[älterer Artikel][Neuerer Artikel][Übersicht][

HN-St: Fast fünfzig Millionen Euro auf dem Konto



Heilbronner Stimme, 17.12.04

> Fast fünfzig Millionen Euro auf dem Konto

Von Joachim Rüeck

Die Gemeinde Neckarwestheim hat nach dem gewonnenen Prozess in der 
Schweiz jetzt 11,7 Millionen Euro mehr auf dem Konto. Die Rücklagen der 
Gemeinde summieren sich zum Jahresende 2004 auf 48,8 Millionen Euro.

Ein weiterer Grund für das große Geldvermögen der Kommune sind 
Gewerbesteuernachzahlungen von Muttergesellschaften des Atomkraftwerks im 
laufenden und vergangenen Jahr. Weil sich aus der Steuerkraft einer 
Gemeinde die Umlagen berechnen, muss Neckarwestheim im kommenden Jahr 
4,45 Millionen Euro Kreisumlage zahlen. Im Landkreis Heilbronn sind nur 
die Umlagen der Städte Neckarsulm, Eppingen und Bad Rappenau höher. Für 
das Geld aus dem Millionen-Prozess in der Schweiz, eine Nachwirkung des 
Veruntreuungsskandals vor zehn Jahren (wir berichteten), muss 
Neckarwestheim allerdings keine Umlage bezahlen.

Das große Anlagevermögen beschert der Gemeinde 2005 Zinseinnahmen von 1,3 
Millionen Euro. Durch die großen Umlagen prognostiziert Kämmerer Walter 
Link für den Jahresabschluss 2005, dass die Rücklage auf immer noch 
stolze 41,9 Millionen Euro zurückgeht.

Der Neckarwestheimer Haushaltsentwurf 2005, der am Mittwochabend dem 
Gemeinderat vorgelegt wurde, hat ein Volumen von 22 Millionen Euro. Trotz 
des großen finanziellen Spielraums halten sich die Investitionen der 
Gemeinde in Grenzen. Die größten Vorhaben sind derzeit der Umbau der 
Grundschule (1,2 Millionen Euro über mehrere Jahre verteilt) und der 
Sportplatz (260 000 Euro). Ob die in die Jahre gekommene Reblandhalle 
abgerissen und neu gebaut oder lediglich saniert werden soll, darüber 
streitet der Gemeinderat noch.

17.12.2004 00:00