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Atomkraftwerk
Neckarwestheim
Hochradioaktive
Atommüllverschiebungen nach Sellafield
Das Atomkraftwerk Neckarwestheim plant in diesem Jahr eine Rekord-Atommüllverschiebung
in die Plutoniumfabrik nach Sellafield in England. Mit 5 Transporten
sollen insgesamt 15 Atommüllbehälter auf die atomare Reise
gehen. Jeder der Excellox 6 - Behälter enthält jeweils
7 hochradioaktive Brennelemente. Die Betreiber des GKN und die zuständigen
Behörden planen die hochgiftige Fracht als Geheimtransporte,
eine Information der Öffentlichkeit über den Transporttermin
und die Transportstrecke soll nicht stattfinden.

Sie stehen auf dem Bahnhof und warten auf ihren Zug, oder Sie wohnen
gar in einem Ort an der Bahnstrecke?
Ja, dann
müssen Sie damit rechnen, mit obigen Behältern auf radioaktive
Tuchfühlung zu kommen. Wenn Sie einen Geigerzähler dabei
haben, kann er Ihnen die erhöhten radioaktiven Werte dokumentieren.
Warum überhaupt Atommülltransporte?
Bei
der Produktion von Atomstrom fällt täglich hochradioaktiver
Atommüll an. Jedes Jahr werden in den beiden Neckarwestheimer
Atomkraftwerken 115 Stück von insgesamt 370 der noch für
jahrtausende strahlenden Brennelemente ausgetauscht. Ihre radioaktive
Strahlung wäre für Menschen sofort tödlich, wenn
sie nicht mehrere Meter tief in mit Bor angereichertem Wasser gelagert
würden. Seit über zwanzig Jahren sind in der Bundesrepublik
der Atomkraftwerke in Betrieb, ohne dass die Endlagerfrage für
den Atommüll geklärt ist. Die bisherige Entsorgung
bestand in Abtransporten in die Plutoniumfabriken La Hague in Frankreich
und Sellafield in England. Nach Frankreich wurden seit 1973 bisher
4800 Tonnen und nach England seit 1980 bereits 650 Tonnen an Atommüll
verschoben. Einzig, damit die AKWs nicht an ihrem hochgiftigen Plutonium-Müll
ersticken und abgeschaltet werden müssen.
Die Atomindustrie bezeichnet...
...
die Plutoniumfabriken als Wiederaufbereitungsanlagen.
Gerade so, als ob dort harmloser Müll gesammelt und als Rohstoff
wieder verwertet werden könnte. Das Gegenteil ist wahr. Ein
verbrauchtes atomares Brennelement enthält zu 95% nicht mehr
verwendbares Uran und 1% hochgiftiges Plutonium. Die Brennstäbe
werden zerkleinert und in einem schwierigen chemischen Verfahren
wird mit siedender Salpetersäure das Plutonium vom Uran getrennt.
Alle Arbeitsschritte erfordern sehr viel Wasser, das anschließend
als radioaktiver Abfall ins Meer geleitet wird. In Sellafield allein
jährlich drei Milliarden Liter! Und es entstehen radioaktive
Gase, die an die Umgebung abgegeben werden.
Insgesamt erhöht sich bei der sogenannten Wiederaufarbeitung
in den Plutoniumfabriken die hochradioaktive Müllmenge um das
12 - 15 fache. Dieser Atommüll wird in Kokillen verglast und
muss vertragsgemäß wieder nach Deutschland zurück.
Aus La Hague sollen in den nächsten Jahren ca. 2800 und aus
Sellfield ca. 700 Kokillen zurückkommen.
Für
das ungelöste Atommüllproblem gibt es nur eine Lösung:
Keine
weiteren Atommülltransporte!
Alle Atomanlagen sofort abschalten!
