HN-St: Keine Klage mehr gegen Atomlager
Heilbronner Stimme, 17.12.03
> Keine Klage mehr gegen Atomlager
Von Joachim Rüeck
Der juristische Widerstand der Gemeinde Gemmrigheim gegen das geplante
atomare Zwischenlager am Neckarwestheimer Kernkraftwerk ist definitiv zu
Ende. Der Gemeinderat hat am Montagabend beschlossen, seine letzte Klage
zurückzuziehen.
Vor einem Monat hatte der Rechtsanwalt der Kommune fristwahrend beim
Verwaltungsgerichtshof in Mannheim Klage gegen die Betriebsgenehmigung
der Castor-Tunnels eingelegt. In einer Stellungnahme hat die Kanzlei
Wurster Wirsing nun den Gemmrigheimer Gemeinderäten allerdings klar
gemacht, dass ein erneutes Gerichtsverfahren keine Erfolgschance habe und
empfohlen, die Klage zurückzunehmen.
Einfluss nehmen könne die Gemeinde lediglich auf die Frage der
Grundwassererwärmung. Als Träger öffentlicher Belange kann Gemmrigheim im
wasserrechtlichen Erlaubnisverfahren eine Stellungnahme abgeben. Der
Betrieb des Atomlagers kann damit jedoch nicht verhindert werden.
Mit dem Ratsbeschluss (fünf Ja-Stimmen und neun Enthaltungen) endet ein
knapp dreijähriger Rechtsstreit. Man wolle das Geld der Kommune nicht zum
Fenster hinauswerfen, sagte Gemeinderat Sven Herold in der Sitzung.
Angesichts zu erwartender Prozesskosten von mindestens 150 000 Euro habe
er auch das Vorhaben aufgegeben, privat gegen die Zwischenlager-
Betriebsgenehmigung zu klagen.
17.12.2003