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TP: "Forsmark ist der Normalfall"



Telepolis, 10.08.06

> "Forsmark ist der Normalfall"

Wolfgang Pomrehn 10.08.2006
Nach einem Fast-GAU in einem schwedischen Atomkraftwerk Ende Juli hat 
sich hier wie dort die Debatte um Sicherheit und Zukunft der 
Atomenergienutzung neu belebt

Sind sie nun sicher oder nicht? Die Umweltminister der Länder beeilten 
sich Anfang der Woche die Beteuerungen der Kraftwerksbetreiber zu 
wiederholen. Ein Unfall (1) wie der im schwedischen AKW Forsmark am 25. 
Juli (nicht am 26. wie zuvor fälschlich berichtet) könne sich nicht 
wiederholen. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (2) (SPD) ist 
vorsichtiger. Zwar hätten seine Kollegen recht, wenn man es wörtlich 
nimmt, so Gabriel am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Berlin. Die 
Wechselrichter, die in Schweden die Notaggregate steuern, würden 
hierzulande nicht verwendet. Auch, so ist bei Vattenfall (3) Deutschland 
zu erfahren, gebe es hierzulande für den Notfall eine Pufferung der 
Versorgung mit Betriebsstrom und die sensiblen Anlagen würden mit 
Gleichstrom betrieben. Zu klären sei aber, so Gabriel, wie deutsche AKW 
auf einen Netzkurzschluss oder Blitzeinschlag reagieren.


Kernkraftwerk Forsmark. Bild: Hans Blomberg/Vattenfall

Diese Frage sei durchaus offen und insofern wollte der ehemalige 
Ministerpräsident Niedersachsens nicht einfach zur Tagesordnung 
übergehen. Zumal noch weitere Fragen offen sind, denn bisher gibt es nur 
einen vorläufigen Bericht (4) der schwedischen Atomaufsicht SKI ( Statens 
Kärnkraftinspektion (5)), der dem Berliner Umweltministerium am 3. August 
zugestellt worden war. Zuvor, so Gabriel, sei er aus Schweden nur 
telefonisch unterrichtet worden. Auch der SKI-Report, der auf einer 
Inspektion des vom staatseigenen Vattenfall Konzern betriebenen AKW zwei 
Tage nach dem Unfall und dort geführten Gesprächen mit der Chef-
Ingenieurin der fraglichen Schicht basiert, verweist auf die 
Vorläufigkeit und Unvollständigkeit der Informationen und gibt nur ein 
vorsichtiges Urteil ab:

    Based upon in part preliminary information SKI considers that the 
utility (FKA) seems to have handled the critical situation correctly.

Ablauf der Ereignisse

Nach den Informationen der SKI stellt sich der Ablauf der Vorgänge wie 
folgt dar: Nach einem Kurzschluss in einem Umspannwerk musste der Reaktor 
Forsmark 1 mittels einer Schnellabschaltung heruntergefahren werden. 
Dabei ging es um die Absenkung der Leistung der Kraftwerksturbinen auf 
ein Minimum, das noch für den Betriebsstrom benötigt wird. Dieser 
"Lastabwurf", wie Fachleute es nennen, misslang jedoch, so dass 
automatisch das aus vier Dieselaggregaten bestehende Notstromsystem 
anspringen sollte. Dieses System ist auf Redundanz ausgelegt, das heißt, 
wenn ein Element versagt, reichen die anderen immer noch aus, um genug 
Strom zu liefern. Theoretisch sollten sogar zwei Aggregate reichen, aber 
das erscheint durch den Verlauf der Ereignisse in Forsmark fraglich.

Dort versagten nämlich gleich zwei Komponenten. Da die Dieselmotoren eine 
gewisse Zeit brauchen, bis sie volle Leistung liefern, gibt es zusätzlich 
Batterien, die bei Spannungsabfall elektrische Energie für jene Teile des 
Kraftwerks liefern, für die eine ununterbrochene Versorgung entscheidend 
ist. Der Gleichstrom der Batterien wird mit Wechselrichtern in 
Wechselstrom umgewandelt und umgekehrt. Die Wechselrichter sind zugleich 
dafür zuständig, Spannungsabfälle auszugleichen, in dem zum Beispiel die 
Notstromaggregate angesteuert werden. Doch zwei dieser Bauteile sind 
offensichtlich am 25. Juli in Forsmark nicht mit den hohen Überspannungen 
fertig geworden, die in Folge des Netzkurzschlusses auftraten. Zwei der 
vier Dieselmotoren wurden daher nicht automatisch gestartet, wie es der 
Fall hätte sein sollen.

