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RPf: Zwei Atommüll-Züge rollen durch Kaiserslautern



Die Rheinpfalz, 11.10.02

> Zwei Atommüll-Züge rollen durch Kaiserslautern 

16 "Castor"-Behälter passieren auf dem Weg in Wiederaufarbeitungsanlagen 
die Pfalz und das Saarland - Greenpeace protestiert 

Kurz nach 17 Uhr rollte gestern der erste Atomzug durch den Bahnhof, 20 
Minuten später der zweite: 16 Behälter mit abgebrannten Brennelementen 
aus sieben deutschen Atomkraftwerken, jeder auf einem Waggon, bedeuteten 
den größten Atomtransport der deutschen Geschichte. 

Wie immer bei den Transporten in den vergangenen anderthalb Jahren wurde 
die Pfalz zur Atommüll-Drehscheibe, auch wenn diesmal die hoch 
radioaktive Fracht nicht im südpfälzischen Wörth, sondern im 
saarländischen Neunkirchen gekoppelt wurde. Ziel sind 
Wiederaufarbeitungsanlagen in England und Frankreich. Greenpeace-
Aktivisten demonstrierten vor dem Kaiserslauterer Bahnhof.

Im Vorfeld hatte es erneut Kritik daran gegeben, dass die Atomtransporte 
grundsätzlich durch die Pfalz beziehungsweise durch die Pfalz und das 
Saarland rollen. Der saarländische Umweltminister Stefan Mörsdorf 
forderte, Atommüll aus norddeutschen Kernkraftwerken müsse auf dem Seeweg 
transportiert werden statt mit dem Zug "durch halb Westeuropa" zu fahren.

Frühere RHEINPFALZ-Recherchen ergaben, dass die Seeweg-Variante keine 
Chance hat: Alle bis 2005 anstehenden Transporte werden durch die Pfalz 
rollen, und zwar abwechselnd durch die Südpfalz (Grenzübergang 
Lauterburg) sowie die Westpfalz und das Saarland (Grenzübergang 
Saarbrücken-Forbach). (mk)Politik