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Nur um das
nochmal zusamenzufassen, was sich auf den Schienen der Republik
ereignete
1. Brunsbüttel:
90 Minuten Blockade
2. Hamburg: 10 Minuten Blockade
3. Buchholz: 20 Minuten Blockade
4. Kirchweyhe: 20 Minuten Blockade
5. Münster: 10 Minuten Blockade
6. Neuwied: 20 Minuten Blockade
7. Schifferstadt: 10 Minuten Blockade
In Frankreich
kam es zu folgenden Aktionen/Ereignissen:
HOENHEIM (banlieue
Strasbourg)
20:05 : Ballet de 2 hélicos avec projecteurs pour éclairer
la voie et les alentours.
2 Hubschrauber kreisen um Gleise auszuleuchten
HAUSBERGEN
20:10 : Passage du train, groupe de bloqueurs encerclé, n'ont
pu rien faire
Zugdurchfahrt, eingekesselte Blockadegruppe kann nichts machen (zu
viel Polizei, v.a. Zivis auf Motorrädern, zu Fuß und
in Autos überwachen alles)
20:20 (Strasbourg) : train à très faible allure, un
groupe de manifestants ayant pu s'approcher des voies.
Zug fährt sehr langsam, eine (internationale) Gruppe kann sich
den Gleisen nähern (dort ist alles abgeriegelt)
NANCY 22h 20
: manifestation d'une quarantaine de personnes...
40 Personen demonstrieren
AP: Zahlreiche
Proteste gegen Atomtransport
Hamburg/Wörth
(AP) Kritik und zahlreiche Protestaktionen haben am Mittwoch den
ersten deutschen Atomtransport seit den Terroranschlägen in
den USA begleitet. Nach Behördenangaben wurden insgesamt sieben
Waggons mit abgebrannten Brennelementen aus den Kernkraftwerken
Brunsbüttel, Stade und Mülheim-Kärlich abtransportiert.
Ziel des Transports ist die französische Wiederaufarbeitungsanlage
La Hague. Die SPD in Rheinland-Pfalz und dem Saarland forderte von
der Bundesregierung, die Transporte mindestens bis Anfang 2002 auszusetzen.
Nach Angaben
des Grenzschutzpräsidium West in St. Augustin war der Transport
am Dienstagabend um 21.55 Uhr im schleswig- holsteinischen (richtig)
Atomkraftwerk Brunsbüttel gestartet. Bereits eine Viertelstunde
später sei der Atomzug jedoch angehalten worden. Aktivisten
der Umweltorganisation Greenpeace hätten sich mit Seilen unter
eine Brücke gehängt, unter der der Zug mit den Brennstäben
eigentlich hätte hindurchfahren sollen. Der Transport verzögerte
sich dadurch um rund eineinhalb Stunden.
Nach Angaben
von Greenpeace setzte der Atomzug seine Fahrt nach Maschen bei Hamburg
fort, wo in der Nacht drei Waggons mit Transportbehältern aus
dem niedersächsischen Atomkraftwerk Stade angekoppelt worden
seien. Daraufhin fuhr der Zug nach Koblenz, wo nach Polizeiangaben
gegen 13.30 Uhr weitere zwei Waggons mit
Transportbehältern aus Mülheim-Kärlich hinzu gefügt
wurden.
Wie die rheinland-pfälzische
Polizei berichtete, gab es im Verlauf der Nacht und des Mittwoch
weitere Protestaktionen und Gleisblockaden bei Bremen, Hamburg,
Maschen, Münster sowie Neuwied am Rhein. Es sei jedoch zu keinen
nennenswerten Behinderungen mehr gekommen. Der Atomzug wurde am
späten Nachmittag im pfälzischen Wörth erwartet,
wo den Waggons zwei französische Loks vorgespannt werden sollten.
Der Transport soll am frühen Abend bei Lauterburg die Grenze
zum Elsass überqueren.
Greenpeace bezeichnete
den Atomtransport angesichts der allgemeinen Sicherheitslage als
«Beleg für die verantwortungslose Geschäftspolitik
der deutschen Stromkonzerne.» Die Atommüllbehälter
seien völlig unzureichend gegen mögliche Unfälle
und Anschläge gesichert, kritisierte der Atomexperte der Organisation,
Veit Bürger.
Auch Greenpeace
Frankreich ubte scharfe Kritik an dem Atomtransport. «Die
Behörden lassen ein perfektes Ziel fur einen Terroranschlag
halb Europa durchqueren», sagte Atomexperte Frederic Miller.
