Aktionsbündnis CASTOR-Widerstand Neckarwestheim 

La Hague - Gorleben im November 2003

Stand 11.11.03

Gorleben-Castor 10.11.03 Aufruf "Südwest"

Pressemeldungen der "südwestdeutschen anti-atom-Initiativen"

 

PRESSEERKLÄRUNG 09.November 2003

CASTOR Strecke voraussichtlich über Bietigheim

Trotz des massiven Aufwandes der Polizei, die Transportstrecke des CASTOR-Zuges geheim zu halten, sind inzwischen Einzelheiten bekannt. AtomkraftgegnerInnen gehen davon aus, dass der Transport die Strecke Bietigheim/Würzburg nehmen wird.

"Wir bleiben wachsam und sind auf plötzliche Änderungen in der Streckenwahl vorbereitet. Wir werden deshalb alle geplanten Mahnwachen und Infopunkte aufrecht erhalten", so eine Sprecherin der südwestdeutschen Anti-Atom-Initiativen. Allerdings rechnen die AtomkraftgegnerInnen aus vorliegenden aktuellen Informationen heraus inzwischen damit, dass der bevorstehende Atommülltransport nach Gorleben die Strecke Karlsruhe, Pforzheim, Bietigheim, Heilbronn, Würzburg nehmen wird.

Wie auch schon im Voraus angekündigt, werden ab Sonntag, den 9.11.03, Mahnwachen und Aktionen gegen den Transport durchgeführt werden. Sobald der Transport am Montag, den 10.11.03, bei Lauterbourg die Grenze überquert hat, soll es mit dezentralen Aktionen von Kleingruppen weitergehen. Eine Sprecherin der südwestdeutschen Anti-Atom-Initiativen: "Es geht uns darum, den CASTOR-Transport öffentlich zu machen und den gewünschten reibungslosen Verlauf möglichst effektiv zu stören. Der Transport soll nicht nur im Wendland aufgehalten werden, sondern überall."

Um sowohl AktivistInnen als auch JournalistInnen Anlaufstellen zu bieten, wird es ab Sonntag in Maximiliansau und ab Montag in Bietigheim (ab 16 Uhr), Waghäusel (ab 15 Uhr), Mannheim und Darmstadt Mahnwachen und Infopunkte geben.

Informationen zum geplanten Widerstand gegen den CASTOR-Transport gibt es beim Infotelefon Südwest 0175-7112894, bei der Pressestelle der südwestdeutschen Anti-Atom-Initiativen oder auf den Internetseiten http://neckarwestheim.antiatom.de oder http://www.castor.de.

Für die Veröffentlichung dieser Presseerklärung bedanken wir uns im Voraus.


PRESSEERKLÄRUNG 10.November 2003

CASTOR-Transport in Frankreich gestoppt!

Zwei Anti-CASTOR-Aktivisten haben sich um 11.45h hinter Luneville an den Gleisen festgekettet. CASTOR-Zug steht.

Schon in Frankreich gibt es deutsch-französischen Widerstand gegen den CASTOR-Transport nach Gorleben. Ein Aktivist aus dem Wendland und ein Franzose haben sich mit einem Rohr unter dem Gleis fest geschlossen.

Eine Sprecherin der südwestdeutschen Anti-Atom Initiativen: "Somit ist das Argument, dass die Menschen in Frankreich nur froh seien, wenn Atommüll das Land verlässt, wieder einmal widerlegt. Es geht uns AtomkraftgegnerInnen darum, diese Transporte zu verhindern und auf ihre Gefahren hinzuweisen. Ganz egal, wo sie entlang fahren. Radioaktive Strahlung kennt keine Grenzen und wir genau so wenig."

Die südwestdeutschen Anti-Atom-Initiativen rufen alle Menschen dazu auf, sich am Widerstand gegen den CASTOR-Transport zu beteiligen. In Lauterbourg, Maximiliansau, Mannheim, Waghäusel, Bietigheim-Bissingen und Käfertal finden Mahnwache der AtomkraftgegnerInnen gegen den Transport statt. Auch an anderen Stellen entlang der Strecke gibt es Aktionsmöglichkeiten.


Pressemitteilung BI Lüchow-Dannenberg, 10.11.03

Castortransport in Frankreich 2 Stunden gestoppt

Dokumentation einer Erklärung der französisch/deutschen Gleisankettaktion in Frankreich, die uns per Fax mit der Bitte um Weiterleitung zugestellt wurde:

„Wir haben diesen Atommülltransport gestoppt um auf die immer noch ungelöste Frage der korrekten und sicheren Handhabung von hoch radioaktiven Müll aufmerksam zu machen. In einer Zeit der weltweiten Angst vor Anschlägen, plant Frankreich ein neues Atomprogramm. Die neue AKW-Generation soll unter anderem nach Indien und China exportiert werden; Länder in denen es immer wieder zu Krisensituationen gekommen ist (z.B. zwischen Indien und Pakistan).

