dpa: Atom-Zwischenlager genehmigt
DPA, 23.10.03
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Ludwigsburg/Gemmrigheim - Der Bau des umstrittenen Atom-Zwischenlagers in
Gemmrigheim (Kreis Ludwigsburg) kann beginnen.
Das Landratsamt Ludwigsburg habe grünes Licht gegeben, teilte die Behörde
am Donnerstag mit. Der Gemmrigheimer Gemeinderat hatte mehrfach seine
Zustimmung für das geplante Zwischenlager des Atomkraftwerks
Neckarwestheim (Kreis Heilbronn) verweigert. Als Aufsichtsbehörde hat das
Landratsamt diese Weigerung nun überstimmt. Der Rechtsstreit um das
Zwischenlager für Atommüll tobt schon seit dem Jahr 2000.
Im Sommer war Gemmrigheim in der letzten Instanz - vor dem
Bundesverwaltungsgericht in Leipzig - gescheitert. Der Streit entzweite
auch die Bürgermeisterin und den Gemeinderat. Danach ging die
Entscheidung auf das Landratsamt über. Die Behörde hatte bereits damit
gedroht, die baurechtliche Genehmigung zu erteilen, wenn sich Gemmrigheim
weiter sträube. Mit jedem verstrichenem Tag könnten Ersatzansprüche durch
die Kraftwerksbetreiber gestellt werden. Die atomrechtliche Genehmigung
erfolgte Mitte September durch das Bundesamt für Strahlenschutz.
Bisher seien noch genügend Lagerkapazitäten im Neckarwestheimer
Gemeinschaftskraftwerk (GKN) vorhanden gewesen, berichtete Landrat Rainer
Haas. Nun könne die Kraftwerksgesellschaft aber nicht mehr länger mit dem
Bau des Zwischenlagers warten, ohne gegen atomrechtliche Vorgaben zu
verstoßen. Daher sei das Landratsamt eingeschritten und habe den
Bauantrag selbst genehmigt. "Mit Blick auf mögliche hohe
Schadenersatzforderungen des Kraftwerks gegen die Gemeinde musste jetzt
ein Schlusspunkt gesetzt werden." Die Kraftwerksbetreiber hatten
ursprünglich mit einem Baubeginn noch im September gerechnet. Das
Zwischenlager soll bis 2006 stehen. Rund 150 Castor-Behälter sollen darin
Platz finden. Die Kosten werden auf 30 Millionen Euro geschätzt.
dpa/lsw
23.10.2003 - aktualisiert: 23.10.2003, 17:16 Uhr