| Aktionsbündnis CASTOR-Widerstand Neckarwestheim |
| Rund 540 Leute demonstrierten in Kirchheim
und
vor dem Atomkraftwerk Neckarwestheim gegen das geplante Zwischenlager |
Bürger haben Angst vor einem weiteren Risiko Rund 540 Leute demonstrierten in Kirchheim und vor dem Atomkraftwerk Neckarwestheim gegen das geplante Zwischenlager von Joachim Kinzinger Bei nasskalter Witterung haben gestern rund 540 Bürger gegen
das beim Kernkraftwerk Neckarwestheim geplante Zwischenlager für hochradioaktiven
Atommüll protestiert. Polizeieinsatzleiter Ernst Horlacher sprach
von einem "absolut friedlichen Verlauf."
"Wir rechnen hier mit 200 Demonstranten", meinte Jörg Schmid von der Aktion Strom ohne Atom kurz vor der Kundgebung am Kirchheimer Bahnhof. Transparente mit der Aufschrift "Kein Zwischenlager" wurden gezeigt, kleine gelbe Atomfässer auf die Straße gerollt. Bei leichtem Nieselregen sagte Wolfram Scheffbuch vom Bund der Bürgerinitiativen Mittlerer Neckar (BBMN) bei der Kundgebung unter Beifall: "Wir Bürger lehnen das Zwischenlager ab." Denn die Gesundheit sei gefährdet. Wenig später marschierten über 300 Leute in Richtung GKN los. Während sich die Gemmrigheimer Fußballer über die 1:0 Führung auf dem Sportplatz freuten, zogen die Demonstranten über die Kirchheimer Brücke. Die Polizeikräfte waren stets präsent, hielten sich aber eher im Hintergrund auf. Der Demonstrationszug wurde schon von fast 200 Gemmrigheimer Bürgern auf der Aussichtsplatte erwartet, darunter einige Gemeinderäte. "Wir Gemmrigheimer haben Angst vor dem Zwischenlager, das Auch Gemeinderäte protestieren will man uns noch zusätzlich zumuten", fasste Gabriele Recha-Gebhardt die Kritik zusammen. Erstmals seien die Bürger des Ortes gegen ein GKN-Projekt auf die Straße gegangen. Vor dem Haupttor des Kernkraftwerks hatten einige Gemmrigheimer ein Transparent befestigt. Ihre Botschaft: für den Castortransport, für den mittelfristigen Ausstieg, aber gegen das Zwischenlager. Weil sie sich in einigen Punkten von den anderen unterschieden, "sind wir nicht mitmarschiert", erklärte ein Mann. Bei der Abschlusskundgebung äußerte der Neckarwestheimer Landwirt Gottfried Kazenwadel seine "Zweifel an der Sicherheit kerntechnischer Anlagen". Ein unterirdisches Zwischenlager bedeute ein zusätzliches Risiko, "das vermieden werden sollte". Alle umliegenden Gemeinden sollten deshalb Nein zu diesem Projekt sagen. Herbert Würth vom Aktionsbündnis Castor-Widerstand Neckarwestheim kündigte weitere Aktionen an, um die beiden Steinbruchstollen für 160 Castorplätze zu verhindern. Wie erwartet hätten sich die Teilnehmer an die Auflagen gehalten, erklärte Polizeiführer Ernst Horlacher. Die Beeinträchtigung des Verkehrs sei relativ gering gewesen. Seine Beamten hätten 540 Demonstranten gezählt. |
zurück
zu
|
|
|
|