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Schw. T: Riedlingen - Region eignet sich als Atommüll-Standort



Schwäbisches Tagblatt, 05.09.06

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> Region eignet sich als Atommüll-Standort

RIEDLINGEN/REGION - Eignet sich das Gebiet entlang der Donau zwischen Ulm 
und Riedlingen für ein Atommüll-Endlager? Ja, sagt eine Studie der 
Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR). Darin wird die 
Ansicht vertreten, dass eine Tongesteinsformation entlang der Donau für 
ein Endlager in Frage käme.

Von unserem Redakteur Gerd Mägerle

Maximal 40 Jahre dürfen abgebrannte Brennelemente aus Kernkraftwerken in 
Zwischenlagern untergebracht werden, um abzukühlen, bevor sie in einem 
Endlager für eine Million Jahre im Erdboden verschwinden sollen. Zur 
Einrichtung eines solchen Endlagers gab es bereits Erkundungsarbeiten in 
einem Salzstock im niedersächsischen Gorleben. Diese sind mittlerweile 
aber gestoppt. Der von der rot-grünen Regierung im Jahr 2002 eingesetzte 
Arbeitskreis Auswahlverfahren Endlagerstandorte (AkEnd) hat 
Mindestanforderungen für solche Lagerstätten definiert.

Lücke in Deutschland schließen
Region eignet sich als Atommüll-Standort

RIEDLINGEN/REGION - Eignet sich das Gebiet entlang der Donau zwischen Ulm 
und Riedlingen für ein Atommüll-Endlager? Ja, sagt eine Studie der 
Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR). Darin wird die 
Ansicht vertreten, dass eine Tongesteinsformation entlang der Donau für 
ein Endlager in Frage käme.

Von unserem Redakteur Gerd Mägerle

Maximal 40 Jahre dürfen abgebrannte Brennelemente aus Kernkraftwerken in 
Zwischenlagern untergebracht werden, um abzukühlen, bevor sie in einem 
Endlager für eine Million Jahre im Erdboden verschwinden sollen. Zur 
Einrichtung eines solchen Endlagers gab es bereits Erkundungsarbeiten in 
einem Salzstock im niedersächsischen Gorleben. Diese sind mittlerweile 
aber gestoppt. Der von der rot-grünen Regierung im Jahr 2002 eingesetzte 
Arbeitskreis Auswahlverfahren Endlagerstandorte (AkEnd) hat 
Mindestanforderungen für solche Lagerstätten definiert.

Lücke in Deutschland schließen

Die BGR erhielt 2003 vom Bundeswirtschaftsministerium den Auftrag, eine 
Studie über die Verbreitung von Tongesteinen als potenzielle 
Wirtsgesteine für die Endlagerung hochradioaktiver Abfälle in Deutschland 
zu erstellen. In verschiedenen internationalen Endlagerkonzepten, werde 
das bereits untersucht, "in Deutschland sollte diese Lücke geschlossen 
werden",begründet Volkmar Bräuer von der BGR. "Tongesteinsformen eignen 
sich neben Salzstrukturen und kristallinen Gebieten ebenfalls für 
Endlagerstätten", so Bräuer. Vor allem die geringe Durchlässigkeit sei 
eine ideale Eigenschaft des Tons für solche Zwecke. Dagegen beurteilt die 
BGR die Bergbauerfahrung mit Tonformationen als eher gering. In der 
Studie werden mächtige Tonsteinvorkommen in der Kreide Norddeutschlands 
und im Jura Nord- und Süddeutschlands als untersuchungswürdig für 
Endlagerstätten erachtet, darunter ein Bereich entlang der Donau, der in 
etwa zwischen Ulm und Riedlingen verläuft. "Vor-Ort-Untersuchungen haben 
wir allerdings keine gemacht", schränkt Bräuer ein. Die bisherigen 
Erkenntnisse beruhten auf Literaturrecherche und Archivmaterial.

"Entscheidungsbasis für Politik"

Dass es deswegen nun zu Vor-Ort-Untersuchungen oder gar dem Bau eines 
atomaren Endlagers irgendwo entlang der Donau komme, kann Bräuer momentan 
nicht erkennen. "Es ist für uns bei der BGR auch nicht erkennbar, welche 
konkreten Entscheidungen mit unserer Studie verbunden sind." Sie sei 
lediglich eine Entscheidungsbasis, die für die Politik wichtig sei. "Ich 
halte es aber für genauso wichtig, dass die Öffentlichkeit weiß, welche 
Gebiete für ein Endlager zumindest in Frage kommen." In Buchform werde 
die Studie der BGR gegen Ende des Jahres erhältlich sein, sagt Bräuer. 
Momentan steht im Internet ein Kurzbericht zur Verfügung.

Wie es in Sachen Endlager weitergeht, ist derzeit ungewiss. 
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel wolle noch im Lauf des Jahres einen 
Lösungsvorschlag unterbreiten, heißt es aus Ministeriumskreisen. Im 
Koalitionsvertrag ist von einer Lösung "in dieser Legislaturperiode" die 
Rede. Bislang stehen lediglich die eingangs erwähnten Zwischenlager zur 
Verfügung. Das bundesweit größte befindet sich in Gundremmingen. 192 
Castor-Behälter sollen in den Hallen dort Platz finden.


(Stand: 05.09.2006 00:16)