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DPA: EnBW darf Atomkraftwerk Neckarwestheim trotz Hitze am Netz lassen



DPA, 21.07.06

> EnBW darf Atomkraftwerk Neckarwestheim trotz Hitze am Netz lassen

Neckarwestheim - Der Energiekonzern EnBW darf trotz einer weiteren 
Erhitzung des Neckars das Atomkraftwerk Neckarwestheim (Kreis Heilbronn) 
vorerst weiter am Netz lassen. Das Umweltministerium hob nach einem 
Antrag der EnBW vom Donnerstag am Freitag den Grenzwert für die 
vorgeschriebene Wassertemperatur um 0,5 auf 28,5 Grad Celsius an. EnBW 
hatte am Donnerstag allerdings einen Spielraum bis 29,5 Grad beantragt. 
Demnach darf nun Block II des Atomkraftwerks bis zu einer 
Wassertemperatur von 28,5 Grad die volle Leistung fahren. Block I muss ab 
diesem Wert die Leistung um 50 Prozent drosseln. Bereits am Freitag hatte 
sich die Temperatur des Neckar der 27-Grad-Marke genähert. Das Wasser ist 
für die Kühlung der Kraftwerke nötig und darf deshalb keine zu hohe 
Ausgangstemperatur haben.

Die Grünen im Landtag lehnten die hitzebedingte Sondergenehmigung an die 
EnBW aus ökologischen Gründen ab. "Es kann nicht sein, dass die 
Profitinteressen eines Stromkonzerns höher wiegen als Grenzwerte, die 
dazu da sind, das Ökosystem des Neckars im Gleichgewicht zu halten", 
sagte der energiepolitische Sprecher, Franz Untersteller.

Die anhaltende Hitzewelle mache zunehmend auch den Gewässern im Land zu 
schaffen, sagte Umweltministerin Tanja Gönner (CDU). "Die Lage ist noch 
nicht dramatisch. Bei einzelnen Kennzahlen rücken jedoch die kritischen 
Marken in Sichtweite", sagte Gönner. Mit steigenden Temperaturen drohe 
das ökologische Gleichgewicht in den Gewässern zu kippen. "Je höher die 
Wassertemperatur, desto geringer ist die Sauerstoffaufnahmefähigkeit des 
Wassers." Werde in den Flüssen Rhein und Neckar eine Temperatur von mehr 
als 28 Grad Celsius erreicht, seien die Energieversorger gezwungen, die 
Leistung der Kraftwerke zu drosseln beziehungsweise Kraftwerke 
abzuschalten.