12
Castoren auf einmal??
STOPPEN
!!
Der seit
Wochen verschobene Atommülltransport soll nun endgültig in der
nächten Woche stattfinden. In den Atomkraftwerken Stade und
Brunsbüttel (bei Hamburg), Philippsburg und im stillgelegten
AKW Mülheim-Kärlich warten insgesamt 9 mit hochradioaktiven
Brennelementen beladene Behälter, um in die französische Wiederaufarbeitungsanlage
La Hague verschoben zu werden. Damit soll am Mittwoch, den 1.
August 2001 der größte Atommülltransport in der Geschichte der
BRD auf die Reise gehen. Zusätzlich stehen z.Zt. 3 Behälter
vom Typ Excellox-6 im AKW Neckarwestheim, die mit verstrahlten
Brennelementen beladen nach Sellafield geschickt werden sollen.
Auch diese Behälter werden nächste Woche (wahrscheinlich ebenfalls
am Mittwoch) abtransportiert und dann Wörth mit den anderen
9 Castoren zu einem 12-er Zug zusammengekoppelt, um in Frankreich
einen Teil der Strecke als ein Gesamtzug zu fahren.
NICHTS
IST MEHR WIE ES EINMAL WAR!
Auch lange
vor dem Castor-Skandal gab es schon Widerstand gegen die Atommüllfuhren
aus deutschen AKW zu den WAAs La Hague und Sellafield. Trotzdem:
Einzelne Castorbehälter wurden in normale Güterzugverbände eingegliedert,
um so unbemerkt durch die Lande zu fahren. Heute hat sich auch
der Widerstand gegen WAA-Transporte so verstärkt, daß die Atomkonzerne
jetzt 12 Castoren in einem Zug sammeln müssen, anstatt zu akzeptieren,
daß die Atommüllverschiebung keine Lösung des Atommüllproblems
ist. Und die längst fällige Konsequenz zu ziehen: Stillegung
ihrer Akws. Durch die unverantwortliche Risikopotenzierung immer
monströserer Massentransporte wird die Bevölkerung entlang der
Transportstrecken einer noch höheren Gefährdung ausgesetzt.
Doch eine Rückkehr zur Normalität des heimlichen Abtransportes
- wie ihn sich die Energieversorgungsunternehmen wünschen -
wird es nicht mehr geben! Castorzüge rollen nur noch - wenn
überhaupt - schwer bewacht, werden immer häufiger verschoben
und auch das wird sie nicht vor ungeplanten Stopps bewahren!
Dem ungebrochenen Widerstand gegen die fortgesetzten Castortransporte
versucht die Staatsmacht mit Einschränkungen des Demonstrationsrechtes
Herr zu werden. Im Landkreis Ludwigsburg gibt es während der
gesamten näxten Woche eine Allgemeinverfügung, die das Demonstrieren
unter freiem Himmel entlang der Transportstrecke verbietet.
Bei den letzten Transporten (noch vor Göteborg und der folgenden
Hetze gegen den Anti-Globalisierungswiderstand) wurden 2 Personen
durch Meldeauflagen gezwungen, am Transporttag an ihrem Wohnort
zu bleiben, um sich dort mehrmals täglich bei der Polizei zu
melden. Dadurch werden Menschen, die in der Vergangenheit bei
Anti-Atom-Aktionen teilgenommen hatten ( und nebenbei - weder
angeklagt noch verurteilt sind!) an der Wahrnehmung ihrer Grundrechte
(auch in diesem Staat) gehindert.
WIR LASSEN UNS NICHT KRIMINALISIEREN!
DER WIDERSTAND GEGEN ATOMMUELLTRANSPORTE WIRD WEITERGEHEN, SOLANGE
ES ATOMANLAGEN GIBT!
Und nicht nur das, denn auch der Abtransport von verstrahlten
Brennelementen aus dem schon lange stillgelegten AKW Mülheim-Kärlich
(bei Koblenz) ist mit nichts zu rechtfertigen. In laufenden
Atomkraftwerken müssen die Brennelemente abtransportiert werden,
um den Weiterbetrieb zu sichern. (Gerade deshalb wehren wir
uns ja gegen die WAA-Transporte!) Dieses gängige Argument der
Betreiber trifft für Mülheim-Kärlich nicht zu. In Wahrheit geht
es jedoch auch hier wieder um's Geld: gemäß den vor Jahren geschlossenen
Verträgen mit der französischen Betreiberfirma COGEMA muß RWE
auch dann zahlen, wenn die Brennelemente aus dem stillgelegten
AKW Mülheim-Kärlich nicht angeliefert werden. Für relativ wenig
Geld wird die radioaktve Verseuchung durch die Wiederaufarbeitung
in Kauf genommen!
Drehen wir also der französischen Plutoniumschleuder in La Hague
und der englischen in Sellafield den Hahn ab! Und das zusammen
mit unseren französischen FreundInnen. Das internationale Widerstandscamp
gegen das im Bau befindliche Endlager für Atommüll, welches
vom 21. bis 29. Juli in Bure (Lothringen/Frankreich) stattfand,
hat die Zusammenarbeit der franz. und deutschen AtomkraftgegnerInnen
auch in puncto Atommüllfuhren verstärkt. Näxte Woche werden
in Frankreich entlang der Transportstrecke Aktionen stattfinden,
die von französischen und deutschen Anti-Atom-Aktivisten gemeinsam
vorbereitet wurden. Zeigen wir der internationalen Atomindustrie,
daß unser Widerstand überall ist! Beteiligt Euch an den Protesten
an den AbfahrtsAKW. Jede Ablenkungs- und Solidaritätsaktion
steigert die Kosten! Entscheidend ist nicht nur die Beteiligung
an öffentlich angekündigten Aktionen (z.B. Mahnwachen und Demos),
sondern eine Vielzahl von einzelnen Aktionen entlang der Transportstrecken
von den Abfahrts-AKWs, über den mittlerweile zentralen Zusammenkoppelungsbahnhof
Woerth bis zur Grenze in Lauterbourg.
Infos:
Stade und Brunsbüttel: http://www.nadir.org/castor & http://www.regenbogen-hamburg.de/
Mülheim-Kärlich: www.akte-nix.de
Neckarwestheim: http://neckarwestheim.antiatom.de
Philippsburg: http://home.t-online.de/home/antiatom
Frankreich: http://www.sortirdunucleaire.org
CASTOR stoppen -
AKWs vom Netz - Sofort!