Aktionsbündnis CASTOR-Widerstand Neckarwestheim 
Bündnis rüstet für "heißen Herbst" und richtet Atomlehrpfad ein /
Atomgegner kritisieren rot-grüne Koalition 
    Ludwigsburger Zeitung, Heilbronner Stimme,  beide 27.09.99

    Bündnis rüstet für "heißen Herbst" und richtet Atomlehrpfad ein

    Kirchheim - (ad) Mit einer Info-Hocketse, Live-Musik und Diskussionen hat das Aktionsbündnis Castor-Widerstand am Samstag unweit des Kernkraftwerks Neckarwestheim den "heißen Herbst" eingeleitet. Diskutiert wurden Aktionsmöglichkeiten. Erstmals war ein "Atomlehrpfad" zu besichtigen. An der Aktion hatten rund 70 Kernkraftgegner teilgenommen. Die Polizei war im Hindergrund stark vertreten und beobachtete. Zu Zwischenfällen ist es nicht gekommen. Auf einem Flugblatt fordert das Aktionbündnis zum aktiven Widerstahd auf. Da die Abklingbecken in Neckatwestheim mit hochradioaktiven Brennlementen gefüllt seien bestehe die einmalige Chance,, durch das massive Blockieren aller Transporte den Atomausstieg "ungemein zu beschleunigen". Die Kernkraftgegner rechnen mit Castor-Transporten im März. Bild: LKZ-DosseI
     
     

    Heilbronner Stimme
    Hocketse in Neckarwestheim 
    Atomgegner kritisieren rot-grüne Koalition

    Geprägt von Kritik an der rot-grünen Bundesregierung war der "Start in den heißen Herbst" des Aktionsbündnisses Castor-Widerstand Neckarwestheim. Der Auftakt zu weiteren Widerstandsaktionen gegen Zwischenlager und Castor-Transporte.
    Auf dem Wanderparkplatz "Schöne Aussicht" zwischen Kirchheim und dem Atomkraftwerk Neckarwestheim trafen sich rund 60 Atomkraftgegner zu einer Hocketse mit Musik und einer anschließenden Besichtigung des geplanten Zwischenlager-Standorts. Rund um das Gemeinschaftskernkraftwerk Neckar (GKN) und bei der Kirchheimer BrÜcke waren sicherheitshalber zahlreiche Polizisten im Einsatz.
    Das Aktionsbündnis informierte mit Schautafeln über alternative Energien wie Windkraft, Holz, Solarenergie oder Wasserkraft, aber auch über das geplante Zwischenlager.
    Zwischen den musikalischen Beiträgen der Ludwigsburger Band "Die Egonauten" gab es Redebeiträge. Die Mosbacherin Christine Denz von der "Klägergemeinschaft AKW Obrigheim abschalten" gab den Gästen einen Überblick über die Aktivitäten ihrer Gruppe und ging auf die bundespolitische Lage In Sachen Atomkraft ein: "Diese Bundesregierung wird es nur kapieren, wenn der legale Druck von den Leuten auf der Straße kommt." Sie sprach sich auch für eine engere Zusammenarbeit mit dem Aktionsbündnis Neckarwestheim aus. "Wir haben in Sachen Zwischenlager ja schon Erfahrung", meinte Christine Denz.
    "Wir werden mit massiven Blockaden überall präsent sein", kündigte Aktionsbündnis-Mitglied Herbert Würth an. Bereits am 7. November ist eine Demonstration beim GKN geplant. "Der Kampf gegen das Zwischenlager ist für uns ein Teil des Kampfes zum Atomausstieg", betonte Würth. (cs)


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