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Castor-Transport
nach Gorleben 08. - 14.November 2003
Wir
sind am Zug! Tag X in Gorleben
Der Castor kommt ? wir sind schon da!

Castor-Transport
November 2003
Wir
sind am Zug! Tag X in Gorleben
Der
Castor kommt ? wir sind schon da!
Aus Tschernobyl nichts gelernt...
Atomkraftwerke sind schon im sogenannten Normalbetrieb"
ein unerträgliches permanentes Gefahrenrisiko. Die
rot-grüne Bundesregierung war mit dem Wahlversprechen
angetreten, da sie sich dieser Gefahren bewusst ist, mit
der Atomkraft Schluss zu machen. Rausgekommen ist ein
Atomausstieg, der nur auf dem Papier stattfindet, so bleibt
die Bevölkerung für weitere Jahrzehnte den täglich
möglichen Katastrophen ausgesetzt. Dieser Beschluss,
ein Vertrag zwischen Bundesregierung und Stromkonzernen
vom Juni 2000, garantiert de facto erstmalig den Bestand
der Atommeiler. Für nackte Kapitalinteressen wird
das Grundrecht auf Unversehrtheit außer Kraft gesetzt
und die Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen
unverantwortbar in Gefahr gebracht.
Die
Atommüllberge wachsen...
Falls es bei den jetzigen Restlaufzeiten bleibt, wird
sich die tödlich strahlende Atommüllmenge seit
dem
Stillhalte-Atomkonsensvertrag noch verdreifachen. Weltweit
gibt es kein sicheres Endlager, das auch nur
annähernd dazu in der Lage wäre den Strahlenmüll
für Millionen von Jahren von der Biosphäre abschließen
zu können. Bereits durch den Uranabbau entstehen
strahlende Abraumhalden und verseuchen und zerstören
die Lebensgrundlagen rechtloser indigener Völker.
Bei der Wiederaufarbeitung deutscher Brennelemente in
den Plutoniumfabriken La Hague (F) und Sellafield (GB)
wird Strahlenmüll ins Meer gepumpt und über
Kamine in die Umgebung geblasen. Wer in Deutschland Atomenergie
befürwortet macht sich mitschuldig an der Verseuchung
anderer Länder.
Jeder
Castortransport zementiert Gorleben als Endlagerstandort...
Während der Standortsuche und Bergwerkserkundung
wird der Bevölkerung keine juristische Klagemöglichkeit
eingeräumt. Es gibt in der Gesetzgebung keinerlei
Anzeichen, dass dazu zukünftig ein demokratischer
Rechtsrahmen für gerichtliche Auseinandersetzungen
geschaffen würde. Erst dann, wenn vollendete Tatsachen
geschaffen wurden, wie im Schacht Konrad bei Salzgitter,
darf viel zu spät und mit wenig Erfolgsaussichten
gegen die Betriebsgenehmigung geklagt werden. Sei es das
marode Salzbergwerk Morsleben, oder die abgesoffenen Schächte
im Salzbergwerk Asse, für die Bevölkerung ist
keine Klagemöglichkeit vorgesehen. Es bleibt also
nur der Widerstand auf der Strasse, um Argumente öffentlich
wahrnehmbar vorzutragen!
Atommüllmilliarden
einkassieren...
Für AKW-Abriß- und Entsorgungskosten müssen
die Atombetreiber aufkommen. Über einen Aufschlag
auf ihre Stromrechnungen, den die Normalkunden bezahlen
müssen, bilden sie steuerfreie Rückstellungen.
