
Pressemitteilung Bremer Anti-Atom-Forum
30.10.01
Castor-Transport
Esenshamm-Sellafield gestoppt
In
der Nacht von Montag, den 29.10 auf Dienstag den 30. 10. gegen
3:15 Uhr verließ ein Transport mit zwei Castor-Behältern
das AKW Esenshamm in Richtung der britischen WAA Sellafield.
Wahrscheinlich auf Grund der erfolgriechen Blockade beim letzten
Transport aus Stade und Brunsbüttel über Bremer Stadtgebiet
nahm er diesmal ab Hude die Strecke über Oldenburg.
Trotz eines massiven Polizeiaugfgebotes und einer sehr kurzen
Vorbereitungszeit gelang es AtomkraftgegnerInnen aus Bremen, Oldenburg
und umzu erneut, den Transport zu stoppen und für ca. 15
Minuten zu blockieren. Um vier Uhr besetzten über 30 Menschen
die Gleise in der Nähe von Hude.
Als die Aktion schon beendet war, nahm die Polizei alle Leute,
derer sie habhaft werden konnte, vorübergehend in Gewahrsam
und stellte die Personalien fest. Es ist zu befürchten, daß
die Gegenseite versuchen wird, dem wachsenden Widerstand in Bremen
und umzu nun mit Busgeldern und Verfahren eizuschüchtern.
Wir sind sicher, daß ihnen das nicht gelingen wird!
Das Bremer Anti-Atom-Forum wertet die erneute Blockade als großen
Erfolg. Gerade im Hinblick auf den geplanten Transport ins Zwischenlager
Gorleben Anfang November machen die Aktionen deutlich, daß
Atomwirtschaft und Polizei mit massiven Widerstand zu rechnen
haben, auch aus der Region Bremen.
Die 50 noch für dieses Jahr geplanten Transporte aus deutschen
AKW in die Wiederaufarbeitungsanlagen in Frankreich
und Großbritanien sind jetzt schon praktisch nicht mehr
durchführbar!
Nachrichten
aus Elsaß
FrühaufsteherInnen werden auch Widerstand in Nord-Pas-de-Calais
genießen (ca. ab 3 Uhr).
Mehr wie auch immer unter http://www.sortirdunucleaire.org/live.htm
(inkl. Archiv).
Bericht
von zwei Aktivisten (20:55/0:10)
Demonstration in Hoenheim mit 50-100 TeilnehmerInnen
Es
gab eine Blockade in Schlietigheim (zwischen den beiden Gemeinden,
in Richtung Schlietigheim). Aktivisten ketteten sich in Rohren
an das Gleis. Zug ca . 20 Minuten gestoppt.
Erster misgelungener Versuch der Polizei Aktivisten einfach wegzutragen.
Die PolizistInnen zertrennten die Rohre mit einer nagelneuen Kreissäge.
Es gab keine Gewalt. Die Polizei bildete einen Kessel um jede
Hilfe zu verhindern und Fotographieren zu behindern.
Trotzdem : http://schilick.ecologie.free.fr/nucleaire/schilick-1030.htm
AnwohnerInnen
bedauerten, dass sie nicht informiert wurden: sie hätten
sich gerne behilflich gezeigt... und sogar mitgemacht. Merken
wir uns das fürs nächste Mal!
Der Hubschrauber wirbt für uns :-)
Die zwei Angeketteten müßten bis zum Kommissariat,
nach dem Berichterstattung dürften sie los.
1 Kamera war vor Ort (Polizei? Journalisten???). France 2, France
3 und TF1 waren nicht sehr weit.
Ungefähre
Zusammensetzung des Zuges:
1-2 BB 67000 (blauen Diesel-Loks)
4 Personenwaggons
2 Castoren
1 Güterwaggon
Versprochen
- an der Polizei! - für den Transport nach Gorleben sind
AktivistInnen in Beton bis zum Hals!
Ob Tatsache, Versuch oder Witz, erfahren wir in der zweiten November-Woche.