Es ist in der heutigen Zeit unverantwortlich seitens der Politik ein solches Vorhaben zu planen. Die Atomkraft hat großes Leid und Elend in die Menschheit gebracht. Die Bedrohung eines atomaren Kriegs ist gegenwärtig. Die Atomkraft stellt außerdem jedes demokratische Recht außer Kraft; es entsteht ein Polizei- und Überwachungsstaat, wie es der Fall in der Region um Gorleben ist, wo diese hochgiftige Fracht hinrollen soll.

Weit mehr als 10.000 Polizisten besetzen diese Region in Norddeutschland, um den Widerstand vor Ort zu verhindern: Schulen werden geschlossen, Kinder und Erwachsene werden willkürlich von sogenannten Ordnungskräften schikaniert, gedemütigt und immer wieder malträtiert.

Obwohl es sich bei diesem Transport um die Rückführung von deutschem Atommüll handelt, meinen wir, dass dies keine Rolle spielt; Wir haben als Mensch eine weltweite Verantwortung gegenüber Umwelt und Menschheit. Die Gefahr der Atomkraft ist nicht geographisch oder regional beschränkt. Sie entsteht in jedem X-beliebigen Atomkraftwerk auf unserer Erde. Wir fordern den sofortigen Stopp aller nuklearen Anlagen, um somit die Gefahr einer möglichen verheerenden Katastrophe zu bannen.“


Presseinfo 10. November 2003

CASTOR-Transport um 16.10 über die Grenze.

Der Transport stand nahe der Mahnwache Maximiliansau aus unbekannten Gründen 15 Min. Um 16.30h Ankunft im Bahnhof Wörth.


Presseinfo 10. November 2003

Castor nach Gorleben um 17.58 im Bahnhof Wörth losgefahren

Der Atommülltransport nach Gorleben ist um 17.58 im Bahnhof Wörth losgefahren. Es hatte zuvor eine spontane Protestveranstaltung von AtomkraftgegnerInnen vor dem Bahnhof gegeben.


Presseinfo 10. November 2003

CASTOR fährt in Richtung Pforzheim, also über Bietigheim

Der CASTOR-Transport befindet sich auf dem Weg nach Bietigheim-Bissingen. Er wird also, wie von den antiatom Initiativen vermutet, nicht über die Rhein-Main Strecke fahren. Der Transport wird in Bietigheim von AktivistInnen erwartet.


Presseinfo 10. November 2003

CASTOR um 19.25h in Bietigheim-Bissingen

Der CASTOR ist um 19.25h in Bietigheim-Bissingen angekommen. Dort muss die Fahrtrichtung geändert werden. Am Bahnhof findet weiterhin eine gutbesuchte Protestveranstaltung statt.


Presseinfo 10. November 2003

CASTOR hat um 19.50h Bietigheim-Bissingen verlassen

Der Atommüllzug hat um 19.50h Bietigheim-Bissingen in Richtung Heilbronn verlassen. In Bietigheim hatten AtomkraftgegnerInnen direkt am Gleis gegen den Transport demonstriert.


PRESSEERKLÄRUNG 10.November 2003

CASTOR-Proteste in Südwestdeutschland erfolgreich

AtomkraftgegnerInnen halten CASTOR-Zug in Frankreich zwei Stunden lang auf. Zahlreiche Proteste in ganz Südwestdeutschland.

Nach Meinung der südwestdeutschen Anti-Atom-Initiativen sind die bisherigen Proteste gegen die radioaktive Fracht ein voller Erfolg.
Bereits in Frankreich wurde der CASTOR-Transport mit 12 Atommüllbehältern in der Nähe von Luneville (Nähe Nancy) durch eine Aktion von AtomkraftgegnerInnen aufgehalten. Ein französischer und ein deutscher Aktivist hatten sich - unterstützt von sechs Weiteren - in einem Rohr unter den Gleisen festgekettet und dadurch die Weiterfahrt über zwei Stunden verzögert.

Entlang der Transportstrecke von Wörth über Karlsruhe und Heilbronn nach Würzburg versammelten sich etliche hundert AtomkraftgegnerInnen zu Protestaktionen. Bereits am Grenzbahnhof Lauterbourg wurde der Zug von DemonstrantInnen in Empfang genommen. In Wörth-Maximiliansau fand seit dem gestrigen Sonntag eine Protestmahnwache statt.
Etwa 50 AtomkraftgegnerInnen versammelten sich in Bietigheim-Bissingen zu einem fantasievollen Demonstrationszug. Sie standen mit Transparenten direkt am Bahngleis und forderten die sofortige Stilllegung der Atomkraftwerke.
An der Ausweichstrecke fanden sich in Waghäusel, Mannheim und Darmstadt AtomkraftgegnerInnen ein, um gegen den fortlaufenden Atommülltourismus zu demonstrieren.

