Aktionsbündnis CASTOR-Widerstand Neckarwestheim 

4. Castor-Transport aus Neckarwestheim im Juli 2002
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"Jetzt ziehen mal alle ihre Regenmäntel an und dann reiten wir los......... ."

TSK 2./3. Juli 02 - ein paar Gedanken dazu


Wir werden immer weniger.

Wir schaffen es fast immer, kurz auf die Schienen zu kommen, einen Platzverweis abzuholen, oder uns sonst irgendwie mit den grünen VertreterInnen der Staatsmacht anzulegen.
Das ist wichtig für unser momentanes Befinden und es ist vor allem wichtig, um die Befürchtung der Gegenseite aufrecht zu erhalten, es könnte ja mal mehr passieren, wenn sie nicht so massiv auftreten würde.
Würde es ja auch.
Was wir nicht schaffen ist, in der Öffentlichkeit selbst so massiv aufzutreten, dass niemand mehr an der Erkenntnis vorbei kommt, der Widerstand gegen die Atomindustrie lebt noch und er ist in großen Teilen der Bevölkerung verankert. Wir schaffen es zur Zeit nicht, so massiv aufzutreten, dass wir nicht totgeschwiegen oder in einem Nebensatz abgehandelt werden können.
Wir schaffen es auch nicht, den Zug wenigstens 10mal auf seiner Fahrt durch die BRD wirklich auf- oder anzuhalten (Die Strecke ist lang, nicht jeder Wald und nicht jedes Maisfeld wird überwacht).

Um dies zu ändern, brauchen wir eine zweigleisige (!) Strategie, die auch unterschiedliche Menschen einbinden kann. Und für diese Strategie brauchen wir als Hintergrund ein gesamtgesellschaftliches Konzept, das den Zusammenhang zwischen atomarer Müllverschiebung und Weiterführung der Atomindustrie, zwischen Atomindustrie und Staatssystem, zwischen Castoren und Wirtschaft und zwischen dem Widerstand und uns (immer wieder kommt inzwischen die Frage von Jugendlichen am Straßenrand: "Und was bringt euch das, was ihr da macht?" - hier kann keine moralische und keine allgemeine Antwort stehen, sondern sie wollen wirklich den Bezug zwischen sich/uns selbst und dem Widerstand hören . Ein Flyer in der Tasche zu diesem Thema wäre da nicht schlecht) selbst ganz deutlich herausarbeitet und klarmacht.
Wie bekommen wir Globalisierungsgegnerinnen, -kritikerInnen, Antifas, AntiRas, Friedensbewegte, Gewerkschaften,....... dazu, auch gegen den Castor auf die Straße (Schiene) zu gehen?

Zweigleisige Strategie soll erstens heißen, mit sehr vielen Menschen hin und wieder ein Zeichen zu setzen. Durch ein oder zwei größere Demos im Jahr zu zeigen, die die gegen die Atomindustrie sind, sind viele und sie sind ein gesellschaftlicher Faktor. Das kann und soll Menschen aus den verschiedensten gesellschaftlichen Bezügen und mit unterschiedlicher Radikalität ansprechen. Dafür muss aber auch frühzeitig mobilisiert werden, z.B. ab sofort intensiv für die Straßburger Demo am 20. Oktober, nicht wie bisher bei TK im Juni für den Transport im Juli. Genauso muss für große TK Aktionen Monate vorher auf eine spezielle Aktion mobilisiert werden. Das ist bisher nicht wirklich umgesetzt worden!
Das zweite "Gleis" sind die Klein(st)gruppen, die vermehrt selbständig und fantasievoll irgendwo (!) versuchen müssen, das Trainstopping praktisch durchzusetzen. Wir müssen wie bisher bestimmte Punkte als Mahnwachen und Treffpunkte öffentlich bekannt gemacht und diese müssen auch von einigen Leuten durchgeführt werden. Parallel dazu muss aber unabhängig im Gelände gearbeitet werden und auch hierfür muss erst mal geworben und mobilisiert werden. Vorschläge von fantasievollen Aktionen, die von kleinen und größeren Gruppen ganz individuell durchgeführt werden können, müssen erarbeitet, ausprobiert und zur Nachahmung verbreitet werden.

 
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