Es verging allerdings einige Zeit, bis das Kraftwerkspersonal dies merkte 
und vor allem sich der Folgen bewusst wurde. Offenbar aufgrund teilweisen 
Stromausfalls funktionierten die Messsysteme nicht mehr einwandfrei, so 
dass die Mannschaft in der Leitzentrale zeitweise im Dunkeln tappte. Auch 
Computerbildschirme und Lautsprecher fielen aus. Vor allem war die 
Anzeige des Wasserstandes im Reaktor "mehrdeutig", wie es im Bericht 
heißt. Mit anderen Worten: Die Bedienungsmannschaft hatte keinen rechten 
Überblick mehr, was im Reaktorkern vorging. Nach 20 Minuten hatte sich 
der Wasserstand um zwei Meter abgesenkt und der Druck um 12 bar 
vermindert. Je nach dem wie man es sieht, war zu wenig Kühlwasser 
zugepumpt oder zu viel Dampf durch die Notventile abgelassen worden.

Wäre der Wasserspiegel weiter abgesackt, hätten sich die Brennstäbe zu 
stark erhitzt, so dass schließlich die Kernschmelze eingetreten wäre. 
Nach 23 Minuten gelang es dann jedoch, die zwei ausgefallenen 
Dieselgeneratoren von Hand zu starten. Danach, so der SKI-Bericht, habe 
sich die Lage schnell stabilisiert. Wie berichtet, hatte der langjährige 
Chef der Konstruktionsabteilung beim staatseigenen Energiekonzern 
Vattenfall Lars-Olov Högelund gegenüber der in Uppsala erscheinenden 
Zeitung "Nya Tidning" davon gesprochen (6), dass der Prozess nach nur 
sieben weiteren Minuten außer Kontrolle geraten wäre.

Viele Unklarheiten

Der genaue Ablauf der einzelnen Ereignisse ist aber für die SKI noch 
unklar, weshalb der Betreiber aufgefordert wurde, einen umfassenden 
Bericht abzuliefern.

    One problem was that the list of events was far from complete. Many 
events were registered, however with no time recorded, and probably some 
events were missing altogether. This has meant that detective work is 
needed to investigate the course of events.

Angesichts dessen ist es schon sehr verwunderlich, dass die 
Umweltminister der Länder sich so sicher sind, dass sich in Deutschland 
kein ähnlicher Vorfall ereignen kann. Von Lobbyorganisation wie dem 
Atomforum (7) erwartet man hingegen kaum etwas anderes wie folgende 
Stellungnahme:

    Nach den bisher vorliegenden Erkenntnissen über die Abläufe in 
Forsmark kann ausgeschlossen werden, dass ein solcher Zwischenfall in 
deutschen Kernkraftwerken die gleichen Folgen hätte. Es gibt keinerlei 
Anhaltspunkte für eine Übertragbarkeit des Vorfalls. Obwohl es keine 
Anhaltspunkte für eine Übertragbarkeit gibt, gebietet es jedoch die hohe 
Sicherheitskultur der deutschen Kernkraftwerksbetreiber, dass die 
Ursachen der Betriebsstörung in Forsmark gemeinsam mit den deutschen 
Aufsichtsbehörden genau analysiert werden.
    Erklärung (8) des Atomforums vom 4. August

Laissez Faire in Niedersachsen

Was es mit der "genauen Analyse" im Einzelfall auf sich hat, 
demonstrierte der niedersächsische Umweltminister Hans-Heinrich Sander 
(FDP), der dem Bundesumweltminister einfach die Einschätzung der 
Betreiber weiter reichte. Gabriel hatte am 4. August den schwedischen 
Bericht an seine Länderkollegen verschickt und um die Prüfung der 
Relevanz für hiesige AKW gebeten. Dabei habe er auch geraten, so der 
Minister am Mittwoch vor der Presse, die Stellungnahmen durch unabhängige 
Gutachter prüfen zu lassen. Sander habe sich jedoch im Gegensatz zu den 
meisten anderen Landesumweltministern damit begnügt, sich der 
Stellungnahme der Betreiber anzuschließen.

In Schweden ist jedenfalls bei aller Unsicherheit über Ablauf und 
Ursachen im einzelnen eines klar: Statt zwei hätten genauso gut drei oder 
alle vier Generatoren ausfallen können, das heißt, die Redundanz, mit der 
das System zur Sicherheit ausgelegt ist, hat nicht gegriffen. Bei der SKI 
nennt man diesen redundanzübergreifenden Fehler "common cause failure":

    This means that this is a common cause failure event. If the other 
two subs had been knocked out as well this would have led to a total loss 
of power, including the battery secured net. This is a more severe case 
than was anticipated in the Safety analysis report. During the visit 
there was no obvious direct cause for two subs being knocked out, whereas 
the other two were not.

