RPf: Wolff: Castor-Transporte künftig geheim halten
Die Rheinpfalz, 15.11.02
> Wolff: Castor-Transporte künftig geheim halten
> Städtetags-Vize sauer über Kosten für Polizeieinsatz
Der Landauer Oberbürgermeister und stellvertretende Vorsitzende des
rheinland-pfälzischen Städtetags, Christof Wolff (CDU), hat angesichts
von bis zu 50 Millionen Euro Kosten für den Polizei- und BGS-Einsatz zum
Schutz des jüngsten Castor-Transports ins niedersächsische Lager Gorleben
gefordert, die Atommüll-Transporte künftig geheim zu halten. Das Mainzer
Innenministerium bezeichnete diesen Vorschlag als "absolute Luftnummer".
Die Kommunen nagten am Hungertuch, Bund und Länder stöhnten über
Steuerausfälle in Milliardenhöhe, "und unser Staat leistet sich ein Heer
von Polizisten, um den Castor-Transport zu sichern", sagte Wolff der
RHEINPFALZ. Die Tatsache, dass sich Landau noch nicht einmal mehr die
Sanierung des Freibades leisten könne, während der Staat 50 Millionen
Euro für die Sicherung des Atommülls auf seinem Weg ins Zwischenlager
Gorleben investiere, wertet der Landauer OB als einen Skandal, den man
einfach nicht mehr hinnehmen dürfe: "Das geht nicht zusammen."
Thematisiert worden sei die Angelegenheit auch am Mittwoch bei der
Konferenz der rheinland-pfälzischen Oberbürgermeister auf Einladung von
Innenminister Walter Zuber. Wolff sprach sich nachdrücklich für eine
künftige Geheimhaltung der Transportermine aus, so wie dies auch im
Nachbarland Frankreich Usus sei. "Und dort ist Ruhe", so Wolff.
Zuber habe sich bei dem Treffen am Mittwoch nicht zu diesem Thema
geäußert, sagte gestern sein Sprecher Eric Schaefer auf Anfrage. Dazu
habe es auch keine Veranlassung gegeben. Denn seitens der Behörden würden
die Atomtransporte ja geheimgehalten, die Informationen kämen aus
inoffiziellen Quellen an die Öffentlichkeit. Wolffs Vorschlag sei daher
"eine absolute Luftnummer".
In der Tat gibt es einen Beschluss der Innenministerkonferenz, keine
Transport-Termine bekanntzugeben. Diese wurden bislang jedoch allesamt
doch öffentlich, unter anderem, weil die Betreiberin der Anlage in La
Hague diese auf ihrer Internetseite mitteilt. Außerdem hat sich gezeigt,
dass auch Kernkraftgegner-Initiativen stets vorab über Termine und Routen
informiert sind.Einwurf