French
protesters delay nuclear waste shipment SCHILTIGHEIM, France,
Oct 30
(Reuters)
- Anti-nuclear activists set off rockets and chained themselves
to rail tracks on Tuesday in a bid to stop a German train carrying
nuclear waste from crossing France. A Reuters reporter in the
town of Schiltigheim in eastern France, close to the German border,
said several protesters managed to halt the train briefly at about
1900 GMT before police quickly stepped in and cut them free from
the tracks. Two people were arrested. The train, which is bound
for a nuclear reprocessing plant at Sellafield in northwestern
England, continued on its journey across northern France after
a 15-minute delay. It is carrying two containers of nuclear waste
from the northern German plant of Kleinensiel. Earlier, German
police detained about 50 anti-nuclear protesters who forced the
train to stop several times by sitting on railway tracks. Convoys
transporting nuclear waste for reprocessing or back to its country
of origin afterwards are frequently targeted by anti-nuclear protesters
Dienstag 30. Oktober 2001, 18:08 Uhr ap
Proteste gegen Atommülltransport nach Sellafield
Kleinere
Blockaden - 48 Personen in Gewahrsam genommen - Politiker von
SPD und Grünen gegen Castor nach Gorleben
Hannover (AP) Begleitet von Protesten und Blockadeaktionen ist
ein Zug mit Atommüll aus dem niedersächsischen Kraftwerk
Unterweser am Dienstag durch Deutschland gerollt. Der Transport
in die britische
Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield, der am Abend bei Lauterburg
im Elsass die französische Grenze passieren sollte, musste
bereits kurz nach seiner Abfahrt wegen einer Gleisblockade stoppen.
Die Polizei nahm 48
Atomkraftgegner in Gewahrsam. Gegen 50 weitere Demonstranten sprachen
die Beamten Platzverweise aus.
Mit
einer Sitzblockade auf den Gleisen hatten 30 Personen den Zug
kurz nach seinem Start um 03.07 Uhr für fünf Minuten
zum Stehen gebracht. Nach Angaben des niedersächsischen Innenministeriums
gelang es zwei Demonstranten, für kurze Zeit auf die Lokomotive
zu klettern. Vor der nahe gelegenen Ortschaft Kleinensiel ketteten
sich außerdem drei Greenpeace-Aktivisten an die Gleise,
und auf einem Bahnübergang stellten Atomkraftgegner einen
Lastwagen ab.
Diese Aktionen wurden jedoch rechtzeitig entdeckt. Am späten
Nachmittag erreichte der Transport das pfälzische Wörth,
wo dem Zug zwei französische Loks vorgespannt werden sollten,
wie die Polizei in Ludwigshafen berichtete.
Nach
Angaben des Bundesgrenzschutzes in Hamburg führten die Proteste
zu einer Verspätung des Zuges von einer Stunde. Der Transport
der beiden Atommüllbehälter aus Unterweser war bereits
zwei Mal wegen personeller Schwierigkeiten der Polizei verschoben
worden. Es handelte sich um den zweite Atomtransport aus Deutschland
nach den Terroranschlägen vom 11. September. Zuletzt waren
am 10. Oktober abgebrannte Brennelemente aus den Atomkraftwerken
Brunsbüttel, Mülheim-Kärlich und Stade in die französische
Wiederaufarbeitungsanlage La Hague gebracht worden.
Die
Umweltorganisation Greenpeace kritisierte, Atomtransporte stellten
auf Grund der angespannten Sicherheitslage ein großes Risiko
für die Bevölkerung dar. Das gelte auch für den
in knapp zwei Wochen geplanten Castor-Transport in das Zwischenlager
Gorleben. Mit Verweis auf die angespannte Sicherheitslage und
die Überlastung der Polizeibeamte verlangte im Kölner
«Express» auch der stellvertretende Vorsitzende der
SPD-Bundestagsfraktion, Michael Müller, den Transport zu
verschieben.
Auch
die Vorsitzende der Grünen im niedersächsischen Landtag,
Rebecca Harms, forderte eine «Neubewertung der Risiken der
Transport- und Lagerkonzepte» und eine Absage des Transports
nach Gorleben, der am 11. November erwartet wird.