Oder mit anderen Worten: Der aufgetretene Fehler ist offenbar einer, der 
alle vier Einheiten gleichmäßig betrifft und nur pures Glück hat 
verhindert, dass alle vier Notstromaggregate gleichzeitig ausfielen. 
Umweltminister Gabriel sprach am Mittwoch davon, dass für diesen Fall in 
Forsmark noch eine Gasturbine bereit gestanden hätte. Ob die allerdings 
schnell genug hätte angefahren werden können, war er sich nicht sicher. 
Im SKI-Beicht wird diese Gasturbine im übrigen nicht erwähnt.

Bei der deutschen Sektion der Umweltschutzorganisation Greenpeace (9) 
hält man es entsprechend für viel zu früh, um bereits Entwarnung zu 
geben. Die Redundanz sei ein wichtiger Aspekt der Reaktorsicherheit, der 
in zweifacher Hinsicht ausgehebelt wurde, meinte Greenpeace Atom-
Campaigner Heinz Sintal gegenüber Telepolis. Es sei noch keineswegs klar, 
weshalb zwei Dieselaggregate nicht für die sichere Stromversorgung des 
Reaktors ausgereicht haben. Auch Henrik Paulitz von der atomkritischen 
Ärzteorganisation IPPNW (10) weist im Gespräch mit Telepolis auf diesen 
Gesichtspunkt hin.

Vorfall in Deutschland

Die Notsysteme, so der SKI-Bericht, waren in den Jahren 1993 und 1994 in 
Forsmark eingebaut und von AEG geliefert worden.

    Information from AEG to the utility FKA, but not confirmed, claims 
that a similar event occurred in an NPP in Germany, and that AEG was 
aware of the problem and had taken measures to prevent this error 
reoccurring. This implies routines and practices connected to experience 
feedback need to be checked.

Unklar ist, in welchem deutschen AKW sich der Vorfall ereignet haben 
soll. Weder beim Umweltministerium noch bei E.ON Kernkraft war am 
Mittwochnachmittag und Donnerstagvormittag darauf eine Antwort zu 
bekommen. Bei Vattenfall Deutschland sei es nicht gewesen, meinte Firmen-
Sprecher Ivo Barneck gegenüber Telepolis. Man habe auch keine Kenntnis, 
um welches AKW es sich handeln könnte. Ebenso wenig kannte man die 
Probleme mit den Wechselrichtern, so dass man sie seiner Mutterfirma auch 
nicht hat mitteilen können. Vattenfall betreibt in Deutschland die AKW 
Krümmel und Brunsbüttel in Schleswig-Holstein. Am ebenfalls dort 
gelegenen AKW Brokdorf hält man eine Minderheitsbeteiligung. Brunsbüttel 
geht nach dem bisherigen Ausstiegsplan 2009 vom Netz.

Bei der IPPNW sieht man sich durch die Umstände des Fast-GAUs in seiner 
Kritik an der Atomkraft bestätigt. Der Vorfall in Schweden, so Paulitz, 
habe erneut gezeigt, dass viele Atomkraftwerke nicht auf dem neuesten 
Stand der Technik sind. Obwohl AEG die Probleme bekannt waren, seien 
keine Maßnahmen ergriffen worden. Derlei könne ohne weiteres auch in 
Deutschland vorkommen. Aufgrund des Kostendrucks sei heute Schlamperei 
bei den Wartungsarbeiten Gang und Gebe. Im Atomkraftwerk Neckarwestheim 1 
habe Siemens 1998 für das Schnellabschaltsystem die digitale Leittechnik 
TELEPERM XS nachgerüstet. Der Atomkraftwerkshersteller habe von einem 
"Rekord" und von einem "Traumstart" gesprochen, weil das neue System in 
nur 19 Tagen installiert worden sei. Am 10. Mai 2000 sei es dann aufgrund 
der neuen digitalen Leittechnik zu einer Blockade der für eine 
Reaktorschnellabschaltung erforderlichen Steuerstäbe gekommen. Auch in 
Forsmark 3 habe Siemens TELEPERM XS im Bereich der Steuerstabsteuerung 
nachgerüstet. "Glücklicherweise wurde am 25. Juli in Forsmark 1 und nicht 
in Block 3 das Schnellabschaltsystem angefordert", so Paulitz.

