HN-St.: Verfahren für die GKN-Lager neu aufrollen
Heilbronner Stimme, 07.10.03
> Verfahren für die GKN-Lager neu aufrollen
Der Regionalverband Franken des Bund für Umwelt und Naturschutz
Deutschland (BUND) fordert, die Genehmigungsverfahren für die beiden
Brennelementlager beim Gemeinschaftskernkraftwerk Neckar (GKN) in
Neckarwestheim neu aufzurollen.
Der Verfahrensleiter sei auf eine leitende Position bei einem
Energieversorgungsunternehmen gewechselt und müsse daher als befangen
angesehen werden. Bruno Thomauske war als Projektgruppenleiter beim
Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) für die Genehmigung der dezentralen
Brennelementlager bei Atomkraftwerken zuständig. Unter anderem hat er die
Genehmigungsverfahren für das bestehende Interimslager und das Tunnel-
Zwischenlager auf dem Gelände des Atomkraftwerks Neckarwestheim geleitet.
Thomauske ist jetzt von der BfS als Prokurist an die Vattenfall Mining
und Generation gewechselt, die zusammen mit dem Energiekonzern E. ON an
vier norddeutschen Atomkraftwerken beteiligt ist.
Für die Gegner des Zwischenlagers ergibt sich daraus der Verdacht, dass
er schon in den Genehmigungsverfahren die Interessen seines neuen
Arbeitgebers verfolgt und kritische Punkte wie geologische Probleme oder
Gefahren bei Terroranschlägen nicht genügend berücksichtigt habe.
Als Konsequenz fordert der BUND das Bundesamt für Strahlenschutz auf, die
Genehmigungsverfahren für das Interims- und das Zwischenlager beim
Atomkraftwerk Neckarwestheim neu aufzurollen und die Einwendungen unter
einem von der Atomindustrie unabhängigen Leiter neu zu verhandeln.
Dabei hat das BfS bereits vor wenigen Wochen die atomrechtliche Erlaubnis
für die beiden geplanten Castor-Tunnel auf dem GKN-Gelände erteilt. (red)
07.10.2003