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RPf: Kommentar: Kein Geheimnis



Die Rheinpfalz, 15.11.02

> Kommentar: Kein Geheimnis 

Von Michael Konrad - Zugegeben: Der Vorschlag des Landauer 
Oberbürgermeisters hat den Charme des Naiven. Die Castor-Transporte, 
meint Christof Wolff, müssten doch von viel weniger Polizisten und BGS-
Leuten beschützt werden, wären also viel billiger, wenn sie wie in 
Frankreich geheim gehalten würden, wenn also die bösen Kernkraftgegner 
gar nicht wüssten, wann sie sich wo trotzig auf die Gleise stellen 
müssen.

Der Haken: Wolffs Idee ist illusroisch. Ein Atomtransport bleibt nämlich 
nie geheim. Diese Erfahrung musste der Mainzer Innenminister Zuber im 
vergangenen Jahr machen: Die Polizei schwieg auf seine Anordnung zu allen 
Atommüll-Transporten, aber Kernkraftgegner, Presse und damit auch die 
Öffentlichkeit wussten - was ihr gutes Recht ist - dennoch stets 
Bescheid. Auch deshalb, weil die Transporte in Frankreich alles andere 
als ein Geheimnis sind - sie interessieren dort nur kaum jemanden.

Immerhin: In einem Punkt hat Wolff Recht: Der Staat könnte zig Millionen 
Euro Castor-Kosten sparen. Er müsste die Polizei-Einsätze nur den 
Kraftwerks-Betreibern in Rechnung stellen, die mit Atomstrom viel mehr 
als nur zig Millionen Euro verdienen.