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Tschernobyl 26.04.1986
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Der Supergau

Die Tage danach

Der offene Reaktorkern brennt noch zehn Tage weiter und spuckt wie ein Vulkan laufend die tödliche Strahlung aus. Am Tag danach bis zum 5. Mai werden mit über 180 Hubschrauberflügen etwa 5000 Tonnen Sand und Blei auf den brennenden Reaktor geworfen. Auch diese Besatzungen der Helikopter sind ohne Schutz in ihrem "heldenhaften" Einsatz.

Tschernobyl war der größte atomare Kraftwerkskomplex in der Sowjetunion. 4 Atomkraftwerke in Betrieb, zwei weitere im Bau. In der nur 4 Kilometer enfernten Stadt Pripjat, die extra für AKW-Mitarbeiter gegründet worden war, wohnen 40.000 Menschen. Am 27.4.86 ist Sonntag und der erste schöne Frühlingstag, den alle im Freien genießen. Keine Warnung an die Bevölkerung über den Reaktorunfall, der offiziell immer noch geleugnet wird. Erst am Nachmittag beginnt die Evakuierung von Pribjat mit der Aufforderung, dass die Stadt für "einige Tage" verlassen werden muss. Bis zum 5. Mai werden in der 30km-Zone um den Reaktor 135.000 Menschen evakuiert.

Erst am 28.4. meldet um 21 Uhr die sowjetische Nachrichtenagentur TASS, dass es in Tschernobyl einen Unfall gegeben hat, bei dem "Menschen zu Schaden gekommen sind."

Erst am 29.4. kommt zum ersten mal in den deutschen Fernsehnachrichten die Meldung vom Gau in Tschernobyl. Innenminister Zimmermann beteuert, dass es keine Gefahr für die Bevölkerung in Deutschland durch den Supergau gibt. Das Märchen von den sicheren deutschen Atomkraftwerken wird erfunden.

Was tun...

Die Atomindustrie steht nach Tschernobyl mit dem Rücken zur Wand. Zur besseren Verbreitung ihrer Lügen wird der "Arbeitskreis Kernenergie" gegründet. Der betreibt fortan mit millionenschweren Kampagnen Öffentlichkeitsarbeit. Die Energiekonzerne bestechen verstärkt Lokal- und Bundespolitiker mit "Beraterverträgen" und kostenlosen Reisen. Als Folge der neuen Politik der Energieversorgungsunternehmen nach Tschernobyl sitzen heute viele Bürgermeister, Landräte und Kommunalpoltiker in extra gegründeten sogenannten Beiräten der Energiekonzerne und erhalten dort jährlich mehrere tausend Euro "Entschädigung" fürs nichtstun. Andere Herren der Politik sitzen gleich im Aufsichtsrat.

Im Jahr 1987 kommt es im hessischen Atomkraftwerk Biblis fast zum Supergau. Trotz Protesten beginnt 1986 der Bau des letzten deutschen AKW´s: Neckarwestheim II. Infolge der breiten Anti-AKW-Proteste wird die bereits im Bau befindliche "Wiederaufbereitungsanlage" in Wackersdorf verhindert und 1987 der offizielle Baustopp verkündet. Der Bau eines neuen Atomkraftwerkes ist in Deutschland für alle Zeiten unmöglich.

... bis die Dinosaurier nach 20 Jahren im Jahr 2006 eine Renaissance wittern!