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HN-Stz: Anhörung vor Ministerium



Heilbronner Stimme, 05.11.04

> Anhörung vor Ministerium

Von Roland Muschel

Auf Wunsch von Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) ist der 
ehemalige Leiter des Reaktorblocks im Atomkraftwerk Neckarwestheim, 
Eberhard Grauf, gestern im Stuttgarter Umweltministerium erneut zu den 
Umständen seiner Entlassung durch die EnBW vernommen worden.

Trittins Ministerium hält die Aufklärung des Vorfalls hinsichtlich 
befürchteter negativer Auswirkungen auf die "Sicherheitskultur" bei der 
Energie Baden-Württemberg (EnBW) für "dringlich geboten". Grauf ist nach 
wie vor Mitglied der Reaktorsicherheitskommission des Bundes, die Trittin 
in Fragen der Sicherheit von Atomkraftwerken berät. Den Wunsch der EnBW, 
ihn aus dem Gremium abzuberufen, hatte der Grüne Ende September klar 
abgewiesen. Vor einer Bewertung von Graufs Aussagen müsse die Befragung 
des ebenfalls entlassenen EnBW-Kernkraftwerksmanager Werner Zaiss sowie 
von GKN-Geschäftsführer Wolfgang Heni abgewartet werden, hieß es gestern 
in Stuttgart. Die beiden werden heute im Landes-Umweltministerium 
angehört. Derweil übte die EnBW erneut scharfe Kritik an 
Wirtschaftsminister Ernst Pfister (FDP). Der Minister begebe sich 
"endgültig auf rechtliches Glatteis", wenn er behaupte, EnBW-Chef Utz 
Claassen habe "einfach nicht die Wahrheit" gesagt. Der FDP-Politiker 
hatte Bedenken gegen die von Claassen verkündete "Null-Toleranz"-
Strategie im Umgang mit Sicherheitsmängeln in den Atomkraftwerken 
geäußert.