SWR: Reaktorsicherheit - Mappus weist Vorwürfe zurück
SWR BaWü, 01.12.04
> Stuttgart
> Reaktorsicherheit - Mappus weist Vorwürfe zurück
Umweltminister Stefan Mappus (CDU) hat den Vorwurf zurückgewiesen, im
Streit um die Sicherheit des Atomkraftwerks Neckarwestheim (Kreis
Heilbronn) gelogen zu haben. Die SPD hatte Mappus vorgeworfen, die wahren
Hintergründe für die Entlassung des AKW-Chefs verschwiegen zu haben.
Selbstverständlich kenne er die Protokolle der internen EnBW-Sitzung, bei
der es zu einem heftigen Streit über angebliche Sicherheitsmängel
zwischen dem inzwischen entlassenen Reaktorleiter Eberhard Grauf und EnBW-
Chef Utz Claasen gekommen sei. In dieser Runde seien führende Experten
des Atomkraftwerkes zugegen gewesen. Sie alle hätten die Thesen von Grauf
als nicht achvollziehbar zurückgewiesen. Grauf sei entlassen worden, weil
er sich unkollegial und illoyal verhalten habe - und nicht, weil er die
Sicherheit der Kraftwerke kritisiert hat.
Der SPD-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Drexler hatte erst vor wenigen
Tagen Mappus mit deutlichen Worten kritisiert. Er habe die Öffentlichkeit
über die wahren Hintergründe für die Entlassung des Kraftwerksleiters
"getäuscht und belogen". Das Umweltministerium hatte mehrfach erklärt, es
gebe keine Hinweise darauf, dass unterschiedliche Auffassungen über
Sicherheitsfragen der Grund für die Kündigung gewesen seien.
Anlass für die Kritik der Opposition war ein Pressebericht, dass solche
Differenzen zur Ablösung des Reaktorchefs im Kernkraftwerk Neckarwestheim
geführt hätten. Der fristlos entlassene Atommanager habe heftige Kritik
an dem Zustand der Anlage geübt. Dies gehe aus Befragungs-Protokollen
hervor, die an verschiedene Ministerien gingen und auch der "Stuttgarter
Zeitung" vorlägen. Referatsleiter des baden-württembergischen
Umweltministeriums und des Bundesumweltministeriums hatten den
entlassenen Leiter Eberhard Grauf und drei weitere Mitarbeiter Anfang
November zu der Angelegenheit befragt.