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Der
Supergau
Die Stromerzeugung in einem Atomkraftwerk geschieht in der
gefährlichsten Art und Weise die es auf diesem Planeten
gibt: durch fortlaufende atomare Kernspaltungen. Damit es
in einem AKW nicht sofort zum selben Explosionseffekt wie
beim Zünden einer Atombombe kommt, geschieht das Ganze
unter sogenannten konrollierten technischen Bedingungen,
todsichere Sache, wie die AKW-Betreiber behaupten. Sprich
hauptsächlich unter Wasser, wobei die enorme Hitze
beim atomaren Spalten dann das Wasser erwärmt. Der
so erzeugte Wasserdampf wird durch Röhren gejagt und
treibt dann riesige Turbinen an. Das Ganze geschieht mit
einem miserablen Wirkungsgrad von ca. 30%. Benötigt
werden zum Kühlen Unmengen an Wasser und es entstehen
fortlaufend radioaktive Gase, die über einen Kamin
an die Umgebung abgegeben werden. Die Hinterlassenschaften
dieses "technischen Wunderwerkes" strahlen noch
über Jahrtausende.
26.
April 1986 - der Supergau in Tschernobyl
In der Nacht vom 25. auf den 26. April sollte die Bedienungsmannschaft
im Block 4 der Atomanlagen von Tschernobyl ausprobieren,
ob sich die Notstromversorgung des Reaktors nach einer Schnellabschaltung
noch für kurze Zeit über den Hauptstromgenerator
aufrechterhalten läßt. Denn bis die Notstromdiesel
genügend Elektrizität zum Betrieb der Notkühlung
liefern können, vergehen 40 bis 50 Sekunden. Sicherheitstechnisch
also eine höchst wichtige Frage für einen Notfall.
Die Folge des mißglückten technischen Experiments
ist um 1 Uhr, 23 Minuten der Supergau.
Im
Block 4 kommt es innerhalb von Sekunden zur Kernschmelze
und danach zu einer unvorstellbaren Explosion. Die 2000
Tonnen schwere Abdeckung des Reaktorblockes wird nach oben
geschleudert und ein großer Teil der 180 Tonnen an
hochradioaktivem Material und die radioaktiven Gase aus
dem Reaktor geschleudert. Ein viertel des radioaktiven Materials
entweicht sofort bei der Explosion, der Rest innerhalb der
nächsten 14 Tage. Die Gase und Aerosole bilden einen
rund zwei Kilometer hohen Streifen, der vom Wind weitergetragen
wird. Der radioaktive Auswurf in Form von großen Partikeln
und Klumpen des zerstörten Kerns aus Graphit und Brennstoffelementen
geht in einem viele Kilometer breiten Radius nieder. Das
explosive Potential entspricht der Menge von 1000 Hiroshima-Bomben.
In
der Nachtschicht sind 256 Arbeiter anwesend, bereits in
den folgenden drei Jahren werden 65 von ihnen sterben. Sie
werden von den Verantwortlichen der Bedienungsmannschaft
aufgefordert, an ihren Arbeitsplätzen zu bleiben, bzw
beim Löschen der Brände mitzuhelfen. Nach sieben
Minuten treffen die ersten Feuerwehrleute ein. An zahlreichen
Stellen sind Brände, vor allem im Maschinenhaus und
auf dem Dach der Reaktorblöcke 3 und 4, die aneinander
gebaut sind. Die Verantwortlichen der Bedienungsmannschaft
wollen immer noch nicht wahrhaben, was geschehen ist. Das
Schönreden und Vertuschen der Katastrophe beginnt bereits
in jener katastrophalen Nacht. Der daneben liegende Block
3 wird erst um 5 Uhr morgens abgeschalten. (Und natürlich
später wieder in Betrieb genommen)
Die
ersten 28 Feuerwehrleute haben 30 Brände zu bekämpfen,
arbeiten ohne Schutzanzüge, Meßgeräte gibt
es keine. Der Erste bricht bereits um 2 Uhr zusammen und
wird ins Krankenhaus eingeliefert, wo er dann auch stirbt.
Fast alle 28 Männer sterben in den folgenden Jahren
den Strahlentod. Insgesamt sind in dieser Nacht 240 Feuerwehrleute
im Einsatz.
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Die Tage danach
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