Zur Zeit sind rund 35 Milliarden Euro zurückgestellt",
denn die Rückstellungen" werden nicht
in cash für zukünftige Entsorgungskosten bereitgehalten,
sondern das Atommüllgeld wird in Machterweiterung
auf dem Markt investiert. Aufkäufe in der Wasser-,
Gas-, Müllverbrennungs- oder Verpackungswirtschaft
werden damit finanziert. Eine gigantische Wettbewerbsverzerrung
zum Nachteil der regenerativen Energieerzeugung. Auch
die Atomstromer sind vor Pleiten nicht sicher. Das Geld
für Entsorgungskosten wäre dann futsch und die
Bevölkerung müsste dann über Steuern doppelt
für das atomare Abenteuer blechen. Wir fordern die
sofortige Überführung der Rückstellungsmilliarden
in einen öffentlich rechtlichen Fond. Das politische
Gerede um alternative Endlagerstandorte ist erst ernst
zu nehmen, wenn die Finanzierung geklärt ist.
Aktenzeichen Tag X ungelöst...
Wer von seinem grundrechtlich verbrieften Recht auf freie
und wahrnehmbare Meinungsäußerung öffentlich
Gebrauch machen will, wird mit Kriminalisierung und Repression
bedroht. Für den Castortransport im
November wurde bereits angekündigt mindestens 18.000
Polizisten ins 50.000 Einwohner zählende Wendland
zu schicken. Stundenlange Ingewahrsamnahmen von im Schnitt
300 Menschen sind beim Transport Normalfall".
Würde das Szenario 1:1 nach Berlin übertragen
hieße das: Bei einem Castortransport nach Berlin
würden (bezogen auf 3.000.000 Einwohnern) 1.080.000
Polizisten 18.000 Verhaftungen vornehmen und die Betroffenen
aus Platzproblemen wahrscheinlich ins Olympiastadion sperren.
Das
wäre ja ein Polizeistaat? Ja...
Das niedersächsische Innenministerium plant, die
Polizei jetzt auch noch als Versammlungsbehörde einzusetzen.
Demonstrationen, Kundgebungen und Mahnwachen müssen
dann bei dem Behördenapparat angemeldet werden, der
bereits jetzt immer wieder fragwürdige Gefahrenprognosen
erstellt. Nicht als Schutz der Bevölkerung vor dem
Risiko Atomkraft, sondern nur zum Schutz der wirtschaftlichen
Interessen der Atomindustrie vor der Grundrechte wahrnehmenden
Bevölkerung. Aktive AtomkraftgegnerInnen sind nicht
nur den Atomstromern und der willfährigen Politik
lästig, sondern auch der Polizei. Die versagende
Politik schickt eine Polizeiarmada, um uns aus dem Weg
zu räumen. Konfliktlösung nicht nur in Deutschland...
Die Polizei als Versammlungsbehörde? Ein weiter Stiefelschritt
in den Polizeistaat! In Frankreich steht seit kurzem bereits
die Veröffentlichung der Transporttermine bei Gefängnisandrohung
unter Militärgeheimnis.
Tropfsteinhöhle
Gorleben aufgeben...
Es wird weiter versucht zu suggerieren das Atommüllproblem
im Griff zu haben. Das Hin- und Herkutschieren von Castorbehältern
von einem Ort zum anderen hat nichts mit Entsorgung"
zu tun. In Gorleben stehen die Dinger in einer Halle herum.
Wie lange? Keiner weiß es. Ungenügende Falltests,
Brandversuche, angebliche Flugzeugabsturzimmunität:
Castorsicherheitsüberprüfungen finden seit Jahren
nur noch per Computersimulation statt. Virtuelle Sandkastenspiele.
Die Gorlebener Pilotkonditionierungsanlage ist vorerst
von denen, die behaupten, der Castor sei sicher, als Reparaturwerkstatt"
eingerichtet. Gleich nebenan findet man die Endlagerbaustelle.
Im Salzstock soll in 800 Metern Tiefe der heiße
Müll eines Tages für alle Ewigkeit verbuddelt
werden. Obwohl das marode Gorlebener Deckgebirge des Salzstocks
bekanntermaßen keine Barrierenfunktion erfüllen
kann. Auch die Grundwasserverbindungen verdeutlichen alarmierend,
dass der radioaktive Müll nicht lange von der Biosphäre
abgeschlossen werden kann. Trotzdem wurden bislang 1,3
Mrd. Euro an der Endlagerbaustelle in den Sand gesetzt.
