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RPf: "Legen keine Metallteile vor Züge und gefährden Menschen"



Rheinpfalz, 10.11.03

> "Legen keine Metallteile vor Züge und gefährden Menschen"

MAXIMILIANSAU: Atomkraftgegner verwahren sich gegen Unterstellungen - 
Castortransport rollt heute durch die Südpfalz

Mit einer Dauermahnwache am SBK-Kreisel in Maximiliansau sowie einer 
"Prüfung des ordnungsgemäßen Zustandes der Bahngleise bei einem 
Spaziergang" demonstrierten gestern etwa 1oo Kernkraftgegner gegen den 
Atommülltransport von La Hague nach Gorleben, der heute auch die Südpfalz 
passiert.

"Wir legen keine Metallteile vor die Züge und gefährden Menschenleben", 
machte dabei Renate Grosmann-Kohl deutlich, als sie vor dem 
"Gleisspaziergang" die Demonstranten über die behördlichen Auflagen für 
den Nachmittag unterrichtete. Man nehme nur das verfassungsmäßige Recht 
wahr, gegen "den atomaren Wahnsinn` zu protestierun. Auch die 
Pressesprecherin der Südwestdeutschen Anti-Atom-Initiativen, Katika 
Kühnreich, verbat sich entschieden, in die Nähe "von angeblichen 
Anschlägen gegen die Bahn" gerückt zu werden. Man sollte nicht von 
Tatsachen sprechen, die keine sind, meinte sie.

Ziel der Initiativen sei es vielmehr, so Kühnreich, die Öffentlichkeit 
über diie Gefahren, die mit der Nutzung der Atomkraft verbunden sind, zu 
informieren. So gebe es weltweit immer noch kein sicheres Endlager für 
die Lagerung des strahlenden Mülls. Auch die Wiederaufbereitung in 
Frankreich oder England sei ein Irrweg durch den sich beispielsweise das 
Volumen des Atommülls vervielfache.

Nach Katikas Kühnreichs Meinung könne auch von einem Atomausstieg in 
Deutschland keine Rede sein. So werde etwa unter der rot-grünen 
Bundesregierung die Uran-Anreicherungsanlage Gronau zur größten in Europa 
ausgebaut. Die Atomindustrie könne sich dazu weiter darüber freuen, "dass 
sie der einzige Industriezweig in der Bundesrepublik ist, dessen 
Mülltransporte vom Steuerzahler beglichen werden".

Begleitet wurde die Demonstration von einem relativ großen Aufgebot von 
Bundesgrenzschutz und regulären Polizeibeamten. Auch ein Hubschrauber 
kreiste zeitweise über der Bahnlinie von Wörth nach Lauterbourg. Das 
Großangebot war einerseits eine Reaktion der Polizei auf die brennenden 
Euro-Paletten, die am Donnerstag auf die Gleise der Bahn zwischen 
Hagenbach und Berg gelegt worden waren. Andererseits richteten sich die 
BGS-Beamten schon für die Sicherung des Atommülltransportes nach Gorleben 
ein, der gestern Abend in der Wiederaufarbeitungsanlage im französischen 
La Hague starten und heute etwa gegen 13 Uhr die Grenze in Lauterbourg 
passieren soll. (ruft)