Aktionsbündnis CASTOR-Widerstand Neckarwestheim 

Letzter Castor-Transport aus dem AKW Stade nach La Hague

April 05


Letzter Castor-Transport aus dem AKW Stade nach La Hague am 26./27. Aprli

Zahlreiche Proteste beim Transport am 19. Tschernobyl-Jahrestag


Castorblockade in Stade
(Quelle indymedia), Castor-Stopp in Schifferstad (Quelle "Die Rheinpfalz) und
Internationale Blockade in Frankreich (Quelle: indymedia)


Blockade in Stade

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch blockierte eine Gruppe junger Anti-Atom-AktivistInnen den letzten CASTOR-Transport aus dem AKW Stade. Mit einer Ankett- und einer Kletteraktion wenige Minuten nach der Abfahrt hielten sie den Zug für insgesamt drei Stunden auf.

Der mit vier CASTOR-Behältern beladene Zug war auf dem Weg vom abgeschalteten Atomkraftwerk Stade in die französische Plutoniumfabrik La Hague.
Kurz nach der Abfahrt musste der Transport anhalten, weil sich ein 18-jähriger Abiturient aus Bayreuth, gut einen Kilometer vom AKW entfernt, mit den Fußgelenken und Armen an die Stahlkonstruktion einer Brücke gekettet hatte, über die der Transport rollen mußte. Der Bundesgrenzschutz löste den jungen Mann mit schwerem Gerät aus dem Gleis. Am Güterbahnhof in Stade kam es zu einer weiteren Blockade: zwei 18-jährige Schüler aus Neumünster spannten über den Gleisen hängend ein Transparent auf. Nach drei Stunden setzte der Atommüll-Zug seine Fahrt fort. Die Vier wurden mehrere Stunden in Polizeigewahrsam genommen und erkennungsdienstlich behandelt, allen drohen Strafanzeigen.

Ein beteiligter Student erklärte dazu: „Mit unseren symbolischen Aktionen zeigen wir deutlich, dass wir nicht nur gegen Atomkraft sind, sondern auch etwas dagegen tun. Wir wollen Sand im Getriebe sein! Wir dürfen das Problem der Atommüllentsorgung nicht zukünftigen Generationen aufhalsen.“ Der Atomkonsens sei eine Mogelpackung und garantiere den Atomkraftwerksbetreibern mindestens zwei weitere Jahrzehnte am Netz, anstatt eine längst überfällige Energiewende weg von fossilen Energieträgern hin zu regenerativen einzuleiten.

Das Transparent mit der Aufschrift „Ausstieg statt Konsenslüge“ verdeutlicht die Forderung der Gruppe nach einem sofortigen Atomausstieg. Dass der so genannte Atomkonsens nicht den Ausstieg bedeutet, beweist die Tatsache, dass die Kapazität der Urananreicherungsanlage in Gronau mehr als verdoppelt wird.

„Der Atommüll ist nicht aus der Welt, nur weil demnächst kein deutscher Atommüll in die Plutoniumfabriken im Ausland transportiert wird. Es gibt also keinen Grund, den letzten WAA-Transport zu feiern!“, so eine Sprecherin der Gruppe.

Der Widerstand gegen die Kriminalisierung gewaltfreier Aktionen kostet erfahrungsgemäß viel Zeit, Arbeit und Geld.
Seid solidarisch: Spendet auf das Spendenkonto und informiert Leute in
eurem Bekanntenkreis über die Aktion und die Spendenmöglichkeit; und
natürlich auch warum solche Aktionen sinnvoll und notwendig sind.

Förderverein für Freiheit und Gewaltlosigkeit
Konto: 31761759
BLZ: 66010075
Postbank Kalsruhe
Verwendungszweck: Sonne2005


Castor am Bahnhof gestern kurz gestoppt

Gegner demonstrieren auf den Gleisen

Castor-Gegner haben gestern Nachmittag den Atommülltransport, der auf dem Weg vom norddeutschen Stade ins französische La Hague war, vor dem Schifferstadter Hauptbahnhof etwa eine Viertelstunde gestoppt. „Es kam zu einem kurzen Halt, weil zwei Personen bei den Gleisen herumgesprungen sind", bestätigte der Führungsstab des Grenzschutzpräsidiums auf Anfrage. Die beiden Personen seien geflüchtet, der Transport sei ansonsten störungsfrei durch die Bundesrepublik gefahren.

Als die beiden Personen den Gleisbereich betreten wollten und merkten, dass die Polizei auf sie aufmerksam wurde, seien sie bis nach Frankenthal im Auto geflüchtet, berichtete das Polizeipräsidium Rheinland-Pfalz. Das Auto sei in der Innenstadt leer aufgefunden worden; die Fahndung dauere noch an.

In der Zwischenzeit haben wohl andere Demonstranten den Halt des Zuges genutzt: „Als der Zug kurz stoppen musste, haben spontan zehn bis 15 Leute auf den Gleisen demonstriert", erzählt Heinz Wittmer aus Heidelberg, der zu einer Gruppe von Castor-Gegnern aus der Region gehört, die am Schifferstadter Hauptbahnhof mit Transparenten auf den Transport gewartet hatten. Bundesgrenzschutzbeamte hätten ihn und seine Mitdemonstranten daraufhin aufgefordert, die Gleise zu verlassen. „Aber wir sind einfach stehen geblieben", erzählt Wittmer. Nach etwa zehn Minuten seien Bundesgrenzschutz-Kollegen zur Verstärkung gekommen.

