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StN: Protestmarsch gegen Atomlager



Stuttgarter Nachrichten, 24.11.03

> Protestmarsch gegen Atomlager
> Nur 100 Gegner nehmen teil
 
Gemmrigheim, Kreis Ludwigsburg - Mit einem Protestmarsch zum 
Kernkraftwerk in Neckarwestheim haben am Sonntag knapp 100 lokale 
Atomkraftgegner gegen den geplanten Bau des atomaren Zwischenlagers auf 
dem Gelände demonstriert.

VON SASCHA SCHMIERER

Unter dem Motto "und die Suppe löffeln wir aus" riefen die mit Kind und 
Kegel bei der Neckarbrücke in Kirchheim gestarteten Bürger nach dem 
gescheiterten Versuch, den Atomstollen auf juristischem Weg zu 
verhindern, nun zum politischen Widerstand gegen das Projekt auf. Neben 
den im Bund der Bürgerinitiativen versammelten Atomkraftgegnern 
beteiligten sich auch neun Gemeinderäte aus Gemmrigheim an der 
Demonstration. Angeführt von einem mit dem Spruchband "Kuhmist schafft 
Leben - Atommüll schafft Tod" behängten Traktor zogen die Teilnehmer zum 
Parkplatz des Kraftwerks. Die Polizei war laut Einsatzleiter Ulrich mit 
acht Beamten vor Ort, um den Verkehr zu regeln und den Protestmarsch zu 
begleiten. Ein in Reserve gehaltener Zug der Bereitschaftspolizei in 
Göppingen wurde angesichts der überschaubaren Teilnehmerzahl wieder 
abbestellt.

Bei der Kundgebung vor dem Atommeiler trat neben dem Kirchheimer 
Kraftwerkskritiker Wolfram Scheffbuch auch Sven Herold, Gemeinderat der 
CDU, ans Mikrofon. Nachdem die Genehmigungen für die atomare Mülldeponie 
mittlerweile erteilt sind, hoffen die Atomkraftgegner auf die 
Unterstützung der Anwohner. Von einer Klage sehen sie wegen immenser 
Kosten ab. Geplant ist, in den beiden Tunnelröhren bis zu 150 Castor-
Behälter mit ausgedienten Brennstäben zu lagern. Scheffbuch: "Gegen eine 
widerstandsbereite Bevölkerung lässt sich ein Atomlager nicht 
durchsetzen."
 
Aktualisiert: 24.11.2003, 05:06 Uhr