Nach den Anschlagen vom 11. September seien alle Nukleartransporte
in den USA ausgesetzt worden. Das französische Netzwerk fur
den Atomausstieg verzichtete wegen der «aktuellen Lage»
darauf, wie gewohnt den Zeitplan fur den Transport durch
Frankreich zu veröffentlichen. Nach Angaben eines Sprechers
sind in Lothringen und der Normandie an fünf oder sechs Stellen
Protestaktionen geplant.
Die SPD-Landtagsfraktionen
in Rheinland-Pfalz und dem Saarland sprachen sich am Mittwoch für
einen befristeten Transportstopp aus. Angesichts der hohen Belastung
der Sicherheitskräfte aufgrund der Terroranschläge und
der Absicherung der Euro- Einführung seien die Länderpolizeibehörden
am Rande ihrer Leistungsfähigkeit, erklärten Sprecher
beider Fraktionen in einem Brief an Bundesinnenminister Otto Schily.
c ap - Meldung
vom 10.10.2001 15:33 Uhr
X-tausendmal
quer -- Presseerklärung - 10.10.01
In der
Nacht und am Morgen fünf erfolgreiche Blockadeaktionen von
AtomkraftgegnerInnen in Norddeutschland
Ziel erreicht:
Castor-Transporte werden keine Normalität - der Skandal bleibt
sichtbar
Hamburg, den
10.10.01. Der derzeit durch die Bundesrepublik rollende Castor-Transport
konnte in der Nacht und am Morgen in Norddeutschland insgesamt fünfmal
von AtomkraftgegnerInnen aufgehalten werden. Damit erreichten die
Aktivisten ihr Ziel, die Geheimhaltung rund um die Atommüll-Züge
ein weiteres Mal zu durchbrechen und den Skandal der weiter ungelösten
Entsorgung öffentlich zu machen. Darüber hinaus waren
die erfolgreichen Blockadeaktionen auf freier Strecke eine wichtige
Erfahrung in der Vorbereitung auf den Widerstand gegen den für
November geplanten Castor-Transport nach Gorleben.
Gleich nach
Abfahrt des Zuges aus Brunsbüttel gab es einen eineinhalbstündigen
Zwangsstopp durch eine Aktion von Greenpeace- AktivistInnen. Kurz
anhalten mußte der Transport in Hamburg- Eidelstedt, weil
eine kleine Gruppe AtomkraftgegnerInnen auf den Gleisen war. Jeweils
20 Minuten Aufenthalt gab es in Buchholz (Nordheide) und in Kirchweyhe
(bei Bremen), weil Anti-Atom- Aktivisten die Gleise blockierten.
Am Morgen fand eine weitere
erfolgreiche Blockadeaktion in Münster (Westfalen) statt.
"Wir haben
unser Ziel erreicht: Auch mehr als ein halbes Jahr nach Wiederaufnahme
der Transporte zu den Plutoniumfabriken in Frankreich und England
werden die Atommüll-Züge nicht zur Normalität",
so Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Kampagne X- tausendmal quer
in einer ersten Bewertung. "Statt der von AKW- Betreibern und
Behörden geplanten heimlichen Verschiebung der hochradioaktiven
Stoffe quer durch Europa, ist es durch die Aktionen der Nacht ein
weiteres Mal gelungen, den Skandal der weiter ungelösten Atommüll-Entsorgung
sichtbar zu machen."
Im Gegensatz
zu den in den 90er Jahren üblichen Atomtransporten in Regelgüterzügen
müssen seit der Wiederaufnahme im März diesen Jahres jeweils
Sonderzüge mit massiver Bewachung durch Polizei und BGS durch
die Lande fahren. Inzwischen ist die Polizei dadurch am Ende ihrer
Leistungsfähigkeit angekommen. Doch von 91
Castor-Behältern, die in diesem Jahr nach Frankreich und England
gebracht werden sollen, sind - inklusive der derzeit rollenden -
erst 39 auf den Weg gebracht. 52 Behälter müßten
also noch rollen. Doch das ist angesichts der Kräfteverhältnisse
völlig undenkbar. Schon dem jetzt stattfindenden Transport
wurde erst nach heftigem Streit in der Innenministerkonferenz einen
Tag vor der Abfahrt grünes Licht gegeben.
Für die
AtomkraftgegnerInnen waren die Aktionen der Nacht auch wichtige
Erfahrungen in der Vorbereitung des Widerstandes gegen den für
November geplanten Castor-Transport nach Gorleben. "Dann wollen
viele AktivistInnen den Atommüllzug nicht erst im Wendland
sondern schon auf den Hauptstrecken blockieren", so Stay. "Die
gelungenen und gut abgesicherten Gleisbesetzungen zeigen uns, daß
dies möglich ist, ohne jemanden zu gefährden. Das macht
uns für den November sehr zuversichtlich."
Bei Rückfragen:
Jochen Stay (Pressesprecher): 05841-4521 o. 0170-9358759
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