HN-St: Erst gelobt und dann bei GKN gefeuert
Heilbronner Stimme, 30.11.04
> Erst gelobt und dann bei GKN gefeuert
kin
Wenige Monaten vor seiner Entlassung war der frühere GKN-Anlagenleiter
Eberhard Grauf in einer Mitgliederzeitschrift des Energie-Konzerns noch
gelobt worden. Wenige Tage nach einem Treffen von Führungskräften des
Neckarwestheimer Kernkraftwerks mit EnBW-Chef Utz Claassen folgte im Juli
der Rauswurf. Schon damals kursierte bei GKN das Gerücht, Differenzen
über sicherheitstechnische Fragen hätten zu unüberbrückbaren
Meinungsverschiedenheiten geführt, was die EnBW-Zentrale stets bestritt.
Über die Veröffentlichung der "geheimen Protokolle" war der 57-jährige
Grauf selbst überrascht. Er müsse diverse Punkte mit seinem Anwalt klären
und um Aufklärung bitten, sagte der Talheimer zu den Vorgängen im
Umweltministerium. Die Behörde hatte seine Zuverlässigkeit angezweifelt.
Der promovierte Reaktortechnik-Spezialist meinte, es sei auch aus
Protokollen zitiert worden, "die mir nicht bekannt sind."
Der GKN-Betriebsratsvorsitzende Franz Watzka will sich erst äußern, wenn
er mit der EnBW-Zentrale gesprochen hat: "Ich werde um eine Darstellung
bitten." In Neckarwestheim und Gemmrigheim ist die schlechte Stimmung
unter den GKN-Mitarbeitern bekannt. Für Neckarwestheims Bürgermeister
Mario Dürr geht die hohe Sicherheit im Kraftwerk vor. Darüber müssten
sich die Aufsichtsbehörden nun Gedanken machen.