Etwa 20 Beamte hätten die Castor-Gegner von den Schienen geschoben und getragen. Nach etwa einer Viertelstunde sei der Castor weiter gerollt.

Während des Zwischenfalls standen über der Stadt zwei Hubschrauber, die den Transport begleiteten. Wie viele Beamte im Einsatz waren, hat das Grenzschutzamt Saarbrücken auch auf Anfrage nicht mitgeteilt. Castor-Gegner Wittmer hat vor dem Bahnhof fünf bis sechs Polizeibusse gezählt.

Auch in Speyer soll es zu einer Demonstration gekommen sein, bei der sich etwa zehn Leute vor dem Hauptbahnhof versammelten. Zwei Personen wurden laut Polizeipräsidium Rheinland-Pfalz zur Personalienkontrolle festgehalten. (jel)


In der Nacht vom 26. auf den 27. April startete ein Castortransport aus dem AKW Stade in die WAA LaHague. Der Transport wurde an meheren Stellen gestoppt, ua. in der nähe von Stade und in Frankreich durch Ankettaktionen. Hier der bericht zur Ankettaktion in Frankreich am Abend des 27. Aprils.


In der nähe von Morhange fand eine Ankettaktion von Jugendlichen AktivistInnen aus Frankreich und Deutschland statt. Die Jugendlichen kommen aus dem Wendland und aus versch. Orten in Frankreich. Die gemeinsam vorbereitete Aktion sollte die Solidarität untereinander zeigen und ein Signal des Weitermachens setzen. Außerdem wollten sie zeigen das ein Eingreifen in den mörderischen Atomkreislauf möglich ist.
Bei der Aktion gab es Streckenposten und mehere Stoppergruppen die ua. mit Feuerwerk und Rauchfackeln dafür sorgten, dass der Castorzug ca. 800 m. vor der Blockadestelle anhielt. Der Hubschrauber der nach der ersten Warnung der Stoppergruppen die Gleise weiträumig abflog, endeckte dann die Blockadegruppe neben den Schienen, ca. 50 m. vorher wurde nochmals mit Lichtsignalen gewarnt.
Die Ankettgruppe und ihre UnterstützerInnen, ausgrüstet mit Fackeln, Warnwesten und Transparent, gingen erst auf die Gleise nachdem sie vom Vorposten erfahren hatten das der Castor wirklich steht. Erst als sich nach ca. 20-30 min. französiche CRS – Bullen näherten, (mit dem deutschen USK vergleichbar) ketteten sich die Aktivisten an. Recht schnell wurden die 15 UnterstützerInnen aus Frankreich und Deutschland abgedrängt. Anschl. versuchten die Bullen verbal die Leute im Rohr zum losmachen zu bringen, als dies nichts nützte wurde kräftig von beiden Seiten an ihnen gezogen, doch außer Schmerzensschreie brachte auch dies nichts. Daraufhin machten sie sich daran das erste Rohr mit einer Flex zu öffnen. Während der gesammten Zeit waren die Bullen sehr brutal, trampelten auf den Leuten rum und beschimpften sie, teilweise rochen sie nach Alkohol. Beim Flexen wurde kein Schutz ins Rohr geschoben, außerdem wurde nicht mit Wasser gekühlt, so das die Angeketteten durch starke Hitze und Flexfunken teilweise Brandblasen davon getragen haben. Sie wurden immer wieder getreten, Schreie wurden ignoriert. Auch der die AktivistInnen begleitende Arzt wurde die meißte Zeit der Zugang zu den Aktivisten verwehrt.
Nach knapp 2 Stunden waren die vier Aktivisten aus den Rohren gelöst und wurden auf die Polizeiwache gebracht. Dort wurden sie unter weiteren Beschimpfungen und psychischen Druck verhört. Unter anderem spielten die Bullen mit ihren Waffen und es gab Sprüche wie: “ Beim nächsten mal fährt der Castor mit 120 km/h über euch drüber und ihr seid Vogelfutter!”
Nach knapp einer Stunde wurden sie ohne ED-Behandlung entlassen.
Das Polizeiverhalten war anders als die letzten male bei Ankettaktionen in Frankreich. Es war eine bewusste Einschüchterung von Menschen, die dierekt, aber Gewaltfrei, in den Transportablauf eingreifen. Die AktivistInnen waren sehr geschockt über das Vorgehen der Französischen Polizei.
Alles in allem aber eine gute Aktion die gezeigt hat, das mensch eingreifen kann und die kapitalistische Maschiene für einen kurzen Moment zum stolpern bringen kann. Und das Gefühl was mensch hat wenn das “Ding” steht ist einfach wunderbar...!
Uns ist bewusst, das nach dem Tod von Sèbastien vielen die Aktionsform des Ankettens diskusionswürdig erscheint, wir haben uns jedoch trotzdem und grade deshalb dafür entschieden. Wir haben alle notwendigen Sicherheitsvorkehrungen gertroffen, so dass zu keinem Zeitpunkt für uns oder andere eine Gefahr bestand.
Sowohl die Deutschen wie auch die Französischen Medien berichteten kaum über die Aktionen die den Castortransport von Stade nach LaHague begleiteten.
Fight for your future – Stop Nuclear Power!
Widerstand ohne Grenzen – Resistance sans frontières!

Erklärung der Gruppe “A bientôt” / ”Bis bald”

     

 
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