Aktionsbündnis CASTOR-Widerstand Neckarwestheim 
Gemeinsame Sache gegen das geplante atomare Zwischenlager im GKN
    Ludwigsburger Kreiszeitung, 26.06.99

    Gemeinsame Sache gegen das geplante atomare Zwischenlager im GKN
    Die Gemeinde pocht weiterhin auf ihre Zuständigkeit - Kraftwerksbetreiber: Von Castor-Behältern geht keine Gefahr aus

    Neckarwestheim (fe). Rund um das Kernkraftwerk macht sich immer mehr Unmut breit. Auch Neckarwestheim will rechtlich gegen die Pläne vorgehen, ein Castor-Zwischenlager auf dem Gelände des GKN einzurichten. Aber noch Ist ungeklärt, ob die Kommune überhaupt zuständig ist.
    Sie wollen gern gemeinsame Sache machen, doch erst muß noch geklärt werden, ob sie überhaupt Partner sein können. Nachdem das GKN (Gemeinschaftskraftwerk Neckar) seine Pläne bekanntgab, unter dem Verwaltungsparkplatz ein atomares Zwischenlager für Castor-Behälter einzurichten, ist es hin mit dem Frieden in der Nachbarschaft. In Gemmrighein hat sich der Gemeinderat bereits darauf verständigt, daß die Kommune rechtliche Schritte gegen das Vorhaben einleiten will.
    Dem würden sich die Kollegen in Neckarwestheim, der anderen Standortgemeinde, ebenfalls gerne anschließen. Doch ihnen wurde erklärt, daß die geplanten Lagerstätten ausschließlich auf Gemmrigheimer Gemarkung liegen würden. Die Gemeinde Neckarwestheim wäre also im Zuge des Verfahrens lediglich zu einer Stellungnahme aufgefordert.
    „Wir wurden bisher‘ immer in die Verfahren miteinbezogen. Das macht auch Sinn, schließlich handelt es sich um einen Gesamtkomplex“, sagt Hauptamtsleiterin Martina Kuk. Verwaltung und Gemeinderat sind sich in dieser Sache weitgehend einig.
    Nun ist das Wirtschaftsministetium in Stuttgart an der Reihe und muß klären, ob die Neckarwetheimer in dem Streit um das Castor-Lager überhaupt mitmischen dürfen.‘ Bürgermeister Mario Dürr hat Minister Walter Döring schon zu einer Stellungnahme. aufgefordert. Die ist inzwischen im Rathaus angekommen. Zufrieden sind ‘Gemeinderat und Verwaltungschef mit dem Schreiben allerdings nicht. Zu ungenau und schwammig sei die Erklärung. Jetzt wurde eine weitere Stellungnahme aus Stuttgart eingefordert.. Kuk: „Wir wollen von Anfang an dabei sein und nicht erst gefragt werden, wenn alles längst gelaufen ist.“ 
    Auch auf der gestrigen Hauptversammlung der Neckarwerke Stuttgart, einem der GKN-Betreiber, wurde gegen das Castor-Lager protestiert.
    Unterdessen haben die Kraftwerksbetreiber erneut in einer Pressemitteilung beteuert, von den Oberflächen der Transport- und Lagerbehälter würden keine Gesundheitsgefahren ausgehen. Das gleiche würde auch für das Castor-Zwischenlager gelten.
     
     


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