Derweil sind Kraftwerkbetreiber in Schweden zuversichtlich, dass Forsmark 
schon bald wieder ans Netz gehen kann. Der Bericht für die 
Aufsichtsbehörde sei bald fertig und offenbar sieht man danach wenig 
Hindernisse, den Reaktor wieder hoch zu fahren. Nach einem Bericht (11) 
schwedischer Zeitungen wurden inzwischen bei AEG in Deutschland 
Computersimulationen durchgeführt, die den gleichen Ablauf der Ereignisse 
ergaben, wie er sich in Forsmark zugetragen hatte. Man sei daher 
zuversichtlich, dass man den Vorfall verstanden habe.

An eine derartige Mentalität muss Umweltminister Gabriel gedacht haben, 
als er am Mittwoch davon sprach, die Entwicklung der 
Kraftwerkstechnologie erfolge nach dem Verfahren "learning by doing". 
Forsmark sei der Normalfall. AKW seien viel zu komplex, um in allen 
Aspekten vorhersehbar zu sein. Zugleich seien sie aber auch zu 
gefährlich, als dass man "learning by doing" in diesem Bereich auf Dauer 
akzeptieren könne. Für Gabriel ist daher der Forsmark-Unfall ein Grund 
mehr, am beschlossenen Atomausstieg festzuhalten. Vor allem appellierte 
er an die Betreiber, die Diskussion um die Laufzeitverlängerung der 
Altanlagen einzustellen. Vor allem die alten AKW müssten als erste vom 
Netz.

Debatte in Schweden

Auch in Schweden hat sich durch die Krise der Druck auf die Atomindustrie 
erhöht. Die schwedische Linkspartei, die im Parlament die 
Minderheitsregierung aus Sozialdemokraten und Grünen stützt, verlangte am 
dortigen Ausstiegsbeschluss festzuhalten. Bis 2010 müsse der nächste 
Reaktor vom Netz genommen werden. Sollte die Regierung nach den Wahlen im 
September weiter auf die Unterstützung seiner Partei angewiesen sein, so 
könnte das Abschalten mindestens eines Reaktors bis 2010 durchaus zur 
Bedingung gemacht werden, meinte (12) einer der Parteiführer gegenüber 
der schwedischen Presse. Bei den schwedischen Grünen begrüßte man den 
Vorstoß. Die bürgerliche Opposition, in der es ebenfalls Parteien gibt, 
die Kernkraftnutzung ablehnen, hatte sich allerdings gerade darauf 
geeinigt, dass in der kommenden Legislaturperiode kein weiteres AKW 
stillgelegt werden soll. Zuletzt wurde 2005 Barsebäck 2 stillgelegt, 
davor war im Jahre 2000 Barsebäck 1 eingemottet worden.

Hierzulande wird in den nächsten Monaten auf Betreiber und 
Aufsichtsbehörden einiges an Arbeit zukommen. Bundesumweltminister 
Gabriel erwartet von ihnen einen umfassenden Bericht. Eine der 
Fragestellungen lautet: "Kann Kurzscluss oder Blitzeinschlag dazu führen, 
dass die Sicherheitseinrichtungen ganz oder teilweise ausfallen." In 
Rahmen der Untersuchungen sollen die Aufsichtsbehörden sich nicht nur die 
Aktenlage ansehen, sondern auch die Genehmigungsunterlagen mit dem Ist-
Zustand der jeweiligen Anlagen vergleichen. Da gäbe es nämlich mitunter 
erhebliche Abweichungen, so Gabriel.

Zwischenzeitlich hat der Bundesumweltminister die Betreiber aufgefordert, 
keine Notstromaggregate im Normalbetrieb zu Wartungsarbeiten vom Netz zu 
nehmen. Seine Begründung: Forsmark habe gezeigt, dass es Fehler geben 
kann, dass die Redundanz nicht immer gegeben ist. Jedes fehlende Aggregat 
würde also im Ernstfall das Risiko unverhältnismäßig erhöhen. Für 
Vattenfall Deutschland stelle diese Aufforderung kein Problem dar, so 
Barneck. Notstromaggregate würden ohnehin nur gewartet, wenn die 
Reaktoren zur Revision vom Netz sind.

