebeiträgen forderten Vertreter der Anti-Atom-Bewegung aus
Südwestdeutschland den sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie. "Mit
jedem weiteren Tag, in dem die Atomkraftwerke in Betrieb sind, vergrößert
sich das schwere Erbe der Atomenergie - der radioaktive Müll", so Harry
Block, Lokalpolitiker aus dem Raum Karlsruhe. "Es ist unverantwortlich,
angesichts der großen Gefahren der Atomenergie eine Verlängerung der
Laufzeiten der Atomkraftwerke zu fordern." Axel Mayer kritisiert die
Vergabe des Friedensnobelpreises an die Internationale Atomenergieagentur
(IAEO): "Da wird der atomare Bock zum Friedensgärtner gemacht." Ferner
wies er auf die Gefahren des am Rheinfall bei Benken in der Schweiz
geplanten Atommüllendlagers für alle Rheinanlieger hin.
Scharfe Kritik an den geplanten Castor-Transport nach Gorleben
Harte Worte fand Holger Hildebrand als Vertreter der südwestdeutschen
Anti-Atom-Initiativen für den Verdi-Vorsitzenden Frank Bsirske, der als
Gewerkschafter im Aufsichtsrat des Energiekonzerns RWE sitzt und ganz
offentsichtlich dessen Interessen vertrete statt die der Verdi-
Mitglieder, wie Hildebrand erläuterte. Der Castor-Transport wird nach den
vorliegenden Informationen für den 20. November an der französisch-
deutsch Grenze, Lauterbourg/Wörth, erwartet. (ps/pgv)