HN-St: Atom-Profit soll in regenerative Energien fließen
Heilbronner stimme, 14.10.06
> Atom-Profit soll in regenerative Energien fließen
Von Ansgar Haase und Marc-Oliver von Riegen
neckarwestheim Landes-Wirtschaftsminister Ernst Pfister (FDP) rechnet
damit, dass das Festhalten am Ausstiegsbeschluss aus der Atomenergie für
Baden-Württemberg in den nächsten zwei Jahrzehnten teure Ersatzbauten von
Kraftwerken nötig macht. Durch den Wegfall der Atomkraftwerke und den
Verschleiß konventioneller Kraftwerke müssten neue Kraftwerke mit einer
Gesamtleistung von 7500 Megawatt gebaut werden.
Pure Verschwendung, findet Pfister mit Blick auf die beiden Blöcke des
Kernkraftwerks Neckarwestheim. Nach dem Ausstiegsbeschluss der früheren
rot-grünen Bundesregierung soll GKN I im Jahr 2009, der zweite
Kraftwerksblock im Jahr 2021 abgeschaltet werden. Beim Besuch in der
Redaktion der Heilbronner Stimme rechnete er gestern vor: "20 Mal die
Leistung von Obrigheim". Der Meiler des KWO ist bereits abgestellt.
Könnte man den Ausstieg noch stoppen und die Kernkraftwerke stattdessen
noch zehn bis 15 Jahre laufen lassen, der Wirtschaftsminister würde die
Energieversorger dazu verpflichten, "mindestens 50 Prozent des Profits
zur unmittelbaren Weiterentwicklung von regenerativen Energien" zu
verwenden.
Windenergie Die regenerativen Energien sähe Pfister gerne langfristig bei
einem Anteil von 50 Prozent (bis zum Jahr 2050). Derzeit liegt ihr Anteil
an der Energiegewinnung bei neun Prozent. In Baden-Württemberg hätten
dabei die Nutzung von Wasserkraft, Geothermie und Bio-Energie den
Vorrang, "weil das zum Land passt - die Windenergie überlassen wir dem
Norden", so der Minister. Vor allem die Wasserkraft wird vom Minister
favorisiert: Am Rhein, wo bei Rheinfelden ein großes Laufwasserkraftwerk
entsteht, sowie an den Bächen des Schwarzwaldes gebe es dafür noch
ausreichend Möglichkeiten. iba
14.10.2006 00:00