IPPNW-Liste von Schlampereien im hessischen Atomkraftwerk Biblis
* 	Am 3. Oktober 1989 war die Notstandsstromversorgung von Biblis B für 
Block A teilweise ausgefallen, weil es bei der Revision von Biblis B zu 
Fehlern bei Freischaltmaßnahmen kam. Dieser Zustand wurde vom Personal 
erst nach rund 14 Stunden erkannt und behoben.
* 	Am 6. Juni 1990 wurden in Biblis A während der Jahresrevision zwei 
Schalter verwechselt. Durch den vollständigen Ausfall der 
Gleichstromversorgung wurden - ähnlich wie in Forsmark - wichtige 
leittechnische Einrichtungen nicht mehr mit Strom versorgt.
* 	Am 23. Januar 1991 wurde in Biblis B ein Brennelement versehentlich in 
den Reaktorkern transportiert und auf ein dort befindliches anderes 
Brennelement aufgesetzt.
* 	Am 9. September 1993 wurde bei Wartungsarbeiten in Biblis B 
festgestellt, dass in einem sicherheitstechnisch wichtigen Ventil des Not-
 und Nachkühlsystems falsche Ventilteile eingebaut worden waren.
* 	Im März 1994 brannte in Biblis A der Motor einer Hauptkühlmittelpumpe, 
weil es aufgrund eines bei Wartungsarbeiten in dem Motor vergessenen 
Stahlmeißels zu einem Kurzschluss gekommen war.
* 	Am 23. Februar 1995 kam es in Biblis B zu einer gefährlichen Leckage. 
Die betreffende Rohrleitungsstelle war erst wenige Monate zuvor geprüft 
worden. Hierbei gab es keinerlei Hinweise auf mögliche Schäden.
* 	Am 18. August 1997 fielen in Biblis B zwei Nebenkühlwasserpumpen aus, 
die für die Wärmeabfuhr aus dem Reaktorkern in Betrieb waren. Ursache war 
ein Lagerschaden an einer Pumpe, der vermutlich durch einen im Laufrad 
der Pumpe befindlichen Schutzhelm ausgelöst worden war.
* 	Bei der Anlagenbegehung von Biblis A am 9. Mai 1999 zur Überprüfung 
des Notkühlsystems wurden Abweichungen der Siebflächen von der 
Anlagendokumentation und der Genehmigung weder vom Betreiber noch vom TÜV-
Nord erkannt.
* 	Am 6. August 2001 riss in Biblis B ein abgebranntes, hochradioaktives 
Brennelement beim Verladen mit dem Hallenkran auseinander und stürzte ab, 
weil das Bedienungspersonal des Betreibers das Brennelement nicht hoch 
genug angehoben hatte.
* 	Am 18. Oktober 2001 teilte das Bundesumweltministerium mit, dass in 
Biblis B Korrosionserscheinungen in den Hauptkühlmitteilleitungen 
möglicherweise 23 Jahre lang nicht entdeckt wurden.
* 	Am 13. März 2002 stürzte in Biblis A eine Ultraschallmesseinrichtung in den gefluteten Reaktordruckbehälterraum.
* 	Am 19. Juni 2002 kam es in Biblis B zum Ausfall der Notstandsstromversorgung für Block A, weil elektrische Arbeiten in zwei Schaltern fehlerhaft geplant und entsprechend falsch ausgeführt wurden.
* 	Am 28. August 2002 kam es in Biblis B zum Ausfall der Notstandsstromversorgung für Block A, weil elektrische Arbeiten in einer falschen Redundanz durchgeführt wurden.
* 	Am 9. Mai 2004 wurde bei Sonderprüfungen festgestellt, dass Schalter 
an Komponenten des Notspeisewassersystems fehlerhaft eingestellt waren. 
Nach Angaben der hessischen Atomaufsicht handelte es sich um eine 
"systematische Störung", die in Biblis A und B an insgesamt 15 
Komponenten gefunden wurde. Der systematische Fehler wurde erst aufgrund 
von Sonderprüfungen und aufgrund erster Befunde aufgrund weiterer 
gezielter Prüfungen gefunden.
Links

(1) http://www.telepolis.de/r4/artikel/23/23259/1.html
(2) http://www.bmu.de/
(3) http://www.vattenfall.com
(4) 
http://www.ski.se/dynamaster/file_archive/060803/33cd15dfe7e3739372aa77bbc
24f96b0/RASK%2dreport%20english.pdf
(5) http://www.ski.se
(6) http://www2.unt.se/avd/1,1786,MC=1-AV_ID=519224,00.html
(7) http://www.kernenergie.de/
(8) 
http://www.kernenergie.de/kernenergie/de/aktuell/aktuelles_detail.php?navi
d=&detail=/aktuelles/de/2006_08_04_aktuell.php&navid=1
(9) http://www.greanpeace.de
(10) http://www.ippnw.de
(11) http://www.thelocal.se/article.php?ID=4539
(12) http://www.thelocal.se/article.php?ID=4515

Telepolis Artikel-URL: http://www.telepolis.de/r4/artikel/23/23315/1.html