Dies darf nicht als Argument für ein Festhalten am
Standort herhalten! Halbwertzeiten, die Eiszeiten überdauern
werden, können nicht durch buchstäblich billige
Lösungen" außer Kraft gesetzt werden.
Der Standort Gorleben ist ein Relikt aus den Zeiten des
kalten Krieges". Er wurde nicht aus geologischen
Erkenntnissen, sondern politischen Erwägungen durchgesetzt,
denn wie eine Halbinsel ragte das Wendland in die DDR
hinein. Der kalte Castor-Krieg" gegen die Bevölkerung
ist eines sich demokratisch nennenden
Gemeinwesens zutiefst unwürdig. Jeder Castortransport
nach Gorleben zementiert den Endlagerstandort.
Dagegen stellen wir uns entschieden quer!
Neue
AKWs an der Küste...
In der letzten Woche startete die Atomlobby eine Kampagene
für den Neubau von Atommeilern. Der Vorsitzende der
IG Chemie,, Bergbau, Energie und Schröder-Intimus
Schmoldt plädierte für neue AKWs an der Küste.
Niedersachsens Ministerpräsident Wulff schwärmte
mit Unterstützung seiner Parteichefin Merkel von
neuen Reaktor-Generationen. Auch der Boss des Atomkonzerns
Vattenfall, Rauscher, will die "Option Kernenergie"
nicht für alle Zeiten begraben. Unterstützt
wurde die kampagne durch atomfreundliche Kommentare in
wirtschaftsnahen Zeitungen. Da wird also ein Versuchsballon
gestartet, um zu sehen, wie die Gesellschaft darauf reagiert.
Geben wir beim Castor-Transport nach Gorleben die deutliche
Antwort und lassen den atomaren Versuchsballon laut hörbar
platzen!
Es
gibt kein sicheres Endlager...
Kein Atomklo Gorleben!
Wir sind am Zug Auf ins Wendland!
7.11., 9:30, SchülerInnen-Demo, ab Schule Lüchow
8.11., 13:oo, Auftaktdemo, ab Marktplatz Dannenberg
10.11., 16:oo, Demonstration, Clamartpark Lüneburg
Telefon
Info-Hotline: 01805 2 5 2 7 6 9
Gedächtnisstütze: 01805 A L A R M X
(für die Handytastatur) 12 cent/Min
Weitere
Informationen: www.bi-luechow-dannenberg.de
Ab
8.11. Infopunkt u. Schlafplatzbörse, Dannenberg,
am Markt
Lüneburg: www.ligatomanlagen.de Infotel.: 04131-48599
Ab 8.11. Infopunkt Clamartpark, Lüneburg: 04131-264780
Stoppt
die Atomindustrie!
ErstunterzeichnerInnen
des Aufrufs sind u.a.:
IPPNW/Internationale
Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs/Ärzte
in sozialer Verantwortung - BBU/Bundesverband Bürgerinitiativen
Umweltschutz e.V. - Robin Wood e.V. - BUND Kreisgruppe
Göttingen - Prof. Dr. Rolf Bertram /Wissenschaftlicher
Beirat ATTAC - Konstantin Wecker - Hartwig Berger/Sprecher
BAG Energie B90/Grüne - BI Kein Atommüll in
Ahaus e.V. - BI Kernenergie e.V. zur Förderung alternativer
Energiekonzepte - Renate Backhaus - LigA/Lüneburger
Initiative gegen Atomanlagen - Aktionsbündnis Castor-Widerstand
Neckarwestheim - Atomplenum Hannover - Bäuerliche
Notgemeinschaft Lüchow Dannenberg - IDAS/MotorradfahrerInnen
gegen Atomkraft
Widerstand
braucht nicht nur Fantasie sondern auch Geld! Spenden
sind steuerlich absetzbar.
Spendenkonto BI Umweltschutz Lüchow Dannenberg KSPK
Lüchow BLZ 258 513 35 (2 060 721)
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