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AFP: Proteste verzögern Castor-Transport nach Gorleben



AFP, 10.11.03, 22h

> Proteste verzögern Castor-Transport nach Gorleben

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Nancy/Dannenberg (AFP)

Atomkraftgegner haben den Castor-Transport auf dem Weg in das 
Zwischenlager Gorleben am Abend erneut mehrmals aufgehalten. Wie die 
Polizei in Stuttgart bestätigte, ketteten sich im Kreis Heilbronn zwei 
Menschen ans Gleisbett. Nach Angaben der Südwestdeutschen Anti-Atom-
Initiativen stoppten Aktivisten den Zug bei Züttlingen. Bereits in 
Frankreich hatten sich Demonstranten an die Schienen gekettet und den Zug 
mit den zwölf Atommüllbehältern insgesamt drei Stunden lang aufgehalten.

Auf deutscher Seite war der Transport erstmals zum Stillstand gekommen, 
nachdem nach Polizeiangaben ein Transparent auf den Gleisen vermutet 
wurde. Anschließend sei der Zug zunächst in Richtung Würzburg weiter 
gefahren, bis er im Raum Heilbronn wieder gestoppt werden musste.

Gegen Mittag hatte eine Gruppe von AKW-Gegnern aus Frankreich und 
Deutschland den Zug nahe der lothringischen Stadt Lunéville für längere 
Zeit zum Stehen gebracht. Dort drangen nach Angaben der Gendarmerie 
einige Demonstranten bis zu den Gleisen vor; ein Franzose und ein 
Atomkraftgegner aus dem Wendland ketteten sich mit Hilfe von Rohren an 
den Gleisen an und mussten mit Schneidbrennern befreit werden. Acht 
Demonstranten wurden vorübergehend festgenommen und von der Gendarmerie 
verhört.

Auch in der lothringischen Stadt Nancy und Hoehnheim bei Straßburg 
protestierten mehrere Dutzend Atomkraftgegner gegen den Rücktransport von 
Atommüll aus La Hague in das niedersächsische Zwischenlager Gorleben. An 
den Bahnhöfen von Wörth und Bietigheim-Bissingen bei Ludwigsburg hielten 
Umwelt-Aktivisten Mahnwachen. In Göttingen demonstrierten rund 120 
Menschen, überwiegend Schüler.

Im Wendland, wo der Castor-Transport am Dienstag erwartet wird, verliefen 
die Demonstrationen nach Polizeiangaben ruhig und friedlich. Einige 
Straßenblockaden mit Treckern seien nach kurzer Zeit wieder beendet 
worden. Die Polizei will dort mit bis zu 13.000 Beamten Blockaden des 
Atommülltransportes verhindern.

Der siebte Atommüllkonvoi in das Zwischenlager Gorleben war am 
Sonntagabend planmäßig im nordfranzösischen Valognes gestartet. 
Deutschland hatte sich im Januar 2001 gegenüber Frankreich verpflichtet, 
jährlich zwölf Castor-Behälter zurückzunehmen.