Aktionsbündnis CASTOR-Widerstand Neckarwestheim 

Castor aus Mühlheim-Kährlich

Aus einem Gedächtnisprotokoll
Castor in Wörth am 17. Juni 02

Knapp 20 Leute aus Hagenbach und der näheren und weiteren "südwest- deutschen" Umgebung versammelten sich in Hagenbach am Bahnhof, um gegen den erneuten Atomtransport in die französische "WAA" zu protestieren. Angesichts der im Zusammenhang mit der TSK 02 wieder zurückgefahrenen Mobilisierung gab es diessmal keine Versuche, in Hagenbach den Zug zu stoppen...

Dennoch war auch gestern der anhaltende Protest gegen die Atomtransporte und die Forderung nach der erforderlichen sofortigen Stilllegung aller Atomanlagen durch die anwesenden AtomkraftgegnerInnen, alle als "Störer" markiert, und die Gestaltung des gesamten Bahnhofplatzes, unübersehbar. Auch die Polizei hielt es erneut für angemessen, (nach eigenen Angaben) mehrere hundert Kollegen/Innen (incl. mehreren Hubschraubern) zu diesem Transport abzustellen. Besonders beeindruckend in Hagenbach hierbei die pfälzische Kripo im durchaus sportlichen Design. Wo man/frau hinschaut/hingeht, Fahrradfahrer, zum Teil mit blossem Oberkörper, im Gepäckträger-Case die Waffe, Handschellen ect. ...

Auch die Grenze funktioniert inzwischen nicht nur bei Gipfelevents, Klauenseuche und Drittstaatenregelung... Spätestens ab 16 Uhr an beiden Übergängen in Lauterbourg Grenzkontrollen. Kam mann trotzdem durch, musste mann z.Bsp. auf der französischen Autobahn umkehren und begleitet von vier Polizeifahrzeugen wieder nach D-Land einreisen...

Dass diese Grenzkontrollen dann doch nicht verhindern konnten, dass AKW- GegnerInnen mit dem D im Pass den Zug in Lauterbourg zu einem Halt zwangen, hat die französischen CRS-Cops wohl ziemlich verärgert. Diese haben nach dem Stopp sämmliche Schlüssel der AKW-GegnerInnen unbrauchbar gemacht, nachdem sie deren Auto nicht finden konnten. Ein franz. AKW-Gegner, der die Vorfälle dokumentieren wollte, ging dabei unfreiwillig und mehr als unsanft zu Boden.

Der Atomzug hat von Mühlheim-K. bis Wörth ziemlich genau vier Stunden gebraucht. Er fuhr wohl auf der hessischen Rheinseite bis Worms, von da auf der pfälzischen Seite bis Wörth. Ca. 18.30 Durchfahrt in Hagenbach - diesesmal deutlich langsamer (ca. 40 - 50 km/h). Für erfahrene "Störer/innnen" war erneut offensichtlich, dass die ca. 11 km lange Stecke bis zur Grenze und die km danach nachwievor gerade dazu einladen, aktiv zu werden. Was doch für den zweiten "TSK"-Schwerpunkt Ende Juni (Anfang Juli?) hoffen lässt. Dies insbesondere auch auf Grund der verschiedenen "Echt-Tests", die ebenfalls an diesem Montag durchgeführt wurden...

in diesem Sinne
"Castor stoppen - Atomanlagen sofort stilllegen!"

 
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