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SWR: EnBW feuert Technikchef Neckarwestheim



SWR HN, 17.09.04

> Neckarwestheim/Karlsruhe
> EnBW feuert Technikchef Neckarwestheim

Die Energie-Baden-Württemberg hat den langjährigen Technikchef des 
Atomkraftwerkes Neckarwestheim entlassen. In einer Pressemitteilung hiess 
es, Grund für die Abberufung seien verschiedene Vorkomnisse in den 
vergangenen Wochen. Nach dem Austritt von radioaktivem Wasser Ende Juli 
ist heute eine zusätzliche Panne bekannt geworden, bei der ölhaltige 
radioaktiv belastete Abfälle ohne Genehmigung entsorgt wurden. EnBw Chef 
Utz Classen kündigte an, sich von jedem Verantwortlichen zu trennen, der 
seiner Aufgabe nicht gerecht werde. Ab sofort werde die EnBW beim Betrieb 
ihrer Kraftwerke eine sogenannte Null-Fehler/Null-Toleranz Politik 
betreiben.

SWR BaWue, 17.09.04

> Karlsruhe
> EnBW-Technikchef nach Panne abberufen

Die Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) hat nach einer Panne im 
Atomkraftwerk Neckarwestheim den technischen Geschäftsführer der Anlage 
abberufen. Das gab ein EnBW-Sprecher in Karlsruhe bekannt.

Über eine Entlassung mit sofortiger Wirkung kann erst die 
Gesellschafterversammlung entscheiden. Konzernchef Utz Claassen kündigte 
jedoch eine "kompromisslose Null-Fehler/Null-Toleranz-Politik" an: "Wir 
werden uns von jedem Verantwortlichen trennen, der bei den Abläufen und 
im Kommunikationsverhalten seiner Verantwortung nicht gerecht wird", 
sagte Claassen. Ziel sei größtmögliche Sicherheit in den Kernkraftwerken.

Umweltminister Stefan Mappus (CDU) sagte, er hoffe, dass nunmehr der von 
der Aufsichtsbehörde erwartete "Ruck" durch das gesamte Unternehmen gehen 
werde.
Wegen des jüngsten Störfalls im Atomkraftwerk Neckarwestheim hatte das 
Umweltministerium gegen die Verantwortlichen der EnBW ein
Ordnungswidrigkeitsverfahren angekündigt.

Am 27. Juli war bei der Jahresrevision in Block II des Kraftwerks schwach 
radioaktiv verseuchtes Wasser in den Neckar gelangt. Der Zwischenfall war 
erst am 18. August entdeckt worden, weitere neun Tage später hatte ihn 
der Betreiber EnBW erst als meldepflichtig eingestuft.
Umweltminister Stefan Mappus (CDU) hatte dem Unternehmen Anfang September 
eine "falsche und unvollständige" Meldung an die Atomaufsicht 
vorgeworfen. Die EnBW hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.

Wie die EnBW jetzt mitteilte, haben weitere Nachforschungen ergeben, dass 
nicht nur radioaktives Wasser in den Neckar gelangt ist, sondern auch 
flüssige, ölhaltige Abfälle in der Maschinenhausentwässerung des 
Kraftwerks durch dieses Wasser kontaminiert wurden.