SWR: Karlsruhe - Streit zwischen EnBW und Pfister beendet
SWR BaWü, 13.11.04
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> Streit zwischen EnBW und Pfister beendet
Der seit Wochen schwelende atompolitische Streit zwischen der Energie
Baden-Württemberg (EnBW) und Wirtschaftsminister Ernst Pfister (FDP) ist
beigelegt. Wie das Ministerium bekannt gab, hat der Energiekonzern eine
"umfassende und zufrieden stellende Erläuterung" seiner Null-Fehler-
Strategie abgegeben.
Die Befürchtung, Mitarbeiter könnten aus Angst vor Konsequenzen eventuell
auftretende Fehler in Atomkraftwerken vertuschen, seien ausgeräumt, hieß
es nach einem Gespräch mit Vertretern beider Seiten. EnBW teilte mit, sie
habe das Ministerium "voll überzeugen" können.
Als Auslöser der Debatte zwischen Pfister und der EnBW beziehungsweise
ihrem Vorstandsvorsitzenden Utz Claassen gelten die zahlreichen Störfälle
in EnBW-Kraftwerken der letzten Jahre. Zuletzt war im Juli leicht
radiokatives Wasser aus dem Kraftwerk Neckarwestheim in den Neckar
gelangt. Die EnBW hatte das Umweltministerium erst spät darüber
informiert und wurde daraufhin von Umweltminister Stefan Mappus (CDU) zu
höheren Sicherheitsauflagen verpflichtet. Zudem beantragte der Minister
ein Bußgeld gegen das Atomkraftwerk. Die EnBW wurde infolgedessen Ende
Oktober vom Umwelt- und Verkehrsministerium zu einer Zahlung 25.000 Euro
verurteilt.
Infolgedessen hatte EnBW-Chef Claasen sich für eine "Null-Toleranz-
Politik" in seinem Hause ausgesprochen. Nachlässigkeiten beim Betrieb der
EnBW Atomkraftwerke würden nicht mehr toleriert, personelle Konsequenzen
wurden angedroht. Dieser Vorschlag stieß allerdings bei Pfister auf wenig
Gegenliebe. Pfister befürchtete, dass Mitarbeiter in Atomkraftwerken aus
Furcht, ihren Job zu verlieren, Störfälle nicht mehr melden würden.