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RPf:1320 Tonnen hochradioaktiver Abfälle passieren die Südpfalz



Die Rheinpfalz, 13.11.02

> 1320 Tonnen hochradioaktiver Abfälle passieren die Südpfalz

> LAUTERBOURG/WÖRTH: Nur wenig Proteste gegen den größten 
Atommülltransport in der deutschen Geschichte

  Von unserem Redaktionsmitglied
  Rainer Knoll

Gegen 16.30 Uhr, 45 Minuten später als geplant, passierte der größte 
Castortransport in der Geschichte der Bundesrepublik die deutsch-
französische Grenze bei Lauterbourg. 15 Minuten später rollte der Zug, 
der Atommüll aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague 
nach Gorleben bringt, im Bahnhof Wörth ein - weitgehend unbehelligt von 
Atomkraftgegnern, die entlang der Strecke nur sporadisch protestierten.

Ob die zwölf Castor-Behälter mit 1320 Tonnen hochradioaktiven Abfalls 
nach dem zweistündigen Aufenthalt im Wörther Bahnhof weiter auf 
pfälzischem Boden gen Norden rollten, gaben Polizei und 
Bundesgrenzschutz, ebenso wie die Zahl der eingesetzten Beamten, nicht 
bekannt. Atomkraftgegner gingen im Vorfeld davon aus, dass der rund
  660 Meter lange und 2500 Tonnen schwere Zug den Weg über Karlsruhe, 
Mannheim und das Rhein-Main-Gebiet nehmen würde. In der Tat setzte sich 
der Zug in Wörth gegen 18.30 Uhr in Richtung Karlsruhe in Bewegung. Zuvor 
waren die französischen Loks durch vier deutsche ersetzt worden.

"Keine besonderen Zwischenfälle" hatte die französische Polizei 
registriert. Auf dem weiteren Weg Richtung Wörth musste man lange suchen, 
ehe man außer den an jedem Bahnübergang postierten Polizisten auch eine 
größere Ansammlung von Demonstranten entdeckte: In Hagenbach standen 
ungefähr 20 Castor-Gegner mit Transparenten: "Der Tag X - wir stellen uns 
quer." Quer stellten sich auch etwa 30 Demonstranten in der Pfortzer 
Straße in Maximiliansau, die den Verkehr behinderten und via Spruchband  
forderten: "Stoppt den Castor-Transport - jetzt." Auch hier verlief die 
Kundgebung friedlich.
Ausgeharrt hatte seit Sonntag ein knappes Dutzend Atomkraftgegner bei 
einer Mahnwache am "SBK-Kreisel" Maximiliansau. Die "öffentliche 
Aufmerksamkeit erregen" war das Ziel der zumeist jungen Demonstranten. 
Auf die Frage, warum ihre Zahl recht spärlich sei, lautete die Antwort: 
"Wir werden im Gegensatz zum letzten Transport, als Maximiliansau das 
Zentrum des südwestdeutschen Widerstandes war, dieses Mal unseren Protest 
auf viele Stationen verteilen. Es handelt sich um ein Konzept der kleinen 
Nadelstiche." Die konnten aber dem Castor-Transport gestern in und um 
Wörth - wie beim letzten Mal - nichts anhaben.

13.11.2002 Ausgabe(n): BER GER KAN LAN

> 1300 Beamte schützen Castor-Zug
> In der Südpfalz kaum Proteste gegen Atommüll-Transport nach Gorleben

WÖRTH (kra/afp). Ohne Verzögerungen und ohne nennenswerte Proteste von
Kernkraftgegnern passierte gestern der bislang größte Atommüll-Transport 
ins niedersächsische Zwischenlager Gorleben die Pfalz. Um 16.27 Uhr 
erreichte der von 1300 Beamten bewachte Zug mit zwölf Behältern und 1320 
Tonnen Atommüll aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague 
die deutsch-französische Grenze bei Lauterburg, zwei Stunden später 
überquerte er den Rhein und fuhr weiter Richtung Norden. Am Abend 
verhinderten in Mannheim zwei an die Gleise gekettete Demonstranten für 
rund eineinhalb Stunden die Weiterfahrt des Zuges. Die Polizei nahm
mehrere Personen in Gewahrsam.

  13.11.2002 Ausgabe(n): ZWE


Im Bahnhof Wörth wurde der 660 Meter lange Castor-Zug aus Frankreich an 
vier deutsche Dieselloks gekoppelt. In der Südpfalz waren rund 1300 
Beamte von Polizei und Bundesgrenzschutz im Einsatz. -FOTO: VAN 

  13.11.2002 Ausgabe(n): ZWE