Atomkraft
- die tödliche Gefahr

Die
Plutoniumschleuder Sellafield
Die
Plutoniumfabrik in Sellafield in England hat zu Recht den Beinamen
Plutoniumschleuder. Gegründet wurde die sog. Wiederaufarbeitungsanlage
in dem Ort Windscale, an der irischen See gelegen, zu militärischen
Zwecken um Plutonium für Atombomben zu erhalten. Bereits 1955
wurden bei einem Unfall 33 Menschen getötet. Nach einem atomaren
Unfall, bei dem über 250 Arbeiter verstrahlt wurden, erfolgte
1957 die Umbenennung des Ortes in Sellafield. Lügen und vertuschen
gehörte für die Atomindustrie schon immer zu ihrem schmutzigen
Geschäft. Die Skandalserie in Sellafield mit weiteren Verstrahlungen
von Mitarbeitern und der Abgabe von hohen Mengen an Radioaktivität
in das Meer und die Umgebung geht ununterbrochen weiter.
Beispiele
aus der Unfallserie:
| 1973
- |
35
Arbeiter werden bei einer Explosion verseucht, der Anlagenteil
muss stillgelegt werden. |
| 1976
- |
Täglich
treten 450 Liter radioaktive Flüssigkeit aus einem Leck
aus, es kann jahrelang nicht abgedichtet werden. |
| 1983
- |
Aufgrund
der Einleitung von radioaktiven Lösungsmitteln in die irische
See müssen weite Strandabschnitte gesperrt werden. Die
Betreiberfirma wird zu 100000 Pfund Geldstrafe verurteilt. |
| 1993
- |
Durch
eine Unfallserie läuft plutoniumverseuchte Flüssigkeit
aus, die Anlage muss zum Teil evakuiert werden. |
| 2001
- |
fast
wären riesige atomare Abfallbehälter aufgrund der
Konzentration explosiver Gase explodiert. Dies hätte weite
Teile Großbritaniens radioaktiv verseucht. |
Krebs
und Leukämie:
| 1984
- |
stellt
eine Untersuchung fest, dass in Sellafield zehnmal mehr Leukämiefälle
auftreten als im Landesdurchschnitt. |
| 1997
- |
Britische
Forscher finden in einer im Auftrag des britischen Gesundheitsministeriums
durchgeführten Studie heraus, dass in den Zähnen von
Kindern und Jugendlichen Plutonium 239 + 240 vorhanden ist.
Je näher der Wohnort der untersuchten Kinder an Sellafield
liegt, desto höher die strahlende Belastung. |
| 1998
- |
Greenpeace
läßt Tauben aus der Umgebung untersuchen: sie strahlen
mit Cäsium 134 + 137 und Cobolt 60. Sie müssen als
Atommüll entsorgt werden. |
| 1999
- |
Meeresproben,
die Greenpeace am Abflußrohr der Atomanlage in Sellafield
werden in Deutschland aufgrund der hohen Strahlenwerte beschlagnahmt
und müssen ebenfalls als Atommüll entsorgt
werden. |
Im
Jahr 2000 wird bekannt, dass in Sellafield seit 1996 jahrelang bewußt
Sicherheitsprotokolle für MOX-Brennstäbe gefälscht
wurden. Dies kann zu einem Störfall in dem belieferten Atomkraftwerk
führen. Japan und einige europäische Länder kündigen
daraufhin sämtliche Verträge mit der Skandalfabrik. Nur
die deutsche Atomindustrie ignoriert alles. Die britische Überwachungsbehörde
stellt die gesamte Sicherheitsstruktur in Frage. Daraufhin erwägt
die britische Regierung sogar die Schließung der gesamten
Anlage, herauskommt jedoch nur das Austauschen der Geschäftsführung.
Denn es geht schließlich um ein Milliardengeschäft: für
ein Kilo Atommüll bezahlen die Atomkraftwerke ca. 1200 Euro.
Bis zum Jahr 2005 sollen noch weitere 580 Tonnen allein aus Deutschland
angeliefert werden. Wen interessiert es da, dass die deutschen Grenzwerte
um das 20-fache überschritten werden und die Anlage nach deutschen
Recht nicht genehmigungsfähig wäre. Die Betreiber vom
AKW Neckarwestheim auf jeden Fall nicht, sie möchten den radioaktiven
Verseuchungsweg weiterhin als Entsorgung nutzen.
Mit Ihrer Hilfe und aktiven Unterstützung können wir
dies verhindern.
Einige Links:
30.01.2002
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