Aktionsbündnis CASTOR-Widerstand Neckarwestheim 
Anlieferung des Excellox 6 mehrmals blockiert
     
    Leerer WAA-Transportbehälter aus Sellafield ins AKW Neckarwestheim
     

    Anlieferung des Excellox 6 mehrmals blockiert
     

    Das Aktionsbündnis CASTOR-Widerstand Neckarwestheim hatte zur "Begutachtung und Begrüßung des Excellox 6 durch die AtomkraftgegnerInnen" am Mittwoch, den 11. 8. 99 aufgerufen. Da an diesem Tag der von der Wiederaufarbeitungsanlage in Sellafield/England kommende Transportbehälter angeliefert werden sollte, begann die "Frohe Erwartung der anrollenden Ereignisse" am Dienstag ab 17 Uhr auf der Kirchheimer Neckarbrücke, über die alle Transporte rollen müssen.

    Diese Anlieferung des Excellox 6-Transportbehälters und seine spätere Beladung sind ein Bestandteil der geplanten Wiederzulassung von WAA-Transporten durch das Bundesumweltminister-ium/Bundesamt für Strahlenschutz. Zur Aufhebung des infolge des Strahlenskandales seit Mai 98 verfügten Transportstopps für hochradioaktiven Atommüll steht noch das Gutachten über die Transporte von den AKW-Standorten in die Wiederaufarbeitungsanlagen aus. Vom AKW Neckarwestheim wurde bisher der NTL 11-Behälter für die WAA-Transporte eingesetzt. Da jedoch bei erstmals durchgeführten Echttest die Deckelstoßdämpfer abbrachen, mußte der NTL 11 im März 98 vom Bundesamt für Strahlenschutz wegen Konstruktionsmängeln aus dem Verkehr gezogen werden. Das AKW Neckarwestheim benötigt den Excellox 6 als neuen WAA-Transportbehälter und die AKW-Betreiber insgesamt den Nachweis, daß zukünftig Kontaminationen beim Beladen ausgeschlossen werden.
     

    Erlebnisreiche Tage im August:

    Die am Dienstag auf der Kirchheimer "Atombrücke" eintreffenden AtomkraftgegnerInnen visualisierten durch Tranparente und Plakate ihren Widerstand gegen die Atompolitik. Neben dem aktuellen Informationsaustausch zur Anlieferung des Excellox gab es für alle Interessierten die Möglichkeit, sich mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut zu machen. Grundsätzlich erfolgt in Neckarwestheim die Anlieferung eines Behälters mit der Bahn in das Kohlekraftwerk nach Walheim. Dort wird auf einen Straßentransporter umgeladen, der dann von Walheim über Kirchheim in das AKW Neckarwestheim fährt. 

    Am Mittwoch waren inzwischen auch bundesweite Delegationen von AKW-GegnerInnen eingetroffen, ein Bus aus dem Wendland, weitere aus Oldenburg und anderen Städten. Kurz nach dem Ende der Sonnenfinsternis gab es an diesem Tag dann die erste erfolgreiche Aktion: Zwischen Kirchheim und Walheim konnte der leere Straßentransporter auf seiner Fahrt in das Kohlekraftwerk für zweieinhalb Stunden blockiert werden. Auf der Straße wurde die Forderung nach der sofortigen Stillegung angebracht und der Tranporter mit Aufklebern versehen. Die Polizei benötigte einige Zeit, um ihre Einsatzkräfte herbeizuschaffen. Die von uns eingeladene Presse war schneller. In der Zwischenzeit gab es auf der Straße vor dem blockierten Transporter das Mittagessen. Nachdem die Polizei ihre Streitmacht beisammen und die Kreispolizeibehörde eine Verfügung formuliert hatte, wurde nach der dritten Aufforderungen die Straße verlassen, da wir ja noch mehr vorhatten. 
    Von Saarbrücken kam dann am Mittwochabend noch die Nachricht, daß es AtomkraftgegnerInnen gelungen war, den Zug mit dem Excellox für 20 Minuten zu blockieren! 

    Der Donnerstag begann für uns um kurz nach 6 Uhr mit einer Blockadeaktion im Bietigheimer Bahnhof. Der anrollende Zug konnte so nochmals um 30 Minuten aufgehalten werden. Nach der Verladung im Walheimer Kohlekraftwerk sollte der Konvoi mit seiner begleitenden Polizeihundertschaft dort um 13 Uhr in das AKW Neckarwestheim starten. Kurz zuvor gelang es uns mit einem Fahrradschloß das Tor zu verschließen, der Straßentransporter samt Polizei waren eingeschlossen. Ihre Selbstbefreiung gelang der Polizei nach 45 Minuten!

    Fazit der Aktionen: Das Ziel der bundesweiten Anti-AKW-Bewegung ist es, verstärkt alle Transporte zu blockieren. Nicht nur den Abtransport von beladenen Castoren. Vorgeschlagen wurden ja auch schon verschiedene Möglichkeiten wie die Anlieferung von Brennelementen, Urananreicherungs-anlagen usw. 
    Die Polizei war in Neckarwestheim am Dienstag und am Mittwoch bis zu der Blockade des Straßentransporters nur spärlich vorhanden. Am Donnerstag wurden bereits drei Hundertschaften (auch BGS) aufgeboten, die permanent mit der Sicherung der Transportstrecke beschäftigt waren. 
    Die erfolgreichen (bundesweiten) Aktionen bei der Anlieferung eines leeren Transportbehälters sind eine neue erweiterte Widerstandsform der Anti-AKW-Bewegung. 
     

    Aktionsbündnis CASTOR-Widerstand Neckarwestheim
    c/o Demokratisches Zentrum, Wilhelmstr. 45/1, 71638 Ludwigsburg
    Infotelefon und Fax: 07141 - 90 33 63
    Spenden: DemoZ Volksbank Ludwigsburg, Kto: 244 740 011, BLZ 604 901 50, "Anti-AKW"
     
     
     


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