HN-St: Atom-Profit soll in regenerative Energien fließen
Heilbronner Stimme, 14.09.06
> Atom-Profit soll in regenerative Energien fließen
Von Kilian Krauth
Landes-Wirtschaftsminister Ernst Pfister (FDP) rechnet damit, dass das
Festhalten am Ausstiegsbeschluss aus der Atomenergie für Baden-
Württemberg in den nächsten zwei Jahrzehnten teure Ersatzbauten von
Kraftwerken nötig macht. Durch den Wegfall der Atomkraftwerke und den
Verschleiß konventioneller Kraftwerke müssten neue Kraftwerke mit einer
Gesamtleistung von 7500 Megawatt gebaut werden.
Pure Verschwendung, findet Pfister mit Blick auf die beiden Blöcke des
Kernkraftwerks Neckarwestheim. Nach dem Ausstiegsbeschluss der früheren
rot-grünen Bundesregierung soll GKN I im Jahr 2009, der zweite
Kraftwerksblock im Jahr 2021 abgeschaltet werden. Beim Besuch in der
Redaktion der Heilbronner Stimme rechnete er ges-
"Die Windenergie überlassen wir dem Norden"
tern vor: "20 Mal die Leistung von Obrigheim". Der Meiler des KWO ist
bereits abgestellt. Könnte man den Ausstieg noch stoppen und die
Kernkraftwerke stattdessen noch zehn bis 15 Jahre laufen lassen, der
Wirtschaftsminister würde die Energieversorger dazu verpflichten,
"mindestens 50 Prozent des Profits zur unmittelbaren Weiterentwicklung
von regenerativen Energien" zu verwenden.
Die regenerativen Energien sähe Pfister gerne langfristig bei einem
Anteil von 50 Prozent (bis zum Jahr 2050). Derzeit liegt ihr Anteil an
der Energiegewinnung bei neun Prozent. In Baden-Württemberg hätten dabei
die Nutzung von Wasserkraft, Geothermie und Bio-Energie den Vorrang,
"weil das zum Land passt - die Windenergie überlassen wir dem Norden".
Vor allem die Wasserkraft wird vom Minister favorisiert: Am Rhein, wo
gerade bei Rheinfelden ein großes Laufwasserkraftwerk entsteht, sowie an
den Bächen des Schwarzwaldes gebe es dafür noch ausreichend
Möglichkeiten. (iba)