StZ: Castorgegner nicht an Zuganschlägen schuld
Stuttgarter Zeitung, 28.11.03
Castorgegner nicht an Zuganschlägen schuld
KARLSRUHE (Isw). Die Polizei gibt die Suche nach den Bahnattentätern im
Kreis Karlsruhe noch nicht auf. Gut fünf Wochen nach dem ersten Anschlag
und drei Wochen nach dem zweiten setzte die Bahn AG jetzt eine Belohnung
von bis zu 5000 Euro aus. Das solle dabei helfen, die Täter zu finden,
die zwei große Blechteile auf die Bahntrasse Karlsruhe-Mannheim gelegt
hatten, teilte die Polizei mit. Die Vermutung, beide Taten stünden im
Zusammenhang mit Protesten gegen einen Atommülltransport nach Gorleben,
bestätigte sich nicht. Zwar wurden einige Tage nach dem ersten Anschlag
sieben Wohnungen von Atomkraftgegnern in Nordbaden durchsucht; die
Ermittlungen hätten aber "nichts ergeben, was über einen Anfangsverdacht
hinausginge", sagte jetzt dazu der zuständige Oberstaatsanwalt.
Am 22. Oktober war der ICE Dortmund-Basel bei Graben-Neudorf über eine
Blechplatte gerast. Am 4.November rollte zehn Kilometer weiter südlich
ein Güterzug über einen zweiten Teil desselben Schildes.