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dpa: EnBW steigert Gewinn deutlich



dpa, 13.11.04

> EnBW steigert Gewinn deutlich

Karlsruhe (dpa) - Der Energiekonzern EnBW hat seinen Sanierungskurs 
fortgesetzt und das Ergebnis deutlich verbessert. In den ersten neun 
Monaten 2004 stieg das Ergebnis nach Steuern auf 222,8 Millionen Euro - 
nach einem Fehlbetrag von 1,0 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum.

Die Konzentration auf das Kerngeschäft ließ den Umsatz um 3,6 Prozent auf 
7,24 Milliarden Euro sinken. «Die strukturelle Sanierung ist 
abgeschlossen», sagte der Vorstandsvorsitzende Utz Claassen am Freitag in 
Karlsruhe. Die operative Leistungsfähigkeit sei erheblich verbessert 
worden.

Der Energieversorger hat auch beim Schuldenabbau Fortschritte gemacht. 
Die Nettofinanzverschuldung sank um 26,1 Prozent auf 5,14 Milliarden 
Euro. Bereinigt um Einmalbelastungen aus den ersten drei Quartalen 2003 
erhöhte sich das Ergebnis vor Steuern um 133 Prozent auf 437,3 Millionen 
Euro. Für das Gesamtjahr 2004 erwartet der Vorstand einen «angemessenen 
Gewinn» und eine «angemessene Dividende».

«Unserem Ziel einer nachhaltigen Kostensenkung von einer Milliarde Euro 
bis zum Jahr 2006 haben wir uns weiter genähert», erklärte die EnBW AG in 
ihrem Zwischenbericht. «Trotz ungünstiger Bedingungen auf der Bezugsseite 
(Strom- und Kohlepreis) sind wir zuversichtlich, den Trend der ersten 
drei Quartale auch im vierten Quartal fortsetzen zu können.»

Die EnBW konzentriert sich immer mehr auf ihr Kerngeschäft Energie. Das 
Geschäftsfeld Strom hat in der ersten neun Monaten 71,4 Prozent der 
Umsatzerlöse erwirtschaftet, das Geschäftsfeld Gas 13,8 Prozent. Bis Ende 
Oktober seien 140 Tochtergesellschaften verkauft, verschmolzen oder 
anderweitig entkonsolidiert worden, teilte das Karlsruher Unternehmen 
mit. Mit nur noch 19 700 Mitarbeitern werde ein annähernd so hoher Umsatz 
erzielt wie vor wenigen Jahren mit mehr als 40 000. Dennoch bleibe «noch 
viel zu tun, und es liegen auch weiterhin noch deutliche Anstrengungen 
vor uns», sagte Claassen.

Im Mai 2003 hatte Claassen den Vorstandsvorsitz übernommen und dem 
verschachtelten Konzern sofort eine Radikalkur verordnet. Er bilanzierte 
Altlasten von mehr als einer Milliarde Euro. Millionenschwere 
Abschreibungen und Maßnahmen zur Risikovorsorge entfielen unter anderem 
auf den Entsorger Thermoselect, die inzwischen verkaufte Schuh- und 
Dienstleistungstochter Salamander und die Beteiligung an den Stadtwerken 
Düsseldorf.