Trotz des sogenannten Atomkonsens werden auf unabsehbare Zeit Atommüllbehälter nach Gorleben transportiert werden.
Von einer "verminderten Belastung Gorlebens", die Umweltminister Trittin postuliert, kann keine Rede sein. Der dortige Salzstock wird mit jedem weiteren Transport de facto als Endlager zementiert, obwohl darüber noch keine abschließende politische Entscheidung getroffen ist.

Auf dem weiteren Verlauf der Transportstrecke nach Norddeutschland ist mit weiteren Protestaktionen gegen den Atommülltransport zu rechnen. Zur Zeit findet in Fulda eine Kundgebung statt.


Presseinfo 10. November 2003

Ankettungsaktion: CASTOR steht bei Züttlingen

Der CASTOR-Zug musste wieder auf offener Strecke stoppen. Auf der Strecke hinter Jagstfeld bei Züttlingen haben sich zwei Personen im Gleisbett angekettet.


Presseerklärung 10. November 2003

Atommüllzug hinter Heilbronn blockiert

Zwei Atomkraftgegner haben sich heute abend um 20:45 Uhr in Baden-Württemberg an der Bahnstrecke zwischen Heilbronn und Würzburg an den Gleisen festgekettet. Die Blockade dauerte über zwei Stunden.

Der CASTOR-Transport war heute Nachmittag an der deutsch-französischen Grenze in Lauterbourg angekommen und von dort über Karlsruhe, Pforzheim, Bietigheim-Bissingen und Heilbronn in Richtung Norden gefahren.

An der Bahnstrecke zwischen Heilbronn und Würzburg bei Züttlingen schafften es mehrere AtomkraftgegnerInnen, auf die Bahngleise zu gelangen. Zwei Aktivisten ketteten sich in einem Rohr unter dem Gleis an. Die Ankettaktion fand in unwegsamem Gelände statt, so dass die Polizeikräfte nur mit Mühe zu den Blockierern vordringen konnten. Die beteiligten Personen wurden nach der Aktion in Polizeigewahrsam genommen. Auch an der Aktion unbeteiligte Personen mussten sich Personalienkontrollen unterziehen, manche wurden von der Polizei in Gewahrsam genommen.

Der Atommüllzug musste seine Fahrt durch diese Aktion für über zwei Stunden unterbrechen.


Pressemitteilung Hessenbaden Plenum Darmstadt, 10. November 2003

Aktion in Darmstadt

Auch Südhessen ist aktiv, wenn der Castorzug durchs Land rollt: In Darmstadt blockierten 20 AktivistInnen den Intercity 2397, um 20.37 Uhr, um damit symbolisch ihrem Protest gegen den rot-grünen Atomkonsens Ausdruck zu verleihen.
"Noch immer rollt regelmäßig Atommüll durch Frankreich und Deutschland, ohne dass ein sicheres Endlager für die strahlende Fracht existiert. Weiterhin wird an der Atomtechnologie festgehalten, obwohl dies mit immensen Entsorgungsrisiken und massiver Überwachung - Stichwort Atomstaat - verbunden ist. Dagegen richtet sich unsere Aktion." erklärt Pressesprecherin Sonja Klein.
Da es sich um eine symbolische Aktion handelte, konnte der Intercity nach 10 Minuten seine Fahrt fortsetzen. Um den Reisenden die Ziele der AktivistInnen zu vermitteln, wurden im Zug Flugblätter verteilt und der unfreiwillige Aufenthalt mit Miniatur-AKWs aus Schokolade kulinarisch versüßt. Im Anschluss an die Blockade wurden drei Personen kurzfristig durch den in Mannschaftsstärke angerückten Bundesgrenzschutz festgenommen.


PRESSEMITTEILUNG 11.November 2003

Blockierer von Züttlingen werden Haftrichter vorgeführt

Die beiden Männer, die sich bei Heilbronn an den Gleisen fest gekettet hatten, sollen nun dem Haftrichter vorgeführt werden. Die anderen Beteiligten der Aktion wurden inzwischen wieder freigelassen.

In den Vorjahren waren BlockiererInnen nach Anti-CASTOR-Aktionen in Gewahrsam genommen und meist am nächsten Morgen auf freien Fuß gesetzt worden. Nun setzt die Polizei härtere Mittel ein und lässt die AktivistInnen dem Haftrichter vorführen. Den beiden Atomkraftgegnern, die mit ihrer Aktion den CASTOR über zwei Stunden aufhalten konnten, droht somit unter anderem ein Schnellverfahren oder längere Haft.

Eine Sprecherin der Anti-Atom-Initiativen: "Wir sehen in diesem Vorgehen eine Kriminalisierung. Wir fragen uns, was die Polizei damit bezwecken will." Außerdem kritisierte sie, dass der Aufenthaltsort der Aktivisten von der Polizei nicht bekannt gegeben wird. Rechtsbeistand zu leisten würde so nahezu unmöglich gemacht, so die Sprecherin der Initiativen.

 

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