dpa: Bau von Atommülllager - Endgültige Entscheidung im Frühjahr 2003
DPA, 28.10.02
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Endgültige Entscheidung im Frühjahr 2003
Ludwigsburg - Die endgültige Entscheidung über den Bau des Atommüll-
Zwischenlagers in Neckarwestheim (Kreis Heilbronn) wird im Frühjahr 2003
fallen. Das Landratsamt Ludwigsburg werde im April oder Mai abschließend
über den Bauantrag des Gemeinschaftskraftwerks Neckar (GKN) entscheiden,
sagte Vize-Landrat Christoph Schnaudigel am Montag in Ludwigsburg.
Die Gemeinde Gemmrigheim (Kreis Ludwigsburg) hatte die Baugenehmigung
zunächst verweigert. Das wurde vom Verwaltungsgerichtshof (VGH) Mannheim
als rechtswidrig erklärt. In dem unterirdischen Lager sollen bis zu 150
Castor-Behälter aufbewahrt werden.
Strittig ist noch, ob die Gemeinde Rechtsmittel gegen die VGH-
Entscheidung von vergangener Woche einlegen wird. Die Mannheimer Richter
hatte eine Revision nicht zugelassen. Nun werde überlegt, eine so
genannte Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesverwaltungsgericht in
Leipzig einzureichen, sagte ein Gemeinde- Sprecher. Die Entscheidung
darüber soll bei einer Gemeinderatssitzung am 18. November fallen. Zuvor
müsse aber die Begründung der Mannheimer Richter abgewartet werden. Das
Urteil sei den Prozessbeteiligten bislang noch nicht zugegangen.
Der Vize-Landrat äußerte sich trotz der Ankündigung optimistisch, dass
die Baugenehmigung im Frühjahr nächsten Jahres erteilt werde. Es seien
keine Aspekte mehr ersichtlich, die gegen eine Zustimmung sprächen.
Vorliegen müsse nur noch das Ergebnis der Umweltverträglichkeitsprüfung
des Bundesamtes für Strahlenschutz in Salzgitter. Diese Prüfung sei für
die atomrechtliche und die Baugenehmigung erforderlich.
Von Mitte 2005 an soll der Atommüll nach Planung des Kraftwerksbetreibers
in zwei Stollen gelagert werden. Im Sommer nächsten Jahres soll mit dem
Bau begonnen werden. Das Zwischenlager soll nach 24 Monaten
betriebsbereit sein. Die Kosten für das Vorhaben sollen sich auf 30
Millionen Euro belaufen. Die beiden unterirdischen Stollen für das
Zwischenlager sollen jeweils 80 Meter lang und 30 Meter breit werden. Der
Rechtsstreit um das Lager läuft seit Anfang 2000.