BietZ: Kein Verständnis für Endlager-Diskussion
Bietgheimer Zeitung, 02.10.06
ATOM / MDL CHEF BEMÄNGELT "HINHALTETAKTIK"
> Kein Verständnis für Endlager-Diskussion
GEMMRIGHEIM Die Abgeordnete der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Monika Chef,
kann für die vom Bundesamt für Geowissenschaften und Rohstoffe erneut
entfachte Debatte über ein atomares Endlager im Südwesten kein
Verständnis aufbringen.
Nach den Worten der Landtagsabgeordneten Monika Chef habe das Bundesamt
schon vor Jahren festgestellt, dass Tonschichten weit weniger geeignet
seien als die massiven Salzstöcke, wie sie beispielsweise in Gorleben
anzutreffen sind. Chef: "Die FDP/DVP-Landtagsfraktion lehnt auch deshalb
eine Standortuntersuchung an der Donau zwischen Riedlingen und Ulm sowie
im Hegau zwischen Gottmadingen und Engen ab, weil diese Gebiete
erdbebengefährdet sind. Wir betrachten den erneuten Vorstoß des
Bundesamtes als das Werfen von Nebelkerzen bei der bundesweiten
Standortsuche nach einem atomaren Endlager. Kritisch zu hinterfragen ist
auch, warum die betroffenen Kommunen nicht einbezogen wurden." Schon in
den 90er Jahren hat eine Untersuchung des Bundesamtes im Schwarzwald
ergeben, dass die Granit-Formationen des Blauen-Massivs für ein atomares
Endlager nicht in Betracht kommen. Wie Chef weiter sagte, habe die
Bundesregierung in Gorleben bereits über 1,5 Milliarden Euro eingesetzt,
um die Eignung der dortigen Salzstöcke wissenschaftlich zu überprüfen.
Chef: "Jetzt sollte Gorleben weiter erkundet werden. Erst wenn sich die
dortigen Salzstöcke als doch nicht geeignet erweisen würden, wären andere
Standorte gefragt." Bürgermeisterin und Landtagsabgeordnete Monika Chef
weist darauf hin, dass weitere Verzögerungen und Hinhaltetaktiken bei der
Aufhebung des Moratoriums in Gorleben zu weiteren Zwischenlagern führt.
Sie sieht darin bestätigt, dass die Laufzeit des Zwischenlagers am
Standort GKN nicht ausreichen wird und dass das Problem wieder auf dem
Rücken der Bevölkerung an den Standortgemeinden ausgetragen werde.