SWR: Bonn/Karlsruhe: EnBW muss Netzentgelte senken
SWR, 31.07.06
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Der Energiekonzern EnBW muss die Durchleitungsgebühr für die Nutzung
seines Netzes durch andere Stromanbieter senken. Das hat die
Bundesnetzagentur in Bonn entschieden. Inwieweit sich die Entscheidungen
auf die Verbraucherpreise auswirken, ist noch offen.
Bei den Netzen der EnBW wurden rund acht Prozent der beantragten Kosten
nicht anerkannt, bei der RWE gut neun Prozent, teilte die
Regulierungsbehörde mit. Beim regionalen Verteilnetzbetreiber TEN
Thüringer Energienetze wurden die beantragten Preise sogar um 14 Prozent
gekürzt. Die Genehmigungen gelten bis Ende 2007.
Die EnBW Transportnetze AG (TNG) kritisierte die Entscheidung als "nicht
nachvollziehbar". Die Kürzung für die Gebühren seien in der Sache
unbegründet und rechtlich fragwürdig. "Die Kürzung basiert auf sachlich
und betriebswirtschaftlich nicht nachvollziehbaren Annahmen und
Auslegungen", sagte ein TNG-Vorstandssprecher. Das Unternehmen werde
rechtliche Schritte gegen den Bescheid prüfen.
EnBW: Erhebliche wirtschaftliche Einbußen
Die unternehmerischen Auswirkungen des Bescheids lassen sich zum jetzigen
Zeitpunkt nach Angaben eines EnBW-Sprechers nicht absehen. In der EnBW-
Stellungnahme heißt es lediglich: "Die erheblichen wirtschaftlichen
Einbußen, die durch die Vorgaben der Bundesnetzagentur entstehen, machen
weitere Einsparungen beim Betrieb und Ausbau des
Höchstspannungsübertragungsnetzes erforderlich."
Bereits im Juni hatte die Bundesnetzagentur die beantragten Netzgebühren
des Stromanbieters Vattenfall um 18 Prozent gekürzt und damit erstmals in
die Preisgestaltung der Energiekonzerne eingegriffen. Langfristig sollen
damit die Chancen für andere private Stromanbieter verbessert werden und
die Strompreise sinken. Die Netzentgelte machen nach Einschätzung von
Fachleuten etwa ein Drittel des Strompreises aus.