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ND: Genehmiger - Bruno Thomauske / Für den Chef der AKW-Sparte von Vattenfall ist das



Neues Deutschland, 06.09.06

> Genehmiger
> Bruno Thomauske / Für den Chef der AKW-Sparte von Vattenfall ist das 
AKW Brunsbüttel sicher 
 
Der von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) geforderte 
Sicherheitsnachweis für die Notstromversorgung des umstrittenen 
Atomkraftwerks Brunsbüttel ist immer noch nicht erbracht, doch Bruno 
Thomauske behauptet: »Wir haben belegt, dass Brunsbüttel besonders gut 
auf mögliche Störungen in der Stromversorgung vorbereitet ist.« Thomauske 
ist Geschäftsführer der Vattenfall Europe Nuclear Energy GmbH (VENE), die 
die Atomkraftaktivitäten des schwedischen Energiemultis Vattenfall 
bündelt und gemeinsam mit E.on die norddeutschen AKW Brokdorf, 
Brunsbüttel und Krümmel sowie den stillgelegten Meiler in Stade betreibt.
Thomauske (Jg. 1949) ist in der Atomgemeinde kein Unbekannter. Vor seinem 
Job bei Vattenfall war der gelernte Physiker 20 Jahre lang in führender 
Position beim Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) tätig. Er leitete hier 
die Erkundung des Salzstocks Gorleben, übernahm später zudem die 
Verantwortung für die Endlagerprojekte Schacht Konrad und Morsleben. 
Zuletzt war er beim BfS für die Genehmigung der Castortransporte sowie 
der Zwischen- und Interimslager an den AKW-Standorten zuständig. 
Thomauske leitete die atomrechtlichen Anhörungen, diskutierte, erörterte 
- und genehmigte. Befürchtungen von Anwohnern wischte er als 
»unbegründet« vom Tisch. Für alle von den AKW-Betreibern beantragten 
Zwischenlager - einschließlich der Standorte Brunsbüttel und Krümmel - 
gab er für das BfS Grünes Licht.
Nach seinem Wechsel zu Vattenfall im Herbst 2003 rückte Thomauske schnell 
in die Geschäftsführung auf. Ob er, wie Atomgegner mutmaßen, bei dem 
Energieunternehmen schon vorher unter Vertrag stand, ist unklar. Auf 
jeden Fall fordert die Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg die Überprüfung 
sämtlicher unter Thomauskes Federführung erteilten Genehmigungen für 
Atomanlagen. Laut BfS ist das längst geschehen. Nach dem Wechsel zu 
Vattenfall habe die Stabsstelle für »Innenrevision und 
Korruptionsprävention« die Unterlagen der Verfahren zu den Zwischenlagern 
Brunsbüttel und Krümmel auf eine unzulässige Einflussnahme zugunsten von 
Vattenfall hin überprüft; Hinweise habe es nicht gegeben. Intern heißt es 
beim BfS jedoch: »Thomauske ist ein Problem.«
Reimar Paul